Scharfe Töne aus Pjöngjang

08. Juli 2018 13:55; Akt: 08.07.2018 13:56 Print

Forderungen der USA sind «gangstermäßig»

Die Nordkorea-Gespräche von US-Außenminister Mike Pompeo erfahren unterschiedliche Wertungen. Nordkorea machte schwere Vorwürfe an die Adresse der USA.

US-Außenminister Mike Pompeo hat in Pjöngjang insgesamt mehr als acht Stunden mit Kim Yong-chol, einem der engsten Mitarbeiter Kim Jong-uns, beraten. (Video:Tamedia/AFP)

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Die Annäherung zwischen den USA und Nordkorea hat einen Dämpfer erhalten: In einer ersten Reaktion hatte das nordkoreanische Außenministerium der US-Seite noch am Samstagabend vorgeworfen, mit einer «gangstermäßigen Forderung» einseitig Druck auf Nordkorea auszuüben, um das Land zur atomaren Abrüstung zu zwingen. Die Haltung der US-Delegation sei «sehr enttäuschend» gewesen.

Nordkorea verwahrte sich gegen die Forderung nach einer unumkehrbaren Denuklearisierung und drohte mit dem Scheitern der Bemühungen um die atomare Abrüstung in Korea. Die USA beharrten auf einer einseitigen kompletten, nachprüfbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung Nordkoreas, wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag aus einer Erklärung des Außenministeriums zitierte.

Pompeo bleibt bei positiver Einschätzung

Von Pompeo gab es nach seinen Gesprächen in Pjöngjang eine andere Einschätzung. In einer ersten Reaktion sprach er am Samstag von Fortschritten «in fast allen zentralen Fragen». Es sei aber «an einigen Punkten noch Arbeit zu tun».

Nordkorea meine es mit seinen Zusagen einer vollständigen Denuklearisierung ernst, sagte er laut Poolbericht mitreisender US-Journalisten. Arbeitsgruppen sollten nun Details etwa zur Überprüfung der Schritte zur Denuklearisierung ausarbeiten.

Schwieriger Weg

Pompeo hatte in Pjöngjang am Freitag und Samstag insgesamt mehr als acht Stunden mit Kim Yong-chol, einem der engsten Mitarbeiter von Machthaber Kim Jong-un, beraten. Pompeo flog von Nordkorea aus nach Tokio, um Japan und Südkorea über die Gespräche zu informieren.

Nach Treffen mit seinen Amtskollegen aus Japan und Südkorea verwahrte sich Pompeo am Sonntag in Tokio gegen die Vorwürfe Nordkoreas, «gangsterartige» Forderungen gestellt zu haben.

Bei den Gesprächen in Pjöngjang habe es keinen Widerspruch gegeben, als der Umfang der Denuklearisierung erwähnt wurde. «Der Weg, der vor uns liegt, wird schwierig sein, und wir wissen, dass Kritiker versuchen werden, unsere Erfolge kleinzureden», sagte er.

Arbeitsgespräche kommende Woche

Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte, Pompeo sei bei den Punkten hart geblieben, auf die sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei ihrem Gipfeltreffen in Singapur geeinigt hätten: Komplette Denuklearisierung, Sicherheitsgarantien und die Rückführung der im Korea-Krieg 1950-53 gefallenen amerikanischen Soldaten in die USA.

Zu letzterem Punkt würden am 12. Juli Gespräche auf Arbeitsebene an der innerkoreanischen Grenze aufgenommen. Der nordkoreanische Staatschef hatte im Juni bei einem historischen Gipfeltreffen mit US-Präsident Trump die vollständige Denuklearisierung seines Landes zugesagt. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden jedoch nicht genannt, weshalb die Vereinbarung als zu vage kritisiert wird.

Trump hatte Nordkorea als Gegenleistung Sicherheitsgarantien angeboten. Die USA sagten zudem gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea ab.

(L'essentiel/kko/sda)

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