HongKong

18. November 2019 07:39; Akt: 18.11.2019 07:39 Print

Eskalation an Universität – Neue Proteste drohen

Nach schweren Zusammenstößen stehen Hongkong neue Auseinandersetzungen bevor. Es gibt Festnahmen und Verletzte. Anführer Joshua Wong verteidigt die Gewalt der Demonstranten.

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Ein Polizist hält einen Demonstranten außerhalb der Hong Kong Polytechnic Universität fest, während es am frühen Montag am Campus zu schweren Zusammenstößen mit den Demonstranten kam. (Bild: DPA/kin Cheung)

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Bei der neuen Welle der Gewalt in Hongkong ist es in der Nacht zu Montag zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Eine unbekannte Zahl von Aktivisten wurde festgenommen. Am Montagmorgen herrschte zunächst angespannte Ruhe. Doch versammelten sich wieder vermummte und schwarz gekleidete Demonstranten auf den Straßen der chinesischen Sonderverwaltungsregion und bauten Straßensperren. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften wurde mobilisiert. Dutzende junge Leute wurden festgenommen. Die Polizei warnte vor dem Einsatz von Tränengas.

Bei der Belagerung der Polytechnischen Universität war die Lage in der Nacht eskaliert, als radikale Aktivisten Brandsätze warfen und Feuer legten. Die Polizei unternahm nach Medienberichten am frühen Morgen einen Versuch, auf das Gelände vorzudringen und machte auch Festnahmen. Die Aktivisten hätten aber ein großes Feuer entzündet, um die Polizei abzuwehren, berichtete die «South China Morning Post».

Einem Teil der Demonstranten sei es später gelungen, trotz des Einsatzes von Tränengas durch die Polizei das Gelände zu verlassen und zu flüchten, während sich andere in die Universität zurückgezogen hätten. «Die Konfrontation ist vorerst ausgesetzt», sagte der demokratische Abgeordnete Ted Hui, der seit Sonntag mit den Studenten ausharrte, am Morgen der Zeitung. «Die Polizei kann nicht reinkommen, aber die Demonstranten können auch nicht raus.»

«Explosivstoffe, brennbare Materialien und gefährliche Güter»

Die Polizei bestritt, das Gelände «gestürmt» zu haben. Eine Erklärung sprach gleichwohl von einem anhaltenden Einsatz, um Demonstrationen aufzulösen und Festnahmen zu machen. «Aufrührer, die sich auf dem Gelände versammelt haben, legten Feuer und richteten schwere Schäden an», teilte die Polizei mit. «Explosivstoffe, brennbare Materialien und gefährliche Güter stellen dort auch eine Gefahr für alle dar.» Die Polizei fordere jeden auf, das Universitätsgelände zu verlassen.

Die Hochschulen der chinesischen Sonderverwaltungsregion hatten sich vergangene Woche zu einem neuen Brennpunkt der seit fünf Monaten anhaltenden Proteste entwickelt. Seit Sonntag wurden nach Angaben der Behörden 38 Menschen verletzt, davon fünf schwer. Am Montag drohten in den Straßen der asiatischen Finanz- und Wirtschaftsmetropole neue Zusammenstöße. Schwarz vermummte Aktivisten bauten neue Barrikaden und warfen Steine auf Autos, wie es in Medienberichten hieß.

Allein im Stadtviertel Tsim Sha Tsui wurden rund 100 Personen festgenommen, berichtete die «South China Morning Post». Die Polizei habe mitgeteilt, sie seien von der Polytechnischen Universität geflüchtet, hätten Straßen blockiert oder sich illegalerweise versammelt. Die Proteste in Hongkong dauern bereits seit 24 Wochenenden in Folge an und richten sich gegen die Regierung, harsches Vorgehen der Polizei sowie den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung. Der bekannte Wortführer der Proteste, Joshua Wong, verteidigte Gewalt von Demonstranten. «Mit rein friedlichem Protest werden wir unser Ziel nicht erreichen», sagte Wong der «Süddeutschen Zeitung» (Montag). «Allein mit Gewalt allerdings auch nicht. Wir brauchen beides.»

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aktivisten sind Terroristen am 18.11.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb wird es immer noch toleriert dass sogenannte 'Aktivisten' sich alles erlauben können, mit Brandsätzen und Pfeilen Menschen zu attakieren um sie schwer verletzen zu wollen? Weshalb wir dann der Polizei (sind auch Menschen) das Recht abgesprochen sich zu verteidigen um die Ordnung wieder herzustellen.

  • Veritas am 18.11.2019 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wou ass de Jang do ??? bei de Palestinenser ass hien jo ëmmer ganz Fex! Ah jo, eis Economie ass jo schon vu China ennerwandert! cfr BIL, Agricultural Bank of China Luxembourg, China Construction Bank (Europe) S.A., China Everbright Bank (Europe) S.A., China Merchants Bank Luxembourg Branch, ICBC (Europe) S.A., Bank of China (Luxembourg) S.A.) Da muss hien de Bal flaach halen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aktivisten sind Terroristen am 18.11.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb wird es immer noch toleriert dass sogenannte 'Aktivisten' sich alles erlauben können, mit Brandsätzen und Pfeilen Menschen zu attakieren um sie schwer verletzen zu wollen? Weshalb wir dann der Polizei (sind auch Menschen) das Recht abgesprochen sich zu verteidigen um die Ordnung wieder herzustellen.

  • Veritas am 18.11.2019 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wou ass de Jang do ??? bei de Palestinenser ass hien jo ëmmer ganz Fex! Ah jo, eis Economie ass jo schon vu China ennerwandert! cfr BIL, Agricultural Bank of China Luxembourg, China Construction Bank (Europe) S.A., China Everbright Bank (Europe) S.A., China Merchants Bank Luxembourg Branch, ICBC (Europe) S.A., Bank of China (Luxembourg) S.A.) Da muss hien de Bal flaach halen.

    • Also ass den Jang roueg am 18.11.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      Den Jang séet naischt geint dei leif Aktivisten an d'Chinesen waren et net.

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