Neue Ermittlungen

17. Oktober 2011 13:24; Akt: 17.10.2011 13:33 Print

DSK im Dunstkreis eines Callgirl-​​Rings

Kaum ist die Affäre Banon überstanden, taucht der Name Dominique Strauss-Kahn in einem neuen Sex-Skandal auf. Es geht um Prostituierte und Sex-Partys.

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Dominique Strauss-Kahn wird am Sonntag bei der Teilnahme an der Präsidentschafts-Vorwahl der sozialistischen Partei von Reportern belagert. (Bild: Keystone/AP/Yoan Valat)

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Begonnen hat die neue Affäre mit Ermittlungen in Belgien gegen einen Zuhälterring. Dieser soll minderjährige Prostituierte beschäftigt und über Jahre hinweg an Gäste von mehreren Luxus-Hotels in der nordfranzösischen Stadt Lille vermittelt haben. In den Fall sollen Hotelmanager, Anwälte und auch Polizisten verwickelt sein. Drei Hotels, darunter das luxuriöse «Carlton», wurden von der Polizei am letzten Freitag geschlossen.

Einen zusätzlichen Dreh erhielt die Affäre durch einen Bericht des «Journal du Dimanche», wonach sich der Kundenkreis des Callgirl-Rings bis in die USA erstreckte. Die Ermittler vermuten laut dem Sonntagsblatt, dass Dominique Strauss-Kahn dazu gehört hat. Mindestens zwei Prostituierte hätten den Namen des ehemaligen IWF-Direktors genannt. Ausserdem soll der sozialistische Politiker 2010 an einer Sex-Party in einem Pariser Hotel teilgenommen haben, die von einem der Verdächtigen organisiert wurde.

Die Ermittler betonten laut französischen Medien, dass Strauss-Kahns Rolle in der Affäre «völlig nebensächlich» sei. Der 62-Jährige verwahrte sich in einer von seinem Anwalt am Sonntag verbreiteten Erklärung gegen die «Unterstellungen und Schlussfolgerungen, die gewagt und einmal mehr bösartig» seien. Dominique Strauss-Kahn wolle auf eigenen Wunsch noch in dieser Woche aussagen, hiess es in der Erklärung weiter.

Banon erwartet Entschuldigung

Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds sieht sich damit erneut mit einem Sex-Skandal konfrontiert. Im September hatte die New Yorker Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen DSK wegen Vergewaltigung eines Zimmermädchens eingestellt. Eine Zivilklage ist noch hängig. Auch ein angeblicher Vergewaltigungsfall in Paris wird nicht weiter verfolgt. Die Staatsanwaltschaft stellte am letzten Freitag fest, dass Strauss-Kahn die Autorin Tristane Banon vor acht Jahren sexuell belästigt hat. Die Tat sei jedoch verjährt.

Für eine Anklage wegen versuchter Vergewaltigung reichten die Beweise nicht aus, hiess es. Tristane Banon liess am Montag mitteilen, sie erwarte von Strauss-Kahn eine Entschuldigung: Nur wenn er sie formell um Verzeihung bitte, werde sie auf ein Zivilverfahren verzichten. «Wenn er sich entschuldigt, kann Tristane vielleicht leichter darüber hinwegkommen und ein neues Leben aufbauen», sagte ihr Anwalt David Koubbi.

(L'essentiel online/pbl/dapd)

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