Gibraltar

19. August 2019 07:11; Akt: 19.08.2019 07:11 Print

Festgesetzter Öltanker nimmt Fahrt auf

Das britische Überseegebiet will den iranischen Öltanker Grace 1 nicht beschlagnahmen. Dieser hat jetzt einen neuen Namen.

storybild

Es geht weiter: Die Grace 1 setzt unter dem Namen Adrian Darya und unter iranischer Flagge ihre Fahrt fort. (17. August 2019) (Bild: Marcos Moreno)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der vor mehr als sechs Wochen festgesetzte Supertanker Grace 1 mit iranischem Öl hat Gibraltar verlassen. Dies bestätigte der iranische Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad.

Laut der auf den Schiffsverkehr spezialisierten Internetseite Marine Traffic setzte sich der inzwischen in Adrian Darya umbenannte Tanker am Sonntagabend in Bewegung und fuhr in der Nacht zum Montag Richtung Osten. Das Ziel des Tankers war jedoch weiter unklar. Der iranische Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad, meldete in der Nacht zum Montag auf seiner Instagram-Seite, der Tanker sei nach 45 Tagen vor Gibraltar in Richtung internationale Gewässer unterwegs.

Die Behörden Gibraltars bestätigten dies zunächst nicht. Zuvor hatte Gibraltar die Forderung der USA zurückgewiesen, den Tanker dauerhaft zu beschlagnahmen. Die USA argumentierten, der tatsächliche Eigentümer des Tankers sei die iranische Revolutionsgarde. Das Öl an Bord sei 130 Millionen Dollar wert, die für die von den USA als Terrororganisation eingestufte Revolutionsgarde bestimmt seien. Gibraltar erklärte dagegen, anders als in den USA gelte diese in der EU, in Großbritannien und Gibraltar nicht als Terrororganisation und es gebe dort keine Entsprechung für US-Sanktionen gegen den Iran.

Fracht des Tankers soll nicht nach Syrien

Die Behörden des britischen Gebiets hatten die Grace 1 am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten aufgebracht. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstößt.

Am Donnerstag gab das Oberste Gericht Gibraltars die Grace 1 wieder frei. Teheran hatte dem britischen Gebiet an der Südspitze Spaniens zuvor schriftlich versichert, dass die Fracht nicht nach Syrien gebracht werde.

Das Außenministerium in London betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten. Teheran teilte mit, der Tanker fahre nun unter iranischer Flagge. Nach Auskunft der Schiffsagentur Astralship in Gibraltar, die mit organisatorischen und logistischen Aufgaben des Schiffs beauftragt wurde, sollte eine neue Besatzung bestehend aus indischen und ukrainischen Staatsangehörigen die bisherigen Seeleute an Bord ersetzen.

Hoffnung auf eine Deeskalation der Spannungen

Der Tanker wurde Anfang Juli nahe Gibraltar festgesetzt. Kurz darauf setzte der Iran seinerseits einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker, die Stena Impero, fest. Sie wird weiterhin von Teheran festgehalten. Analysten gehen davon aus, dass nach der Freilassung der Adrian Darya 1 auch die Stena Impero ihre Fahrt bald fortsetzen kann.

Der Fall hatte die diplomatischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten verschärft. Nun wächst die Hoffnung auf eine Deeskalation in dem schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und mehreren westlichen Ländern, darunter Großbritannien und den USA.

(L'essentiel/chk/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.