Pastorstreit

05. August 2018 13:20; Akt: 05.08.2018 13:22 Print

Erdogan mit Sanktionen gegen US-​​Minister

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan reagiert am Samstag auf die US-Sanktionen gegen zwei türkische Minister.

storybild

Am Freitag gab Tayyip Erdogan seinen Aktionsplan bekannt. (Bild: Burhan Ozbilici)

Zum Thema

Der Konflikt zwischen den Nato-Partnern USA und Türkei um einen in der Türkei inhaftierten US-Pastor schaukelt sich weiter hoch: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete am Samstag Sanktionen gegen zwei US-Minister an, wie er in einer Fernsehansprache in Ankara bekanntgab. Er ergriff damit Vergeltungsmaßnahmen, nachdem die USA am Mittwoch ihrerseits Sanktionen gegen zwei türkische Minister verhängt hatten. Der US-Pastor Andrew Brunson steht in der Türkei unter Terror- und Spionageverdacht, Washington fordert seit langem seine Freilassung.

Erdogan sagte in der Fernsehansprache: «Bis gestern Abend haben wir uns in Geduld geübt. Heute ordne ich an: Wir werden die Vermögen der amerikanischen Minister für Justiz und Inneres in der Türkei einfrieren, falls sie welche haben.»

Zugleich warnte der türkische Präsident vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Die Türkei wolle nicht Teil eines «Spiels» mit Verlierern auf beiden Seiten sein. «Einen politischen und juristischen Streit auf die wirtschaftliche Ebene zu verlagern, schadet beiden Ländern», sagte er.

US-Pastor seit 2016 in Haft

Das Weiße Haus hatte am Mittwoch eine «unfaire und ungerechtfertigte» Verfolgung Brunsons in der Türkei beklagt und Sanktionen verhängt gegen die türkischen Minister für Justiz und Inneres, Abdulhamit Gül und Süleyman Soylu, da diese für die Festnahme und Inhaftierung des Pfarrers verantwortlich seien. Demnach wird das Vermögen der beiden Minister in den USA eingefroren, und US-Bürgern werden Geschäfte jeder Art mit ihnen verboten.

Brunson befindet sich seit Oktober 2016 unter dem Vorwurf der Spionage und der Unterstützung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sowie der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen in türkischer U-Haft. US-Präsident Donald Trump und sein Vize Mike Pence dringen seit langem auf die Freilassung des Pfarrers, der vor seiner Festnahme in der westtürkischen Küstenstadt Izmir zwei Jahrzehnte lang eine kleine Kirche betrieb. Vergangene Woche wurde Brunson zwar in den Hausarrest verlegt, doch wurde das Verfahren gegen ihn aufrecht erhalten.

Erdogan hatte im vergangenen September vorgeschlagen, Brunson gegen den in Pennsylvania im Exil lebenden Gülen auszutauschen, den Ankara als Drahtzieher des gescheiterten Militärputsches von Juli 2016 ansieht.

(L'essentiel/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jengi am 05.08.2018 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Warum haben türkische Minister Vermögen in den USA gebunkert? Wenn sie staatstreu sind, sollten ihre Gelder in türkischer Währung bei einer türkischen Bank stehen. Ansonsten könnte ihnen Trump‘s Massnahme egal sein.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jengi am 05.08.2018 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Warum haben türkische Minister Vermögen in den USA gebunkert? Wenn sie staatstreu sind, sollten ihre Gelder in türkischer Währung bei einer türkischen Bank stehen. Ansonsten könnte ihnen Trump‘s Massnahme egal sein.

    • Veritas am 06.08.2018 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      Despoten an hier Vasallen hunn ëmmer e "Plan B" am Ausland....!

    einklappen einklappen