Twitter-Statements

07. Januar 2021 09:44; Akt: 07.01.2021 17:39 Print

Europas Politik ist geschockt von Kapitol-​​Eskalation

Schock, Unverständnis, tiefe Sorge – die Unruhen rund um das Kapitol in Washington haben auch im Ausland deutliche Reaktionen hervorgerufen.

storybild

Viele Spitzenpolitiker werten die chaotischen Ereignisse als Angriff auf die Demokratie. (Bild: DPA)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Geschockt und mit großer Sorge haben Spitzenpolitiker in Europa auf die gewaltsamen Ausschreitungen von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump in Washington reagiert. «Es ist eine Attacke auf die Demokratie und Pressefreiheit», äußerte sich Luxemburgs Premier, Xavier Bettel (DP), auf Twitter.

«Die Feinde der Demokratie werden sich über diese unfassbaren Bilder aus Washington, D.C. freuen», schrieb der deutsche Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). EU-Ratschef Charles Michel sprach angesichts der Erstürmung des Kapitols von einem «Schock», der britische Premier Boris Johnson rief zu einer geordneten Machtübergabe in Washington auf.

Aufgebrachte Trump-Anhänger waren am Mittwoch nach einer einheizenden Rede des Republikaners vor dem Kapitol, dem Sitz des US-Parlaments, aufmarschiert, um gegen die Zertifizierung der Präsidentschaftswahlergebnisse zu protestieren. Trump hatte die Wahl im November gegen seinen Herausforderer Joe Biden verloren. Randalierer stürmten am Mittwoch das Kongressgebäude. Die beiden Kongresskammern mussten ihre Sitzungen unterbrechen, Parlamentssäle wurden geräumt, Abgeordnete in Sicherheit gebracht. Bei den Unruhen kam eine Frau ums Leben.

«Der US-Kongress ist ein Tempel der Demokratie. Die Szenen von heute Nacht in Washington, D.C. zu beobachten, ist ein Schock», schrieb EU-Ratschef Michel.

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von «schockierenden Szenen». Wie viele andere Politiker forderte der Norweger, dass das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl respektiert werden müsse. Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, sprach von «tief beunruhigenden Szenen» und sicherte der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, der Demokratin Nancy Pelosi, Solidarität zu. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell betonte: «Das ist nicht Amerika.»

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian wählte drastische Worte, die in ähnlicher Form auch viele andere Spitzenpolitiker wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in den Mund nahmen: «Die Gewalttätigkeiten gegen die amerikanischen Institutionen sind ein schwerer Angriff auf die Demokratie.» Scholz führte die Ereignisse auch auf Trumps Präsidentschaft zurück: «Präsident Trump hat das Land tief gespalten – nun zeigt sich, wie sehr.»

Zugleich brachten viele Politiker ihr Vertrauen in die US-Demokratie zum Ausdruck. «Ich glaube an die Stärke der US-Institutionen und -Demokratie», schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter. «Die friedliche Machtübergabe steht im Mittelpunkt.» Sie freue sich darauf, mit Joe Biden, der die US-Präsidentschaftswahl gewonnen habe, zusammenzuarbeiten.

Der britische Regierungschef Johnson sagte, nun sei es «entscheidend, dass es zu einer friedlichen und geordneten Machtübertragung kommt».

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De_klenge_Fuerzkapp am 07.01.2021 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Über sowas seid ihr alle geschockt . . . über Waldbrände, das aussterben von Tieren, Krieg und das beklauen von Bürgern und Armut seid ihr nicht geschockt.

  • Aarbechtsdeier am 07.01.2021 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De klenge Fuerzkapp Gut gebrüllt Löwe

  • Phil am 07.01.2021 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wéi war dat nach leschters zu Berlin... do hun sie dach och den Reichstag gestürmt... ouni dass Wahlen waren. Wéi war et mat den BLM Opstänn géint d'Demokratie zu Minneapolis an Seattle Do huet sech awer keen drems bekëmmert, ausser dass sie nach de Bückling virun den Chaoten an Randaléirer gemat hun. Mä wann et heescht, géint den Trump ze goen, do sin sie all dëck do. Anscheinend soll de lënken Flillek vun der demokratescher Partei net ganz onschëlleg betreffend den Onrouen zu Washington gewiescht sin.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Octopus am 09.01.2021 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind geschockt von der Europapolitik!!!

  • Aarbechtsdeier am 07.01.2021 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De klenge Fuerzkapp Gut gebrüllt Löwe

  • Phil am 07.01.2021 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wéi war dat nach leschters zu Berlin... do hun sie dach och den Reichstag gestürmt... ouni dass Wahlen waren. Wéi war et mat den BLM Opstänn géint d'Demokratie zu Minneapolis an Seattle Do huet sech awer keen drems bekëmmert, ausser dass sie nach de Bückling virun den Chaoten an Randaléirer gemat hun. Mä wann et heescht, géint den Trump ze goen, do sin sie all dëck do. Anscheinend soll de lënken Flillek vun der demokratescher Partei net ganz onschëlleg betreffend den Onrouen zu Washington gewiescht sin.

  • De_klenge_Fuerzkapp am 07.01.2021 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Über sowas seid ihr alle geschockt . . . über Waldbrände, das aussterben von Tieren, Krieg und das beklauen von Bürgern und Armut seid ihr nicht geschockt.