Gewaltsame Proteste in den USA

01. Juni 2020 15:11; Akt: 01.06.2020 15:25 Print

«Bitte, zündet meinen Laden nicht an!»

Viele kleine Läden in den USA werden bei den gewaltsamen Ausschreitungen der letzten Tagen Opfer von Plünderungen und Vandalismus. Viele, die die Corona-Krise noch knapp überlebten, haben nun alles verloren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in der Großstadt Minneapolis hat am Wochenende in den USA erneut zu Protesten und Gewalt geführt. Trotz Ausgangssperren in zahlreichen Städten gingen Menschen die fünfte Nacht in Folge auf die Straße, um gegen Brutalität, Diskriminierung und Ungerechtigkeit gegen Schwarze zu protestieren.

Von New York bis Los Angeles kam es in den letzten Nächten zu Unruhen und auch zu Plünderungen. Auf Fernsehbildern waren vielerorts brennende Autos und Geschäfte zu sehen. Einige Demonstranten warfen Flaschen, zertrümmerten Restaurants und Cafés, zündeten Polizeiautos an. «Das ist nicht länger ein Protest, das ist Zerstörung», sagte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, gegenüber dem US-Sender Fox News.

In einigen Städten wurden Ausgangssperren verhängt, zudem wurde die Nationalgarde angefordert, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. Mittlerweile haben viele Ladenbesitzer selbst ihre Lokale mit Brettern verschlagen, um sich vor Vandalismus zu schützen. Auf den Brettern steht gekritzelt: «Bitte, nicht anzünden.»

«Bitte, ich habe keine Versicherung»

Einige appellieren an das Mitleid der Demonstranten: «Es wohnen Kinder hier» oder «Dieses Geschäft gehört einem schwarzen Besitzer». Andere, wie etwa Hussein Aloshani, der irakische Einwanderer mit dem kleinen Bistro in der Innenstadt von Minneapolis, stehen die halbe Nacht draußen vor ihrem Laden. Aloshani wandte sich direkt an den aufgebrachten Mob, indem er mit dem Arm fuchtelte und sie anflehte: «Bitte, ich habe keine Versicherung.»

Die meisten Ladenbesitzer zeigen sich zwar solidarisch mit den Protesten, doch wer Ziel von Plünderungen wurde, sieht sich auch als Opfer fehlgeleiteter Aggressionen. Wie einige Eigentümer kleiner Geschäfte zur «New York Times» sagten, hätten ihre Unternehmen bereits durch die Corona-Krise stark gelitten. Die Zerstörung ihrer Läden durch Demonstranten habe nun vielen von ihnen den letzten Schwerthieb verpasst.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De_klenge_Fuerzkapp am 02.06.2020 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Menschen zu Wildtieren werden . . . ein grausamer Schatten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • De_klenge_Fuerzkapp am 02.06.2020 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Menschen zu Wildtieren werden . . . ein grausamer Schatten.