Coronavirus

03. Mai 2020 17:03; Akt: 03.05.2020 17:10 Print

Ein Geheimdienstpapier kritisiert China scharf

Schwere Vorwürfe gegen China: Ein Papier hält fest, wie das Land das wahre Ausmaß des Ausbruchs herunterspielte und Informationen zensierte.

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In einem westlichen Geheimdienstpapier wird China scharf für den Umgang mit der Corona-Krise kritisiert. Das Dossier der «Five Eyes» genannten Geheimdienstallianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands fasst die Vorwürfe und Verdächtigungen zusammen, wie die australische Zeitung Saturday Telegraph am Wochenende berichtete. Demnach dokumentiert das Dossier die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war.

Das 15-seitige Dokument demonstriert die Stoßrichtung der laufenden Ermittlungen der Nachrichtendienste. Es erwähnt nach Angaben der Zeitung aber auch ihre Differenzen über den Verdacht, dass das Virus wirklich aus dem Institut für Virologie in Wuhan stammen könnte. US-Präsident Donald Trump hatte die Spekulationen darüber angefacht. Wissenschaftler halten es für viel wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 von Fledermäusen über ein anderes Tier und durch den Wildtierhandel auf den Menschen übertragen wurde. China hatte deswegen im März den Handel mit wilden Tieren mit einem neuen Gesetz verboten.

Chinas Behörden unterdrückten Warnungen

Wissenschaftler haben auch nachgewiesen, dass das Virus nicht künstlich erzeugt worden ist, sondern natürlichen Ursprungs ist, wie vergangene Woche auch die US-Geheimdienste bestätigten. In dem Papier wird auf gefährliche Forschungsarbeiten in dem Labor mit Viren von Fledermäusen verwiesen, die allerdings auch in Zusammenarbeit mit amerikanischen und australischen Wissenschaftlern erfolgt waren.

Das Papier bildet laut Saturday Telegraph die Grundlage für die Vorwürfe, denen die Geheimdienste nachgehen. Es hält fest, wie Chinas Behörden frühzeitige Warnungen seiner Mediziner unterdrückte, das wahre Ausmaß des Ausbruchs herunterspielte und Informationen zensierte, was auch in Medienberichten bereits mehrfach dargestellt wurde. Die Vertuschung wird in dem Dossier als «Anschlag auf die internationale Transparenz» beschrieben.

Besonders beklagt wird, dass China noch bis zum 20. Januar bestritten hatte, dass sich das Virus von Mensch zu Mensch übertrage. Dafür habe es schon seit Anfang Dezember Hinweise gegeben, heißt es in dem Papier. Auch wird China darin vorgeworfen, Virusproben vernichtet zu haben und Veröffentlichungen von Wissenschaftlern über das Virus streng zu kontrollieren. Chinas Behörden hätten sich auch geweigert, Lebendproben internationalen Forschern zur Verfügung zu stellen.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meinung am 03.05.2020 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mann sollte zur Hilfe, mal alle die befragen, die bei den Wuhan Militärweltspielen teilgenommen haben, wie die Lage zu der Zeit in Wuhan war. Wenn man die von den Luxemburgern liest, dann könnte man meinen das Covid/Corona wäre schon zu der Zeit in Wuhan gewesen. Wäre ja ein Ansatz, der helfen könnte manches auf zu decken.

  • Arm am 03.05.2020 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Geheimpapier Kommt bestimmt aus den USA unterschrieben Trump

  • Wu-Han Killa Bees am 04.05.2020 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre Interessant wenn Journalisten Interviews mit den Mitarbeiter dieses Labors in Wuhan führen würden. (Falls diese noch am Leben sind)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Viro Logic am 04.05.2020 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist doch sehr einfach: Wenn die chinesen todsicher (kein Wortspiel) wären, dass das Virus nicht aus einem ihrer in Wuhan liegenden Labors wäre, dann könnten sie ja alle externe und ausländische Untersuchungen vor Ort zulassen, oder gibt es doch ein Problem ? N.B.: In china sind alle diese Labore dem Militär untergeben... Ein Schelm, wer böses dabei denkt!

  • Wu-Han Killa Bees am 04.05.2020 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre Interessant wenn Journalisten Interviews mit den Mitarbeiter dieses Labors in Wuhan führen würden. (Falls diese noch am Leben sind)

  • Meinung am 03.05.2020 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mann sollte zur Hilfe, mal alle die befragen, die bei den Wuhan Militärweltspielen teilgenommen haben, wie die Lage zu der Zeit in Wuhan war. Wenn man die von den Luxemburgern liest, dann könnte man meinen das Covid/Corona wäre schon zu der Zeit in Wuhan gewesen. Wäre ja ein Ansatz, der helfen könnte manches auf zu decken.

  • Arm am 03.05.2020 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Geheimpapier Kommt bestimmt aus den USA unterschrieben Trump