Nach TV-Duell

01. Oktober 2020 07:08; Akt: 01.10.2020 07:20 Print

Donald Trump will «Proud Boys» nicht kennen

US-Präsident Donald Trump hat in der TV-Debatte explizit von der rechtsextremen Gruppierung gesprochen – sagt nun allerdings, er wisse nicht, wer die «Proud Boys» seien.

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Mehrere Republikaner haben sich nach der Weigerung Donald Trumps, rechte Gruppierungen eindeutig zu verurteilen, von dem US-Präsidenten distanziert. Trump seinerseits versuchte sich am Mittwoch in Schadensbegrenzung. «Ich weiß nicht, wer die Proud Boys sind», sagte Trump mit Blick auf eine gleichnamige rechte Vereinigung, die am Vortag bei der TV-Debatte mit Herausforderer Joe Biden zum Thema geworden war. «Wer auch immer sie sind, sie müssen sich zurückhalten und die Strafverfolgungsbehörden ihre Arbeit machen lassen.»

Trump war während der TV-Debatte am Dienstag von Moderator Chris Wallace gefragt worden, ob er bereit wäre, Gruppen und Milizen zu verurteilen, zu deren Ansichten die Überlegenheit der Weißen (White Supremacy) gehört. Trump sagte daraufhin an die Adresse der Proud Boys, sie sollten sich zurückhalten und bereithalten («stand back and stand by»).

Der republikanische Senator Tim Scott forderte am Mittwoch Aufklärung. «Ich denke, er hat sich versprochen», sagte Scott vor Journalisten in Washington. «Ich denke, er sollte es geraderücken. Wenn er es nicht korrigiert, hat er sich wohl nicht versprochen.»

Der führende Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, schloss sich Scott an. «Er (Scott) sagte, es sei inakzeptabel, White Supremacists nicht zu verurteilen, und deshalb tue ich das so entschieden wie möglich.» Senator Lindsey Graham, ebenfalls ein Verbündeter von Trump, erklärte auf Twitter, auch er finde, dass der Präsident klarstellen müsse, dass Proud Boys eine «rassistische Organisation sind, die im Gegensatz zu den amerikanischen Idealen steht».

«Jede Form von so etwas verurteilt»

Trump wurde am Mittwoch im Garten des Weißen Hauses von einer Reporterin explizit gefragt, ob er White Supremacists verurteilt. Trump sagte: «Ich habe immer jede Form (...), jede Form von so etwas verurteilt.» Den Begriff «White Supremacists» nahm er nicht in den Mund. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, schrieb auf Twitter, Trump hätte White Supremacy wiederholt verurteilt und dies auch am Mittwoch wieder getan.

Kritiker erinnern immer wieder an eine Äußerung von Trump infolge einer Demonstration von weißen Nationalisten und Neonazis in Charlottesville im Bundesstaat Virginia 2017. Dabei kam es zu Ausschreitungen, bei der ein Rechtsextremist eine Gegendemonstrantin tötete und zahlreiche weitere verletzte. Trump sagte damals, es habe auf beiden Seiten «sehr gute Menschen» gegeben und löste damit ein Aufschrei der Empörung aus.

Trumps Herausforderer Biden hatte Trumps Äußerung vergangenes Jahr in den Mittelpunkt seines Aufschlags für das diesjährige Präsidentschaftsrennen gestellt und auch damit begründet, warum sich Amerika seiner Ansicht nach im «Kampf um die Seele dieser Nation» befinde. Am Mittwochabend (Ortszeit) schrieb Biden auf Twitter, dass die Ideologie der Weißen Vorherrschaft keinen Platz in Amerika habe. «Wir sollten den Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht anflehen müssen, das zu sagen.»

Trump sieht Problem auf der Seite der Linken

Trump machte am Mittwoch erneut deutlich, dass er das eigentliche Problem nicht auf Seite der Rechten, sondern auf Seite der Linken sieht. Er forderte seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden auf, die Antifa zu verurteilen. «Antifa ist ein echtes Problem», sagte Trump.

Die Antifa hat weder Mitglieder noch eine zentrale Organisations- oder Führungsstruktur. Die Anhänger der Strömung aus der linken und auch linksradikalen Szene verbindet eine antifaschistische Ideologie. Trump hat angekündigt, die Antifa als Terrororganisation einzustufen, sollte er die Wahl am 3. November gewinnen.

Die Proud Boys feierten Trumps Satz «haltet euch zurück und haltet euch bereit» nach Medienberichten als Billigung durch den Präsidenten. Die US-Bürgerrechtsorganisation ADL stuft die Proud Boys als unkonventionelle Strömung im rechten amerikanischen Extremismus ein. Die Gruppe könne unter anderem als gewalttätig, nationalistisch und islamophob beschrieben werden, heißt es auf der Seite der ADL. Es sei bekannt, dass Mitglieder gewalttätige Taktiken anwenden. Mehrere Mitglieder seien wegen Gewaltverbrechen verurteilt worden. Die Anführer der Proud Boys weisen Rassismusvorwürfe zurück.

(L'essentiel/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kaa am 01.10.2020 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den DT war ungetrueden fir säin Land ze spalten an daat huet hien errecht. Seng Follower sin immun géint all Kritik an Logik. Säin Kontrahent, ass ze färten, brengt et och net... ?

  • Thomas Bosch am 01.10.2020 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Trump kann wirklich alles sagen was er will, ohne auch nur den geringsten Respekt, Diplomatie oder gesunden Menschverstand. Wird es später gegen ihn verwendet bezeichnet er es als Fake News, hat sich versprochen oder wurde falsch verstanden. Seine Millionen von Anhängern, die Wutbürger, Nationalisten und konservative Kapitalisten wird er immer hinter sich haben. Diesen Wählern ist es ganz egal was er sagt, solange es populistischer Schwachsinn ist, der entweder nur provoziert oder diesen Leuten in irgendeiner Form von Nutzen ist.

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  • kaa am 01.10.2020 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den DT war ungetrueden fir säin Land ze spalten an daat huet hien errecht. Seng Follower sin immun géint all Kritik an Logik. Säin Kontrahent, ass ze färten, brengt et och net... ?

  • Thomas Bosch am 01.10.2020 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Trump kann wirklich alles sagen was er will, ohne auch nur den geringsten Respekt, Diplomatie oder gesunden Menschverstand. Wird es später gegen ihn verwendet bezeichnet er es als Fake News, hat sich versprochen oder wurde falsch verstanden. Seine Millionen von Anhängern, die Wutbürger, Nationalisten und konservative Kapitalisten wird er immer hinter sich haben. Diesen Wählern ist es ganz egal was er sagt, solange es populistischer Schwachsinn ist, der entweder nur provoziert oder diesen Leuten in irgendeiner Form von Nutzen ist.

    • CottonEyeJoe am 01.10.2020 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      Naja... Er wird so langsam von den Amerikanern in Stücken zerrissen, auf Reddit, unter dem "Sub" TrumpCriticizesTrump" sind alle seine Tweets zu finden, und man stellt fest, dass er immer wieder anderen was vorgeworfen hat, das er jetzt selber nicht besser macht, sogar schlimmer (z.B.: Obama hat nur $5,841 Steuern bezahlt (2012) oder 2015 an Biden: "...the loss of your son, Beau. Met him once, great guy" um zu behaupten er kenne Beau nicht LOL!) Nee, er kann sein Spiel nicht mehr verstecken...und das ist auch gut so!

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