Trump im Tief

19. Januar 2017 12:44; Akt: 19.01.2017 12:47 Print

Der unbeliebteste Präsident seit Jahrzehnten

Nur 40 Prozent der Amerikaner schätzen Donald Trump und ebenso wenige billigen sein Verhalten vor dem Amtsantritt am Freitag.

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Mit seinem Verhalten seit dem Wahlsieg Anfang November hat sich der designierte US-Präsident Donald Trump viele zusätzliche Gegner geschaffen. Zwei Umfragen von dieser Woche attestieren dem Republikaner, an Beliebtheit eingebüsst zu haben. Er ist jetzt so unpopulär wie kein neugewählter Präsident seit mindestens vierzig Jahren.

Eine Umfrage von ABC und der Washington Post sieht Trumps Beliebtheitsquote bei bloß 40 Prozent. In einer vergleichbaren Umfrage von 2009 erhielt der damalige Wahlsieger Barack Obama praktisch den doppelten Popularitätswert von 79 Prozent. Sogar dessen Vorgänger George W. Bush war populärer als Trump: Trotz des seit Wochen andauernden Gerangels um Wählerstimmen in Florida genoss Bush vor der Amtseinsetzung die Zustimmung von 62 Prozent der US-Bürger.

Frühere Wahlsieger populärer

Auch die Beliebtheitswerte der vorhergehenden Präsidenten waren höher: Bill Clinton (1993) kam auf 68 Prozent, George H. W. Bush (1989) erreichte 65 Prozent, Ronald Reagan (1981) erfuhr 58 Prozent Zustimmung und Jimmy Carter (1977) vertrauten 78 Prozent. Trump ist der einzige frischgewählte Präsident mit einer Minusbilanz, denn 54 Prozent der Befragten haben eine nachteilige Meinung über ihn. Eine zweite von CNN beauftragte Umfrage kam ebenfalls auf einen Beliebtheitswert von 40 Prozent.

Trump selbst verwarf die zwei Umfragen. In einem Tweet bezeichnete er sie, wie schon jene im Wahlkampf, als «rigged» – manipuliert:

Trump hat die anhaltend tiefen Werte zum Teil selbst zu verantworten. Wie die Washington Post schreibt, sind nur 40 Prozent der Befragten mit der Art und Weise einverstanden, wie er sich im Zusammenhang mit der Machtübergabe verhält. Vielen Menschen scheint aufzustoßen, dass Trump auch nach der Wahl Twitter-Fehden mit seinen Gegnern anzettelt. Womöglich schlägt auch sein gespanntes Verhältnis zu den Medien negativ durch.

Berichterstattung negativ

An Trumps Absacken ins Umfragetief haben aber auch seine Gegner ihren Anteil. Die Berichterstattung über ihn ist mehrheitlich negativ. Die Kontroverse um den Einfluss russischer Hacker hat dazu beigetragen, Trumps Wahlsieg infrage zu stellen. Mit ihrer Ankündigung, sie würden der Amtseinführung am Freitag fernbleiben, haben demokratische Kongressabgeordnete diese Woche Zweifel an Trumps Legitimität verstärkt.

Die tiefen Zustimmungswerte dürften es Trump erschweren, sein Regierungsprogramm zu verwirklichen. In der ABC-Umfrage halten ihn 52 Prozent für nicht qualifiziert. Sechs von zehn Befragten trauen dem New Yorker Geschäftsmann zu, die Wirtschaft anzuregen und Arbeitsplätze zu schaffen. Aber in internationalen Beziehungen, beim Gesundheitswesen und vor allem in Frauen- und Rassenfragen äußert sich eine Mehrheit der Befragten pessimistisch über Trumps Fähigkeiten.

Ivanka am populärsten

Wie CNN schreibt, ist Trump wie schon im Wahlkampf beliebter bei Männern als bei Frauen, bei Weißen beliebter als bei Minderheiten, bei Gebildeten unbeliebter als bei Ungebildeten und bei Landbewohnern beliebter als bei Städtern.

Die Meinungen über First Lady Melania Trump sind geteilt. Neben einem großen Anteil von Unentschlossenen ist sie bei 36 Prozent der Befragten populär und bei 35 Prozent unbeliebt. Sowohl Donald als auch Melania werden von Tochter Ivanka in den Schatten gestellt: Sie erreicht eine Beliebtheitsquote von 44 Prozent bei 33 Prozent Ablehnung.

(L'essentiel/sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jang am 19.01.2017 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wien deenen Ëmfroen nach traut ass selwer schold ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jang am 19.01.2017 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wien deenen Ëmfroen nach traut ass selwer schold ...

    • boien am 20.01.2017 07:35 Report Diesen Beitrag melden

      et soll en onberechenbaren an d'enkt dreiwen well do kennen ganz geféierlech reaktiounen eraus kommen

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