Heimweg vom Klimagipfel

15. Dezember 2019 13:31; Akt: 15.12.2019 16:14 Print

Greta sitzt in überfülltem Zug auf dem Boden

Die mit Abstand längsten Verhandlungen bei einer Weltklimakonferenz sind zu Ende. Auch Greta Thunberg war einige Tage am Gipfel mit dabei.

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Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat den Mangel an Fortschritten bei der UNO-Klimakonferenz in Madrid scharf kritisiert. Es sehe so aus, als würde die Konferenz gerade scheitern, schrieb die 16-Jährige am späten Samstagabend auf Twitter.

«Die Wissenschaft ist eindeutig, aber die Wissenschaft wird ignoriert.» An dem Kampf, den sie zusammen mit ihren Mitstreitern gegen die Klimakrise führe, ändere das aber nichts: «Was auch immer passiert: Wir werden niemals aufgeben. Wir haben gerade erst angefangen», twitterte Thunberg, die selbst einige Tage lang bei dem Gipfel dabei war.

Auf ihrem Heimweg meldete sich Thunberg noch einmal per Twitter aus einem ICE-Zug in Deutschland, der sie zurück nach Schweden brachte. «Ich reise in einem überfüllten Zug durch Deutschland. Und endlich auf dem Nachhauseweg!»

Es sah ganz danach aus, dass die junge Klimaaktivistin keinen Platz im überfüllten Zug gefunden hatte. Auf Twitter reihten sich bereits die negativen Bemerkungen dazu. «Willkommen in Deutschland, die öffentlichen Verkehrsmittel sind eine Katastrophe hier», lautete noch einer der freundlicheren Kommentare.

Das Bahnunternehmen lässt das aber nicht auf sich sitzen und antwortet auf Twitter der 16-Jährigen: «Liebe #Greta, danke, dass Du uns Eisenbahner im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt! Wir haben uns gefreut, dass Du am Samstag mit uns im ICE 74 unterwegs warst. Und das mit 100 Prozent Ökostrom», beginnt die Nachricht freundlich.

Greta beschwichtigt

Doch dann legen die Social-Media-Verantwortlichen der Deutschen Bahn nach: «Noch schöner wäre es gewesen, wenn Du zusätzlich auch berichtet hättest, wie freundlich und kompetent Du von unserem Team an Deinem Sitzplatz in der Ersten Klasse betreut worden bist.»

Mittlerweile hat sich Greta erneut auf Twitter gemeldet. Der Bahn macht sie keinen Vorwurf, da ihr Zug gestrichen werden musste: «Wir saßen in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden. Nach Göttingen habe ich einen Sitzplatz erhalten.» Greta findet überfüllte Züge nichts schlimmes: «Sie sind ein gutes Zeichen, denn sie bedeuten, dass die Nachfrage nach Zugreisen hoch ist.»

An der UNO-Klimakonferenz ist das Plenum nach einer 40-stündigen Verlängerung zu seiner Abschlusssitzung zusammengekommen. Die Delegierten versammelten sich am Sonntagvormittag in Madrid, um die Beschlüsse der Konferenz abzusegnen.

In der spanischen Hauptstadt hatten zuvor die mit Abstand längsten Verhandlungen bei einer Weltklimakonferenz stattgefunden. Bisheriger Rekordhalter als längste UNO-Klimakonferenz war laut erfahrenen Klimareportern das Treffen 2011 im südafrikanischen Durban, das um 6.30 Uhr geendet hatte.

«Es ist ein harter Kampf»

Trotz dem langen Überziehen lagen die knapp 200 vertretenen Staaten in ihren Positionen zuletzt noch weit auseinander. «Es ist ein harter Kampf, hier wenigstens keine Rückschritte zu erleiden», hieß es am Morgen aus Kreisen der deutschen Delegation.

Beobachter schlossen ein Scheitern beim zentralen Verhandlungspunkt nicht aus. Es war lange unklar, ob eine Einigung auf Regeln für den internationalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften gelingt. Dies war eines der wenigen konkreten Verhandlungsziele der diesjährigen UNO-Konferenz, die seit dem 2. Dezember tagt.

Etliche Delegierte waren inzwischen abgereist, darunter die meisten Minister. Viele Umwelt- und Hilfsorganisationen hatten die Konferenz schon abgeschrieben – was hier geschehe, werde der beim Klimaschutz gebotenen Eile nicht gerecht, kritisieren sie.

Beobachter schließen Scheitern nicht aus

Beobachter schlossen ein Scheitern beim zentralen Verhandlungspunkt nicht aus. Im Zentrum steht der Artikel Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens. Bei dem vorliegenden Textentwurf für diesen Artikel sei ungewiss, ob die Entwicklungsländer und kleinen Inselstaaten zustimmen könnten, sagte Yamide Dagnet von der Umwelt-Denkfabrik World Resources Institute am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Möglicherweise würden die Verhandlungen über darin vorgesehene Einbeziehung von Marktmechanismen in den Klimaschutz daher vertagt. Die Chefin des Climate Action Network Canada, Catherine Abreu, sagte der AFP, der aktuelle Textentwurf zu Artikel 6 sei «eine tickende Zeitbombe», weil er die Übertragung von Emissionszertifikaten aus der Zeit des Kyoto-Protokolls erlaube. Der Text verletze «alle Grundsätze der San-José-Gruppe», so dass deren Länder kaum zustimmen könnten.

Damit würde das sogenannte Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Abkommens vorerst unfertig bleiben. Die übrigen Umsetzungsregeln waren bereits bei der Weltklimakonferenz vor einem Jahr in Kattowitz beschlossen worden.

(L'essentiel/chk/kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sauber am 15.12.2019 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nun, die Darstellung, "datt datt arm Kand" auf dem Boden sitzend im Zug transportiert wurde, scheint ja nicht ganz korrekt zu sein; denn anderweitige Medien berichten darüber, dass Gretel sehr wohl einen Sitzplatz erster Klasse innehatte. Gretels Schmierentheater schein immer noch kräftig den gesunden Menschenverstand einiger hörigenden Jüngern zu benebeln!

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  • Kritiker am 15.12.2019 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Och, dat arm Kand mit neuer Showeinlage!!! Wer diese ferngesteuerte Marionette-Puppe noch ernst nimmt, bestätigt die Medien-Massen-Gehirnwäsche.

  • irgendeen am 15.12.2019 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow, Marionette.... Hat as en Kand an et kennt dobai dass daat Bild wou et um Buedem setzt net am ICE 74 entstaan wou et eicht Klass gefuer as mais an engem vun den 2 Ersatzzich dei et huet missen huelen well deen vun Basel annuleiert gin as. Et huet am Post net behaapt dass et am ICE as. Am Hannergrond gesait een en deel vum Wagon deen bessen ze aal ausgesait dass et een vun engem ICE kann sin...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Manni am 16.12.2019 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat ferngesteiert Greta zitt eng gut Show of, kurz eng Foto um Bueden gemeet, dann zreck an A-Klass, dat huet eng mat der Ratsch.

  • Julie am 16.12.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schön zu sehen dass das Interesse an Greta weiter zunimmt

    • FrdaysForHubraum am 16.12.2019 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      Pustekuchen! #wirsindmehr (FridaysForHubraum) lol!

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  • Betty am 16.12.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wann och all déi aner Ministeren géingen Zuch fueren keimen se vlait op d'Idee dass ee méi misst an den ëffentlechen Transport investéieren. Mee an hirem Regierungsfliiger op 10000m Heicht wäerten se dat ni mierken.

  • Lambert Schlechter am 16.12.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    wat armséilech Komentaren shoot the messenger, welcome in Trump's world

    • Jang den Nettblannen am 16.12.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      D'Gréidel haat een 1 Klasse Ticket. Hatt verdommt d'Leit. ass schlemm genuch daat erwuessen Leit op hatt an sein Entourage rafaalen

    • Hmm ja hää am 16.12.2019 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      Was ist denn Gretas "Entourage"? Und warum darf sie nicht 1. Klasse reisen?

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  • Léon am 16.12.2019 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Les verts du gouvernement luxembourgeois eux ils prennent l’avion pour se déplacer.

    • Zusammenhang am 16.12.2019 11:19 Report Diesen Beitrag melden

      Was hat das mit dem Artikel zu tun?

    • jempy am 16.12.2019 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      Non, ils ont aussie les petite Voitures comme les BMW 7, Mercedes class S et Audi A8 qui consomme entre 15 et 20/100km (payer par les contribuables)

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