Terror in Neuseeland

15. März 2019 12:11; Akt: 15.03.2019 12:15 Print

Das ist das irre Manifest des Christchurch-​​Mörders

Für den Anschlag verdiene er den Friedensnobelpreis, behauptet der Attentäter. Sein rechtsradikales Gedankengut sei auch in Europa verbreitet, sagt ein Terrorexperte.

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Er bezeichnet nichtweiße Personen als Invasoren und ist der Ansicht, dass die «weiße Rasse» vom Aussterben bedroht sei und um jeden Preis verteidigt werden müsse. Brenton Tarrant, der rechtsextreme Terrorist, der im neuseeländischen Christchurch bei Anschlägen auf zwei Moscheen nach Polizeiangaben 49 Menschen erschossen hat, war Anhänger der rechtsextremen Verschwörungstheorie «The Great Replacement» («Der große Bevölkerungs-Austausch»).

«Diese vom französischen Schrifsteller Renaud Camus formulierte Verschwörungstheorie besagt, dass die Regierung eine Auflösung des Volkes betreibt und es durch die Einwanderung zu einem Identitäts- und Kulturverlust kommt, was schließlich zum «weißen Genozid» führt», sagt Terrorismusexperte Jacques Baud.

Rache als Motiv

In seinem 74-seitigen Manifest bezeichnet sich der 28-jährige Tarrant als «normalen, weißen Mann», der aus einer «einkommensschwachen, australischen Familie» stammt. Weiter behauptet er, die Anschläge schon seit zwei Jahren vorzubereiten – unter anderem als «Rache» für den «Genozid am weißen Mann». Sein Vorbild: Der norwegische Attentäter Anders Breivik, der im Jahr 2011 77 Menschen ermordete – größtenteils Jugendliche.

Falls er das Attentat überlebe und vor Gericht gestellt werde, werde er auf nicht schuldig plädieren, schreibt Tarrant, der sich im Manifest selber stolz als intoleranten Rassisten und Faschisten bezeichnet. Im Gegenteil: Für seine Taten fordert er gar den Friedensnobelpreis. «Auch der Terrorist Nelson Mandela kam nach 27 Jahren Haft frei und erhielt den Nobelpreis», schreibt der Attentäter.

US-Präsident Donald Trump sei für ihn ein «Symbol der weißen Identität», so Tarrant. Daher unterstütze er ihn. Die größte Inspiration für ihn sei aber die konservative US-Kommentatorin Candace Owens gewesen, die auch schon bei der konservativen Newsplattform Fox News auftrat. Sie habe ihm geholfen zu erkennen, dass einzig mit Gewalt eine «Lösung» gefunden werden kann. Weiter schreibt Tarrant: «Aber einige ihrer Ansichten unterstütze ich nicht. Die waren mir zu extrem»

«Logik des Terrorismus»

Für den Terrorismusexperten Jacques Baud ist das Denkmuster des Attentäters vergleichbar mit dem islamistischer Extremisten. «Sie fühlen sich berechtigt, Gewalt anzuwenden, um die ‹Invasoren› zu bekämpfen», sagt Baud. Die Logik des Terrorismus besage, dass man für sein «Volk» kämpfe. «Und Tarrant sieht sich genau als ein solcher Kämpfer.»

Die Gefahr, dass sich diese Art der «weißen Radikalisierung» ausbreite, sei aber groß. Baud: «Wir sehen bereits in osteuropäischen Staaten, wie populistische Regierungen die Angst vor Einwanderern für politische Zwecke missbrauchen. Und in Großbritannien bescherte die Angst vor der unkontrollierten Zuwanderung dem Brexit viele Befürworter.» Diese Idee des «Great Replacement» sei sehr weit verbreitet.

(L'essentiel/dk)

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