Fertig lustig

31. Mai 2017 07:34; Akt: 31.05.2017 07:38 Print

Es wird ein heißer Sommer für Trump

Nach seiner Nahost- und Europareise wird Trump politische Weichen stellen. Der US-Präsident geht in den Kampfmodus über.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Kreml, Comey, Klima: Der US-Präsident sieht sich umstellt von bösen Mächten. Er wittert eine Verschwörung, wirft seine Twitter-Geschütze wieder an. Donald Trump ist von seiner Reise nach Nahost und Europa zurück – und er hat viel zu tun.

Am Montag ehrte er gefallene Mitglieder der US-Streitkräfte auf dem Heldenfriedhof von Arlington. Ansonsten herrscht im politischen Washington Chaos. Der US-Präsident hat nicht nur alle Hände voll damit zu tun, der Russland-Affäre Herr zu werden. Das Weiße Haus sieht sich belagert und sinnt nach Abwehrmaßnahmen.

1. Neue Berater und ein «War Room»

Nach wie vor halten sich Berichte über einen Umbau von Trumps Kommunikations- und Beraterstab im Weißen Haus. Berichten zufolge wird auch über eine Art «War Room» nachgedacht, ein Krisenzentrum, das sich mit nichts anderem als der Abwehr all dessen befassen soll, was mit der Russland-Affäre zu tun hat.

Trump möchte die ständige Ablenkung durch den Skandal loswerden. Denn eigentlich stehen eine Gesundheitsreform an, eine Steuerreform und ein gigantisches Infrastrukturprogramm. Dies alles durch den Kongress zu schieben, wird viel Energie kosten. Dem Vernehmen nach ist Stephen Bannon in dem Abwehrkampf ganz in seinem Element. Trumps Chefstratege scheint alles andere als kaltgestellt.

2. James Comey wird aussagen, Kushner gerät ins Visier

Trump braucht die Verteidigung, denn womöglich wird bereits diese Woche der gefeuerte FBI-Chef James Comey öffentlich aussagen. Zur Frage steht: Wer im Trump-Lager wusste wann was über Moskaus versuchte Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016? Und welche Rolle spielt Trumps Schwiegersohn «Prinz Jared» Kushner in alldem? Dieser soll ab Dienstag vor den Geheimdienstausschüssen des Kongresses aussagen, meldet die Nachrichtenagentur AFP.

Laut «New York Times» ließ Trump Kushner seine Unterstützung zuteilwerden: «Jared macht einen großartigen Job für das Land. Ich habe absolutes Vertrauen in ihn.» Dass es eine solche Solidaritätsbekundung überhaupt brauchte, ist bemerkenswert. Angeblich war Trump nicht so entzückt von der schlechten Presse, die dem FBI-Interesse an Kushners Russland-Kontakten folgte. Er schätzte es auch nicht, dass Kushners Schwester in China die Einwanderung nach Amerika anpries.

3. Entscheidung über das Klima-Abkommen

Neben Kushner, Kreml und Comey wird das Thema Klima Trumps Woche beherrschen. Er will entscheiden, ob die USA sich aus dem Klimaabkommen von Paris zurückziehen werden. Das Informationsportal Axios zitiert aus Trumps Umfeld, der Rückzug sei eine beschlossene Sache. Aber es gibt auch in den USA großen Druck – zum Beispiel von der Kushner-Fraktion –, das historische Vertragswerk weiterhin zu honorieren.

Womöglich wird Trump für eine Entscheidung auch die Stimmung im Land zu Rate ziehen. Der Experte Nate Silver berichtet von einer leicht bröckelnden Basis in Trumps Anhängerschaft. Die «starke Unterstützung» für ihn fiel von 30 Prozent im Februar auf knapp 22 Prozent.

Das kann für Trump gefährlicher sein als alle Russland-Ermittlungen. Die Unterstützung aus dem Kernland, die bisher auch die Republikaner in Treue fest an der Seite des Präsidenten hält, ist essenziell für Trump. Deshalb wird seine Präsidentschaft zu einem permanenten Kampf.

(L'essentiel/sut/SDA)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.