Syrien-Krieg

04. April 2018 21:03; Akt: 04.04.2018 21:01 Print

Ein Handschlag für einen raschen Frieden

Russland, die Türkei und der Iran streben nach der Eroberung der Rebellenhochburg Ost-Ghuta durch syrische Truppen ein Ende der Kämpfe in Syrien an. Doch am Dreiergipfel herrschte nicht nur Einigkeit.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema

Erdogan, Putin und Rohani wollen den Syrien-Krieg endlich beenden. Dies hieß es am Mittwoch in Ankara nach einem Dreiergipfel der drei Staatsführer.

Ziel sei es, «Ruhe am Boden» zu schaffen und Zivilisten in «Deeskalations-Gebieten» zu schützen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Mittwoch auf der Webseite des iranischen Präsidenten Hassan Rohani veröffentlicht wurde. Rohani betonte nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Tayyip Recep Erdogan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Ankara, dass es keine militärische Lösung für Syrien gebe.

Putin, Erdogan und Rohani bemühten sich auf einer gemeinsamen Medienkonferenz in Ankara um eine geschlossene Haltung. Alle drei Staaten haben derzeit Konflikte mit den USA. Iran und Russland stützen zudem den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad seit Jahren militärisch.

Differenzen treten zutage

Allerdings wurden auch Differenzen der drei Staaten deutlich. So betonte Erdogan, man werde nur Frieden in Syrien erreichen, wenn man nicht nur entschlossen gegen den IS, sondern auch gegen Kurdenmilizen vorgehe. Rohani wurde dagegen im iranischen Fernsehen mit der Aussage zitiert, die von der türkischen Armee eroberte nordsyrische Region Afrin sollte an die syrische Armee übergeben werden.

Er hatte bereits vor seinem Eintreffen in Ankara betont, dass alle ausländischen Truppen das Land verlassen sollten, deren Anwesenheit nicht von der syrischen Regierung gewünscht werde. Dies zielt sowohl auf die Türkei wie auch die USA ab.

Die Abstimmung der drei Staaten kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die syrische Armee wieder die Kontrolle über die Rebellen-Hochburg Ost-Ghuta sichern konnte. Die Türkei und Russland wollten in der syrischen Ortschaft Tel Abyad ein Krankenhaus für die aus Ost-Ghuta geflohenen Zivilisten errichten, sagte Erdogan. Ein Sprecher der Uno forderte am Mittwoch Zugang zu dem Gebiet, in dem 80.000 bis 150.000 Zivilisten versorgt werden müssten.

Assad und Kampf gegen IS

Streitpunkt der in den Krieg involvierten Staaten ist nicht nur das Schicksal des syrischen Präsidenten Assad, dessen Rücktritt sowohl Erdogan, die USA, Europäer als auch das ebenfalls in den Konflikt verwickelte Saudi-Arabien gefordert hatten. Es geht auch darum, wann der Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) abgeschlossen ist, der weite Teile Syriens und des Irak kontrolliert hatte.

Der russische Präsident Putin erklärte den IS am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Interfax für besiegt. Er fügte aber hinzu: «Es ist offensichtlich, dass die Terrororganisation trotz der militärischen Situation ein erhebliches destruktives Potenzial besitzt und dass sie über die Fähigkeit verfügt, ihre Taktik schnell zu ändern und Länder sowie Regionen in der Welt anzugreifen.»

Zwischen Russland und der Türkei war es im syrischen Bürgerkrieg zu erheblichen Spannungen gekommen. Zuletzt hatte sie sich aber wieder angenähert. Russland wird nach türkischen Angaben bereits im Juli 2019 das moderne Flugabwehrsystem S-400 an den Nato-Staat liefern.

US-Militäreinsatz geht weiter

Die USA halten vorerst an ihrem Militäreinsatz in Syrien fest. Nach jüngsten von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Spekulationen über einen baldigen und kompletten Truppenabzug erklärte das Weiße Haus am Mittwoch, man bleibe dem sich rasch nähernden Ziel verpflichtet, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu eliminieren.

Der Einsatz in Syrien neige sich einem schnellen Ende zu, der IS sei fast «komplett zerstört», hieß es in der Mitteilung weiter. Ein Datum für einen Truppenabzug wurde aber nicht genannt.

(L'essentiel/bee/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • remo raffaelli am 07.04.2018 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    alles hätte schon vor 6 jahre geschehen sollen, wer und was steckt dahinter ?????

Die neusten Leser-Kommentare

  • remo raffaelli am 07.04.2018 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    alles hätte schon vor 6 jahre geschehen sollen, wer und was steckt dahinter ?????