Strassburg

17. Februar 2021 18:09; Akt: 17.02.2021 18:09 Print

Gerichtshof fordert die Freilassung Nawalnys

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland aufgefordert, den inhaftierten Kreml-Kritiker Alexej Nawalny sofort freizulassen.

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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland aufgefordert, Oppositionsführer Alexej Nawalny unverzüglich aus der Haft zu entlassen. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gab es damit einem Antrag Nawalnys auf einstweilige Maßnahmen statt. Diese sind laut Gericht verbindlich und werden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr auf irreparablen Schaden gewährt. Die Art und das Ausmaß der Gefahr für Nawalnys Leben sei in der Entscheidung berücksichtigt worden, hieß es.

Russland reagierte prompt: Der Vize-Vorsitzende des Duma-Rechtsausschusses, Michail Emeljanow, hält es der Agentur Interfax zufolge für unwahrscheinlich, dass sein Land der Forderung nachkommen werde. Er verwies auf die neue Verfassung, die nationale Interessen Russlands über internationales Recht stellt.

Nawalny bedankt sich auf Instagram für die Unterstützung

Der Kremlkritiker war vor mehr als zwei Wochen in einem heftig kritisierten Prozess zu dreieinhalb Jahren Straflager verurteilt worden. Er soll gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte. Ihm werden aber ein mehrmonatiger Hausarrest und Haftzeiten angerechnet, so dass seine Anwälte von zwei Jahren und acht Monaten ausgehen. Das Urteil in diesem früheren Verfahren hatte das Menschenrechtsgericht 2017 als offenkundig unangemessen bezeichnet.

Der Gerichtshof teilte mit, dass Nawalny im Januar eine weitere Beschwerde gegen Russland eingereicht hatte. Zeitgleich habe er um seine Freilassung als einstweilige Maßnahme gebeten. Ob die neue Beschwerde Nawalnys vom Gericht zugelassen wird, ist noch offen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat. Gemeinsam setzen sie sich für den Schutz der Menschenrechte in ihren 47 Mitgliedstaaten ein. Sie sind keine Organe der Europäischen Union.

Nawalny bedankte sich unterdessen für den Beistand seiner Anhänger. «Ich möchte sagen, dass es mir gut geht, denn ich habe das Wichtigste, was ein Mensch in meiner Situation braucht: eure Unterstützung», hieß es auf dem Instagram-Account des 44-Jährigen. «Glaubt mir, ich spüre sie.»

(L'essentiel/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Immer das gleiche am 17.02.2021 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Europa ankündigt, das es KEINE Geschäfte mehr mit Russland führen wird, bis Russland den wieder Freigelassen hat, ist die Geschichte innerhalb 1 Woche erledigt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Immer das gleiche am 17.02.2021 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Europa ankündigt, das es KEINE Geschäfte mehr mit Russland führen wird, bis Russland den wieder Freigelassen hat, ist die Geschichte innerhalb 1 Woche erledigt

    • Sam123 am 18.02.2021 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      Gute Idee! Europa stoppt seine Handelsbeziehungen mit dem weltweit grössten Land der Erde welches darüber hinaus die meisten Rohstoffe weltweit besitzt. Europa heizt sich dann mit .... ????, anstatt russischen Gas. Und Russland wendet sich von Europa nach Asien ab! Wenn es europäische Waren braucht, so importiert es dieselben über ein asiatisches Drittland und Russland liefert seine Rohstoffe im Gegenzug nach Asien! Sie haben eine komische Vorstellung der Welt!

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