Ungarn
06. August 2015 11:51; Akt: 06.08.2015 12:00 Print
Geheimagenten tarnen sich als Flüchtlinge
Im Kampf gegen Schlepper mischen sich Spione des ungarischen Geheimdienstes unter Flüchtlinge.
Ungarn will mit allen Mitteln Flüchtlinge abwehren, die vom Balkan her über seine Grenzen - und damit in die EU - gelangen. Dabei greift das Land auch zu unkonventionellen Methoden.
Bildstrecken Flüchtlinge wählen den Veloweg über den BalkanLaut dem Nachrichtenportal «Pester Lloyd» geben sich Agenten des ungarischen Geheimdienstes als Migranten aus, um Menschenschmuggler dingfest zu machen. Inkognito begleiten sie Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan auf ihrem Weg von der Türkei bis über die serbisch-ungarische Grenze - und spionieren so Schlepperrouten und -netzwerke aus.
Die Ermittlungen führten am Montagabend zur Festnahme von drei ungarischen Grenzpolizisten. Die Verhafteten sollen den Schleppern gegen Geld interne Informationen über Grenzpatrouillen verraten und ihnen geholfen haben, Menschen über die Grenze zu schmuggeln, schreibt die österreichische Nachrichtenagentur APA.
Milizen gegen illegale Einwanderung
Auch die ungarische Bevölkerung geht seit Wochen auf «Flüchtlingsjagd». Die Zeitung «Der Standard» berichtet von zivilen Grenzjägern, die Tag und Nacht die Wälder und Straßen in der südlichen Gemeinde Asotthalom patrouillieren. Ihre Beobachtungen melden sie der Polizei. Im Internet organisieren sich zudem rechtsradikale Bataillons mit dem Ziel, illegale Migranten aufszupüren.
Nicht nur das: Solidarität mit den Migranten, die oft erschöpft und hungrig sind, zeigt kaum einer. Einem Flüchtling eine Flasche Wasser oder ein Stück Brot zu reichen, wird laut «Der Standard» unter den Einwohnern der Gegend als «Flüchtlingshilfe» verstanden - und dies sehen sie als ein Vorstoss gegen die konventionellen Verhaltensnormen.
Zaun im Eiltempo
Seit Anfang dieses Jahres fährt die ungarische Regierung eine Kampagne gegen illegale Einwanderer. Viele Flüchtlinge werden in völlig überfüllten Lagern regelrecht eingesperrt. Im Eiltempo errichtet die Armee zudem einen rund 175 Kilometer langen und vier Meter hohen Zaun, um seine südliche Grenze zu Serbien faktisch zu schließen.
In diesem Jahr kamen fast 100.000 Asylbewerber nach Ungarn, im gesamten Jahr 2014 waren es weniger als 43.000 gewesen. In den vergangenen Wochen nahm der Zustrom zu, nachdem ein Musterabschnitt des Zauns an der Grenze errichtet worden war. An einigen Tagen waren es mehr als 1500 Flüchtlinge. 80 Prozent davon sind Kriegsflüchtlinge und die meisten sehen das Land als Transitland. In Ungarn wollen sie nicht bleiben.
(L'essentiel/kle)
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