Ticker – Europa/Welt

06. April 2020 18:32; Akt: 06.04.2020 20:19 Print

Cuomo sieht New York am Corona-​​Höhepunkt

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Weltweit herrscht der Ausnahmezustand. Alle News im Ticker.

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Das Wichtigste in Kürze:

• Das neue Coronavirus breitet sich immer weiter aus. 203 Länder, Gebiete und Territorien sind betroffen.

• Weltweit sind mehr als eine Million Menschen erkrankt, mehr als 70.000 Menschen sind gestorben. (Stand 5. April) Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

• Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer Pandemie. Noch wurde kein Impfstoff gegen das Virus gefunden.

• Im Großherzogtum gibt es bislang 2843 bestätigte Fälle, 41 Menschen sind gestorben. Alle Infos dazu finden Sie im Luxemburg-Newsticker.


Newsticker:

Montag, 6. April 2020

19.58 Uhr – New York

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sieht für den besonders heftig vom Coronavirus getroffenen Bundesstaat Licht am Ende des Tunnels. Zwar sei die Zahl der in der Pandemie gestorbenen in New York im Vergleich zum Vortag um 599 auf 4758 gestiegen, dies liege jedoch im Bereich der Vortage, sagte Cuomo am Montag auf seiner täglichen Pressekonferenz. Zudem sei die Zahl der neu in die Krankenhäuser Eingelieferten deutlich zurückgegangen, genauso wie die Zahl der Intubierten. Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten liege nun bei mehr als 130.000.

Cuomo warnte die New Yorker aber davor, nun nachlässig zu werden und das Virus zu unterschätzen. «Es ist nicht die Zeit, um Frisbee mit Deinem Freund im Park zu spielen». Die Schließung aller nicht «lebenswichtigen» Geschäfte und Schulen ließ Cuomo bis Ende April verlängern. Er betonte dabei, dass das Gesundheitssystem «an seiner Kapazitätsgrenze» sei, dies werde in den kommenden Tagen so bleiben. Es könnte auch sein, dass die Zahlen wieder ansteigen werden. Die Situation sei vor allem eine heftige Bürde für das medizinische Personal, das unter heftigem Druck stehe.

Derweil haben die USA die Schwelle von 10.000 Coronavirus-Toten überschritten. Die Zahl der Infektionen stieg bis Montagnachmittag nach Angaben der John-Hopkins-Universität auf rund 350.000 – weit mehr als in jedem anderen Land.

18.51 Uhr – Türkei hat ein Herz für Tiere

Streunende Katzen und Hunde gehören in Istanbul zum Straßenbild. Die türkische Regierung hat ein Herz für Tiere. Sie will auch in Corona-Zeiten die Vierbeiner schützen. Weil die bei der Bevölkerung beliebten Streuner zur Zeit weniger gefüttert werden, hat das Innenministerium in einem Brief die lokalen Behörden aufgefordert, Essen für die Tiere bereit zu stellen. Das Futter für die Tiere, die übrigens von Tierschützern regelmäßig flächendeckend geimpft werden, soll bei Parks und Gärten bereit stehen. Dies bericht die Zeitung Daily Sabah.

18.27 Uhr – Großbritannien

Die Zahl der Toten in Großbritannien ist um 439 gestiegen. Stand Sonntagnachmittag seien 5373 Todesfälle verzeichnet nach 4934 am Vortag, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der bekannten Infektionsfälle habe am Montagmorgen 51'608 erreicht.

17.49 Uhr – Norwegen hat Pandemie unter Kontrolle

Die norwegische Regierung hat die Verbreitung des neuartiges Coronavirus in ihrem Land nach eigenen Angaben unter Kontrolle gebracht. Neue Zahlen zeigten, dass jede mit dem Virus infizierte Person derzeit wahrscheinlich im Durchschnitt 0,7 andere Menschen damit anstecke, sagte Gesundheitsminister Bent Høie am Montag auf einer Pressekonferenz in Oslo. Vor der Einführung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 habe dieser Wert noch bei 2,5 gelegen. «Das bedeutet, dass man die Corona-Epidemie unter Kontrolle bekommen hat», sagte Høie. Von einer frühzeitigen Abkehr von den Corona-Maßnahmen riet er jedoch ab.

Bis Montag sind in Norwegen 5755 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. 59 Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind bislang gestorben. Die norwegische Regierung hatte Mitte März strikte Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung eingeführt. Unter anderem sind die Grenzen für Ausländer geschlossen. Norweger, die in ihre Heimat zurückkehren, müssen 14 Tage lang in Quarantäne. Schulen und Kindergärten sind ebenso bis einschließlich Ostern geschlossen wie Kirchen, Unis und weitere Einrichtungen.

17.27 Uhr – Thailand

Thailand verhängt in der Corona-Krise einen Stopp für internationale Passagierflüge in das südostasiatische Land. Der bislang kurzfristige Bann wird bis zum 18. April verlängert, wie die Flugbehörde am Montag mitteilte.

Ausnahmen gelten für Fracht-, Hilfs- und Militärflüge, aber auch für Rückholaktionen. Inlandsflüge sind weiter gestattet, aber viele Fluggesellschaften haben ihren Betrieb eingestellt. In Thailand gilt seit dem 26. März der Ausnahmezustand. Bisher wurden dort nach Angaben des Gesundheitsministeriums 2220 Coronavirus-Fälle verzeichnet, 51 Menschen starben.

Im Rahmen des weltweiten Rückholprogramms des Auswärtigen Amtes werden derzeit Deutsche mit Sonderflügen aus Thailand nach Hause gebracht. Nach Angaben der deutschen Botschaft startet am Donnerstag der letzte Condor-Sonderflug von Bangkok nach Frankfurt.

16.30 Uhr – Corona-Sitcom

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Tschechien macht die Coronavirus-Pandemie zum Thema einer Sitcom. Die Dreharbeiten für die neue Serie mit dem Titel «Die Liebe in Zeiten von Corona» sollen bereits in einer Woche beginnen, wie eine Sprecherin des Senders CT am Montag mitteilte.

Man habe sich entschlossen, gegen die derzeitige belastende Situation mit Humor anzukämpfen. In sechs Episoden sollen unter dem Motto «ein Haus, drei Generationen, eine globale Pandemie» die Erlebnisse der Bewohner einer Prager Mietskaserne erzählt werden. Hauptfiguren sind der Teenager Franta, dessen Eltern im Ausland hängengeblieben sind, und der Rentner Libor, der auf einmal allein für sich sorgen muss. Und dann ist da noch das junge Ehepaar Petr und Anna, deren Beziehung unter den Bedingungen der Quarantäne auf die Probe gestellt wird.

Die Dreharbeiten finden mit einer Minimalbesetzung statt, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. So sollen die Kameras ferngesteuert werden. Erster Ausstrahlungstermin ist der 27. April. In Tschechien gab es bis Montag 4591 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Bis dahin sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums 72 Menschen gestorben.

16.22 Uhr – Massen von Chinesen stürmen nach Lockerungen nach draußen

Die chinesischen Gesundheitsbehörden warnten, dass von der Corona-Pandemie nach wie vor Gefahr ausgehe - doch vielerorts schlugen Menschen diese Warnungen in den Wind. Im ganzen Land habe es einen regelrechten Run auf beliebte Ausflugsziele gegeben, berichtet CNN.

Bilder vom Huang Shan-Gebirge zeigen den Anstrum von Menschenmassen, die nach dem mehrmonatigen Lockdown und Reisebeschränkungen zu Berg stürmen. Nicht alle Besucher trugen eine Schutzmaske.

Der Ansturm auf das Wanderziel in der Provinz Anhui im Süden Chinas war so enorm, dass die Behörden im Verlauf des Wochenendes mitteilten, dass die Kapazitäten von 20.000 Besuchern erschöpft seien und keine weiteren Wanderlustige mehr empfangen würden.

Auch in Shanghai oder in Peking strömten die Massen an die Luft, eben erst wieder geöffnete Restaurants verlangten nach Reservationen.

Während die chinesische Regierung die Restriktionen Schritt für Schritt lockert, warnen chinesische Gesundheitsexperten die Öffentlichkeit, sich nun wieder allzu sorglos und schutzlos in der Öffentlichkeit zu bewegen. «China hat das Ende der Epidemie noch nicht gesehen, wir sind aber in einem neuen Stadion», sagt etwa Chef-Epidemologe Zeng Guang.

15.53 Uhr – Tschechien erwägt Lockerung von Maßnahmen

Die tschechische Regierung erwägt eine Lockerung ihrer Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Wenn das Wachstum der Neu-Infektionen in den kommenden Tagen weiter abflache, könnten ab Donnerstag einige Geschäfte wieder öffnen und einige Aktivitäten im Freien wieder zugelassen werden, sagt Gesundheitsminister Adam Vojtech. Denkbar wäre dies bei Baumärkten und Schreibwarenläden sowie bei Sportarten wie Tennis. Tschechien gehört zu den europäischen Ländern, die wegen des Virus-Ausbruchs besonders früh besonders strenge Maßnahmen ergriffen haben.

15.31 Uhr – Drive-by-Beerdigungen in Madrid

In Madrid, dem spanischen Corona-Epizentrum, werden mittlerweile Drive-in-Beerdigungen abgehalten: Alle 15 Minuten fährt laut CNN ein mit einem Sarg beladener Leichenwagen beim Krematorium des Friedhofs La Almudena vor. Dann kommt Vater Edduar heraus und begrüsst Angehörige, die maximal zu fünft erscheinen dürfen.

Der Fahrer des Leichenwagens öffnet dann den Kofferraum und der katholische Priester betet und segnet den Sarg mit Weihwasser und dem gebotenen Abstand. Wen man möglicherweise ein Leben lang gekannt hatte, muss man jetzt innert Minuten verabschieden. Nach fünf Minuten ist die Zeremonie beendet, die Angehörigen, viele davon tragen Masken und Handschuhe, können sich nur aus der Distanz verabschieden.

In Spanien sind insgesamt mehr als 13.000 Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Allerdings ist der Anstieg hier und bei den Neuinfektionen nicht mehr so steil wie noch vor einigen Tagen.

15.17 Uhr – Quarantäne für Einreisende nach Deutschland

Einreisende nach Deutschland sollen sich ab Freitag verpflichtend zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Ausnahmen gebe es für Berufspendler, nachweislich wichtige Geschäftstermine und Personen im Güterverkehrssektor, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

15.13 Uhr – Galizien: Geschäftsmann wegen Diebstahls festgenommen

Die Polizei von Galizien hat einen Geschäftsmann aus Santiago de Compostela festgenommen. Er soll am Diebstahl von etwa zwei Millionen Schutzmasken beteiligt gewesen sein, die in einem Schiff gelagert worden waren. Das in einer Lagerhalle sichergestellte Diebesgut sollte wohl nach Portugal weiterverkaufen werden.

Noch ist unklar, wann genau der Diebstahl der Masken stattfand. Die Täter seien sich aber voll und ganz bewusst gewesen, dass sie dringend benötigtes Material im Kampf gegen die Krankheit stahlen, als dieses auf dem Markt bereits knapp geworden war, schreibt El Mundo.

Der Polizei zufolge hätten sich die Diebe auch allein auf das gefragteste Material gestürzt und andere, ebenfalls dort gelagerte Waren wie Stiefel oder Medikamentenschränke zurückgelassen. Die Masken wurden fast vollständig gestohlen – es blieben nur noch etwa 1000 übrig.

Das gesamte gestohlene Material hat einen Wert von ungefähr fünf Millionen Euro. Die Diebe hatten die Masken alle ausgepackt, um ihre Herkunft zu verschleiern.

14.44 Uhr – Premierministerin lobt Osterhase und Zahnfee

Die Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern, hat den Osterhasen und die Zahnfee gelobt: Die neuseeländische Regierung betrachte beide «als wichtige Helfer». Kinder sollen jetzt aber Verständnis dafür haben, sollten die beiden zur Zeit ausgelastet sein und dieses Jahr nicht bei jedem vorbeikommen können, so Ardern: «Ich sage also den Kindern von Neuseeland: Wenn der Osterhase dieses Jahr bei euch nicht vorbei schaut, müssen wir das verstehen. Es ist für ihn im Moment sehr schwierig ist, überall hin zu gelangen.»

In Zeiten der Ausgangssperren rief die Premierministerin zu einer etwas anderen Art der Eier- und Nestersuche auf: Sie sollten bunte Ostereier in die Fenster stellen, so dass die Nachbarskinder quasi von außen Jagd darauf machen könnten.

In Neuseeland gilt seit dem 26. März ein nationaler Lockdown.

14.08 Uhr –Positive Tendenz hält an - Spanien beginnt zu hoffen

Im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Spanien hat sich die positive Tendenz der letzten vier Tage Tage fortgesetzt. Binnen der letzten 24 Stunden seien nur noch knapp 4300 Neuinfektionen registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mit. Das ist der niedrigste Wert seit dem 22. März. Die Gesamtzahl der Menschen, die sich in Spanien nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg damit auf gut 135.000.

Bei den neu registrierten Todesfällen meldeten die Behörden die niedrigste Zahl seit dem 24. März: 637. Seit Beginn der Krise starben damit 13'055 Menschen, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Gleichzeitig wurden den amtlichen Angaben zufolge mehr als 2300 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Somit sind schon mehr als 40 000 Betroffene wieder gesund.

Die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), María José Sierra, sprach von einer Konsolidierung der positiven Tendenz, die zudem inzwischen «in praktisch allen Regionen» des Landes verzeichnet werde.

Die seit Tagen abnehmende Zuwachsrate der Neuinfektionen betrage nur noch rund drei Prozent, nach rund fünf Prozent am Vortag. Das ist die niedrigste Rate seit Beginn der Krise in Spanien, als Anstiege von bis zu 22 Prozent erreicht worden waren. Man stelle fest, so Sierra, dass die positive Tendenz auch den Druck auf Krankenhäuser und Intensivstationen immer weiter reduziere.

Trotz der positiven Entwicklung ist Spanien weiterhin weltweit eines der am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Länder. Ministerpräsident Pedro Sánchez beschloss eine Verlängerung des seit dem 15. März geltenden Alarmzustands mit strikten Ausgangsbeschränkungen um zwei weitere Wochen bis Mitternacht des 25. April. Das Parlament soll die Maßnahme am Donnerstag billigen.

13.42 Uhr – Weltweit mehr als 70.000 Coronavirus-Tote

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 70.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Montagmorgen (Ortszeit) weltweit auf rund 1,3 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorging. In Italien starben demnach rund 16.000 Corona-Infizierte, in Spanien mehr als 13.000, in den USA knapp 10.000 und in Frankreich mehr als 8000.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten relativ zur Bevölkerungszahl bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben etwa 27 Menschen pro 100.000 Einwohner an dem Virus. In Deutschland waren es dagegen 1,9 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, in China 0,24.

13.10 Uhr – Coronavirus fordert über 50.000 Tote in Europa

Die Corona-Pandemie hat in Europa bislang 50.209 Tote gefordert, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.

Die meisten Todesopfer beklagt Italien mit 15.877 Opfern, gefolgt von Spanien mit 13.055 Toten, Frankreich mit 8078 und Großbritannien mit 4934 Verstorbenen.

12.24 Uhr – Zahlen in Spanien klettern langsamer

Im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Spanien hat sich die positive Tendenz der vergangenen Tage fortgesetzt. Binnen der letzten 24 Stunden seien nur noch knapp 4300 Neuinfektionen registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das ist der niedrigste Wert seit dem 22. März. Die Gesamtzahl der Menschen, die sich in Spanien nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg damit auf gut 135.000.

Bei den neu registrierten Todesfällen meldeten die Behörden die niedrigste Zahl seit dem 24. März: 637. Seit Beginn der Krise starben damit 13.055 Menschen, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Gleichzeitig wurden den amtlichen Angaben zufolge mehr als 2300 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Somit sind schon mehr als 40.000 Betroffene wieder gesund.

Trotz der positiven Entwicklung beschloss Ministerpräsident Pedro Sánchez eine Verlängerung des seit dem 15. März geltenden Ausnahmezustands um zwei weitere Wochen bis Mitternacht des 25. April. Das Parlament soll die Maßnahme am Donnerstag billigen.

12.00 Uhr – Johnson regiert aus dem Krankenhaus

Der britische Premierminister Boris Johnson bleibt wegen seiner Coronavirus-Infektion vorerst im Krankenhaus. Er werde die Regierung aber auch von dort aus führen, sagte Wohnungsbauminister Robert Jenrick am Montag.

Es habe sich nicht um einen Notfall gehandelt, weshalb er davon ausgehe, dass Johnson bald in den Amtsitz an der Downing Street zurückkehren werde. Johnson werde sich am Montag Routinetests unterziehen. Die Krisensitzung der Regierung zur Coronavirus-Pandemie am Montag soll Außenminister Dominic Raab leiten.

Johnson war am Sonntagabend ins Krankenhaus gebracht worden, da er auch zehn Tage nach seinem positiven Corona-Test hartnäckige Symptome zeigte. Es handele sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme auf Anraten der Ärzte, teilte sein Büro mit.

Der britische Premier machte am 27. März als erster Regierungschef eines führenden Landes seine Covid-19-Infektion öffentlich.

«Er hat äußerst hart gearbeitet, die Regierung geleitet und ist stets auf den neusten Stand gebracht worden», sagte Jenrick der BBC. «Das wird so weiterhin geschehen.» Johnson werde sich einigen Tests unterziehen. «Aber er wird weiterhin über das Geschehen informiert und in der Regierungsverantwortung bleiben.»

Im Krankenhaus werde man wahrscheinlich Röntgenaufnahmen von Boris' Brust und Lunge machen, so Dr. Sarah Jarvis zur BBC. Bevor Johnson die Klinik verlassen könne, würden seine Herzfunktion und Sauerstoffwerte überwacht und die Anzahl der weißen Blutkörper sowie seine die Leber- und Nierenfunktion überprüft.

Sollten die Ärzte aber darauf bestehen, dass er sich schonen müsse, werde der Premier wohl oder übel nachgeben müssen, schreibt die BBC weiter. In dem Fall würde der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Cove, die Geschäfte vorübergehend leiten.

Der 55-jährige Premier machte am 27. März als erster Regierungschef eines führenden Landes seine Infektion mit dem neuartigen Virus öffentlich. Er begab sich in Selbstisolation und arbeitete von zuhause aus.

11.30 Uhr – Österreich will ab 14. April Anti-Corona-Maßnahmen lockern

Österreich will seine drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus direkt nach Ostern langsam lockern. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gab am Montag die Öffnung von kleinen Geschäften sowie Bau- und Gartenmärkten unter strengen Auflagen ab dem 14. April als Ziel aus.

Das hat Kurz gerade bekanntgegeben:

- Am 14. April öffnen Geschäfte bis 400 Quadratmeter und Bau- und Gartenmärkte

- Am 1. Mai alle weiteren Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure

- Restliche Dienstleistungen, Gastronomie und Hotels frühestens Mitte Mai

- Schule geschlossen bis Mitte Mai

- Keine Veranstaltungen bis Ende Juni

10.45 Uhr – USA: Haben keine Schutzmasken für Deutschland konfisziert

Die USA haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie hätten für die Berliner Polizei bestimmte Schutzmasken ins eigene Land umgeleitet. «Die Regierung der Vereinigten Staaten hat nichts unternommen, um für Deutschland bestimmte 3M-Lieferungen umzuleiten, noch wussten wir irgendetwas von solchen Sendungen», sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Berlin.

«Die USA arbeiten mit ihren Partnern und Verbündeten solidarisch daran, humanitäre Hilfe für bedürftige Länder bereitzustellen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, die Verbreitung des Coronavirus zu bekämpfen.» Man sei besorgt «über die allgegenwärtigen Versuche, die internationalen Anstrengungen durch Desinformationskampagnen ohne Angaben von Quellen zu spalten».

Eine für die Berliner Polizei bestimmte Lieferung von 200.000 Schutzmasken, die von der US-Firma 3M stammen soll, war auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Berlins Innensenator Andreas Geisel hatte am Freitag zunächst mitgeteilt, die Masken seien auf Betreiben der USA «konfisziert» worden. Er hatte von einem «Akt moderner Piraterie» gesprochen. Im «Morgenmagazin» des Senders ZDF wiederholte er am Montag zwar nicht den Vorwurf der Konfiszierung. Er sagte aber erneut, die Masken seien in den USA gelandet.

Der Sprecher der US-Botschaft erklärte, dass die USA die inländische Produktion medizinischen Materials deutlich hoch gefahren habe und gleichzeitig Überangebote anderer Länder aufgekauft, um den eigenen Bedarf zu decken. Die US-Regierung werde aber Maßnahmen gegen Wucherpreise und gegen Geschäftemacherei mit der Pandemie ergreifen.

10.40 Uhr – Türkei schränkt wegen Covid-19 Truppenbewegungen in Syrien ein

Die Türkei schränkt wegen der Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 die Bewegungen ihrer Soldaten im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien ein. Das geht aus einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums in Ankara vom Sonntagabend hervor.

Personal- und Truppenbewegungen, die nicht zwingend notwendig sind, wurden demnach auf ein Minimum reduziert. Ärzte seien in die Einsatzgebiete geschickt worden, um Trainings anzubieten und die Soldaten zu sensibilisieren.

In der Region um die Rebellenhochburg Idlib unterhält die Türkei zahlreiche Beobachtungsposten.

Die Türkei ist im Norden Syriens in mehreren Regionen aktiv. Sie hatte im Oktober östlich des Flusses Euphrat eine international scharf kritisierte Militäroffensive gegen kurdische Milizen begonnen, die sie als Terroristen ansieht, und kontrolliert dort seitdem ein Teilgebiet des Grenzareals. In anderen Teilen des Nordens sind gemeinsam mit russischen Truppen Militärpatrouillen vorgesehen.

In der Region um die Rebellenhochburg Idlib westlich des Euphrats unterhält die Türkei zahlreiche sogenannte Beobachtungsposten. Dort herrscht nach einer Eskalation der Gewalt derzeit Waffenstillstand.

Die Zahl der offiziell erfassten Coronavirus-Infektionen in der Türkei lag am Sonntagabend bei rund 27.000, die der Todesopfer bei 574. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag eine weitreichende Ausgangssperre für Menschen unter 20 Jahren verkündet.

Seit Freitagnacht sind zudem 31 Städte, darunter Ankara und Istanbul, für den Verkehr nach außen weitgehend abgeschottet. Bereits zuvor war eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren erlassen worden. Schulen und Cafés sind geschlossen, an belebten Orten wie Supermärkten gilt eine Maskenpflicht.

8.50 Uhr – Japan: Verlängerung des Ausnahmezustands um halbes Jahr?

Schwere Entscheidung: Verlängert Japan seine Maßnahmen auf ein halbes Jahr?

Die japanische Regierung prüft einem Medienbericht zufolge die Verhängung des Ausnahmezustands für ein halbes Jahr. Dieser würde die Hauptstadt Tokio und drei Nachbarpräfekturen sowie Osaka betreffen, berichtet der Fernsehsender TBS unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Während dieser Zeit könnten die Präfekturen entscheiden, wie lange ihre eigenen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus dauern sollen.

6.50 Uhr – China

Die Gesundheitsbehörden in China verzeichnen einen leichten Anstieg der Neuinfektionen. Per Sonntag seien 39 neue Fälle in Festland-China registriert worden nach 30 am Vortag. 38 davon seien Menschen, die aus dem Ausland eingereist seien. Die Zahl der asymptomatischen Fälle, also bei denen Infizierte selbst keine Symptome zeigen, das Virus aber auf andere übertragen können, sei auf 78 von 47 am Samstag gestiegen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Erkrankungen in China den Angaben zufolge nunmehr bei 81.708, 3331 Menschen starben.

5.50 Uhr – Korea

Südkorea meldet 47 Neuinfektionen. Es ist das erste Mal, dass das Land weniger als 50 neue Krankheitsfälle meldet, seit die Pandemie dort am 29. Februar ihren Höhepunkt erreichte. Insgesamt wurden nach Angaben der Behörden bislang 10.284 Fälle erfasst. 186 Menschen seien gestorben.

4.50 Uhr – Trump ruft zum Beten auf

US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner angesichts der verheerenden Corona-Epidemie aufgefordert, für Krankenschwestern und Ärzte zu beten. Die Mitarbeiter im Gesundheitswesens zögen jeden Tag trotz «enormer Gefahr» gegen das Coronavirus «in den Krieg», sagte Trump am Sonntagabend im Weißen Haus vor Journalisten. «Es ist ein sehr harter Feind», sagte Trump.

Der Präsident dankte ausdrücklich auch den Angestellten von Logistikunternehmen und Einzelhändlern, die die Versorgung im Land aufrecht erhielten. Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest sagte Trump: «Ich würde darum bitten, dass alle Amerikaner beten für die heldenhaften Ärzte und Krankenschwestern, für die Lastwagenfahrer, für die Angestellten im Supermarkt und für alle, die in dieser Schlacht kämpfen.»

Außerdem äußerte er die Hoffnung, dass in einigen Brandherden der Coronavirus-Krise in den USA ein Abflachen auszumachen sei. Er verweist dabei auf jüngste Mitteilungen aus dem am schlimmsten betroffenen Bundesstaat New York.

Dort meldeten die Behörden am Sonntag erstmals seit einer Woche, dass weniger Menschen als am Vortag verstorben seien. «Vielleicht ist das ein gutes Zeichen», sagte Trump weiter.

4.43 Uhr – Bangladesch braucht Beatmungsgeräte

Im Kampf gegen das Coronavirus in Bangladesch sind nach Angaben der Hilfsorganisation Save the Children dringend Beatmungsgeräte nötig. In dem bevölkerungsreichen, armen Land in Südasien mit dem großen Flüchtlingslager Cox's Bazar gebe es lediglich knapp 1800 solcher Geräte und damit im Durchschnitt eins pro 93.273 Menschen, teilte die NGO am Montag mit. Sie appellierte insbesondere an die G-20-Staaten, zu helfen und einen globalen Plan zu erarbeiten, der auch Schuldenerleichterungen, mehr Gelder für das Gesundheitswesen sowie Absicherung für die Ärmsten umfassen müsse.

Besonders besorgt sei man wegen der Kinder in Cox's Bazar nahe der Grenze zu Burma. In dem Camp leben mehr als drei Millionen Flüchtlinge, darunter ein Drittel Rohingya. Sollte sich das Coronavirus im Camp ausbreiten, könnten wegen der akuten Knappheit an Betamungsgeräten Menschenleben verloren gehen. Save the Children zufolge gab es in dem Land bis zum 2. April 56 bestätigte Fälle der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 und sechs Todesfälle.

3.43 Uhr – Ausnahmezustand für Japan

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wird einem Medienbericht zufolge womöglich am Dienstag wegen der Corona-Krise den Ausnahmezustand ausrufen. Noch diesen Montag werde er dies voraussichtlich ankündigen, meldet die Zeitung «Yomiuri».

Mit dem Schritt würde Abe den Behörden in besonders betroffenen Teilen Japans zusätzliche Befugnisse verschaffen. So können sie weitgehende Ausgangssperren verhängen, Veranstaltungen absagen sowie Schulen und andere öffentliche Einrichtungen schließen.

3.23 Uhr – Gates fordert globale Lösung

Die gegenwärtige Lage kann sich nach Ansicht von Bill Gates erst dann wieder völlig normalisieren, wenn es für alle Menschen auf der Welt einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt. Es müsse mit Hochdruck an dessen Entwicklung gearbeitet werden, damit möglichst schnell eine «Kapazität von Milliarden Dosen» verfügbar sei, sagte der Microsoft-Gründer und Co-Vorsitzende der Bill und Melinda Gates Stiftung am Sonntag dem Sender Fox News. Mit einem regulären Impfstoff wird frühestens nächstes Jahr gerechnet.

«Wir sitzen hier alle im gleichen Boot», sagte Gates. Reiche Länder wie die USA könnten das Virus früher oder später eindämmen, wenn es sich dann aber in ärmeren Ländern ausbreite, werde es auch wieder zurück in die USA kommen, warnte er. «Wir müssen das Virus auf der ganzen Welt besiegen», forderte er. Das sei langfristig nur mit einem wirksamen Impfstoff für alle Menschen auf der Welt möglich. Bis es soweit sei, könne das Leben nicht zum Normalzustand zurückkehren.

Der Microsoft-Millionär ruft zur weltweiten Zusammenarbeit auf.

Gates hatte die US-Regierung am Donnerstag aufgefordert, schon jetzt Fabriken zur Produktion der zur Zeit erprobten Impfstoffe zu bauen. Davon würden manche wohl nie gebraucht werden, womit Milliarden Dollar in den Sand gesetzt würden. Deswegen könne kein Privatunternehmen ein solches Risiko eingehen, argumentierte Gates. Aber nur so könne eine sofortige Massenproduktion eines zugelassenen Impfstoffs sichergestellt werden.

Die Gates-Stiftung, die vor allem Gesundheitsprogramme finanziert, hat nach eigenen Angaben bereits 105 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie bereitgestellt.

2.23 Uhr – 100.000 Fälle in Deutschland

In Deutschland haben sich inzwischen mehr als 100.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut der in der US-Stadt Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität wurden bis Sonntagabend 100.024 Infektionsfälle in Deutschland gemeldet.

1576 Menschen starben demnach an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin gab die Zahl der Infizierten am Sonntag noch mit 91.714 an. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung nur einmal täglich aktualisiert, registrierte bisher 1342 Todesfälle.

Deutschland zählt zu den Ländern mit den meisten bestätigten Corona-Fällen weltweit. Nur die USA, Italien und Spanien haben mehr Infektionen gemeldet. Die Sterberate in Deutschland ist aber deutlich niedriger als in diesen Ländern.


Sonntag, 5. April 2020

22.23 Uhr – Premierminister

Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus gebracht worden. Das teilte der Regierungssitz Downing Street in London am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

«Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat», hieß es in einer Mitteilung der Regierung.

Der 55 Jahre alte konservative Politiker hatte am Freitag vergangener Woche seine Infektion bekannt gemacht und sich in Selbstisolation in seiner Dienstwohnung zurückgezogen. Doch noch eine Woche später klagte er über Fieber. Ob er seine Amtsgeschäfte weiterführen kann, war zunächst unklar. Sein Stellvertreter wäre nach Medienberichten Außenminister Dominic Raab.

23.35 Uhr – Rede der Queen

Königin Elizabeth II. hat die Briten in einer historischen Rede zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufgerufen - und ihnen Mut zugesprochen. «Wir bekämpfen diese Krankheit gemeinsam», sagte die 93 Jahre alte Monarchin in der mit Spannung erwarteten Ansprache, die am Sonntagabend übertragen wurde. «Wenn wir vereint und entschlossen bleiben, werden wir sie überwinden», so die Queen.

Abgesehen von den traditionellen Weihnachtsansprachen ist es erst die vierte solche Rede des seit 1952 amtierenden britischen Staatsoberhaupts. Zuvor hatte sich Elizabeth II. 2002 beim Tod ihrer Mutter, Queen Mum, sowie vor der Beisetzung Prinzessin Dianas 1997 und während des Golfkriegs 1991 an die Briten gewandt.

Es war ein nüchterner Auftritt. Die Königin trug ein grünes Kleid mit schlichter Perlenkette und eine passende Brosche. Anders als bei ihren Weihnachtsansprachen waren keine Bilder auf dem Tisch neben ihr aufgestellt, nur eine Porzellanschale mit roten Blumen war zu sehen.

23.30 Uhr – Deutschland

Deutschland hat nach Angaben der amerikanischen Johns Hopkins Universität jetzt mehr als 100.000 bekannte Corona-Infektionsfälle. Die Universität, die die Zahlen nach einer anderen Methodik als das Robert-Koch-Institut erhebt, meldet um 22.52 Uhr, dass sich in Deutschland 100.009 Menschen infiziert haben. Die Zahl der Toten liege bei 1575 und die der Genesenen bei 28.700.

18.30 Uhr – Weniger Tote als am Tag zuvor

In Italien ist am Sonntag bereits den zweiten Tag in Folge die Zahl der an den Folgen des Coronavirus gestorbenen Menschen gesunken. Der Zivilschutz zählte 525 Todesopfer am Sonntag, nach 681 am Samstag. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten in Italien auf nunmehr 15.887, die aktuell höchste Zahl weltweit.

Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Sonntag um rund 3,5 Prozent auf 128.948. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet.

18.15 Uhr – Weisung nicht eingehalten

Die oberste Gesundheitsexpertin der schottischen Regierung hat mit Verstössen gegen die eigenen Ausgangsbeschränkungen für Empörung in Großbritannien gesorgt. Catherine Calderwood gab am Sonntag zu, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zu einem Landhaus ihrer Familie gefahren zu sein. Zuvor hatte die Zeitung Scottish Sun Fotos der Expertin von einem beliebten Ausflugsziel an der Küste veröffentlicht. «Ich habe den Ratschlag nicht befolgt, den ich anderen gegeben habe», sagte Calderwood bei einer Pressekonferenz. «Es tut mir sehr leid.»

Die Medizinerin hatte die wegen der Coronavirus-Pandemie angeordneten Auflagen immer wieder auch vor laufender Kamera verteidigt und zu deren Einhaltung aufgerufen. Die schottische Polizei teilte mit, Calderwood sei von Beamten ermahnt worden, die Auflagen einzuhalten.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach sich trotzdem gegen einen Rücktritt Calderwoods als Chief Medical Adviser aus. Calderwood habe angeboten, zu tun, was auch immer im Interesse des Landes sei, sagte Sturgeon. «Das wäre aus meiner Sicht nicht ihr Rücktritt», sagte die Politikern.

17.11 Uhr – New York

In der Corona-Krise gibt es nach Einschätzung von Gouverneur Andrew Cuomo möglicherweise erste positive Signale aus dem schwer betroffenen Bundesstaat New York. Die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden sei am Sonntag erstmals gesunken, von 630 auf 594, sagte Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. Zudem sei die Zahl der neu ins Krankenhaus eingelieferten Patienten gesunken und die Zahl der genesen wieder entlassenen Patienten stark gestiegen. «Es könnte ein interessanter Zacken in der Statistik sein oder der hoffnungsfrohe Anfang einer Veränderung», sagte Cuomo.

In dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern hätten sich bislang knapp 122.000 Menschen mit dem Erreger infiziert, sagte Cuomo weiter. Rund 16.500 infizierte Patienten liegen derzeit im Krankenhaus. 4159 Menschen starben bereits nach einer Ansteckung. Die US-Regierung habe zugesagt, weitere 1000 Krankenpfleger und Ärzte nach New York zu schicken, sagte Cuomo. Der Ostküstenstaat ist derzeit mit seinen Infizierten-Zahlen das Zentrum der Coronavirus-Krise in den USA - auch weil dort deutlich mehr getestet wird als in anderen Bundesstaaten.

16.28 Uhr – Drive-in-Gottesdienst

Einige Kirchen in Südkorea finden wegen der Verbreitung des Coronavirus neue Wege, um ihre Gottesdienste abzuhalten.

Während zahlreiche Sonntagsmessen als Vorkehrung gegen Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Erreger online angeboten werden, entschied sich unter anderen die Seoul-City-Church zu Drive-In-Gottesdiensten für die Gläubigen. Die Teilnehmer sitzen und beten dabei in ihren Autos. Etwa 150 Fahrzeuge standen während der Messe auf einem Parkplatz.

Auch an anderen Orten finden solche Drive-In-Messen als Alternative zu den Online-Gottesdiensten von Kirchen statt. Zahlreiche Kirche gerieten in den vergangenen Wochen in die Kritik, weil sie trotz der von den Behörden angeführten Kampagne zur Vermeidung sozialer Kontakte ihre Gottesdienste weiter in den Kirchengebäuden durchführten.

15.26 Uhr – Ramadan-Tafeln verboten

Das Coronavirus hat nun auch erste Auswirkungen auf den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan. Ägypten untersagte am Sonntag Tafeln zum Fastenbrechen (Iftar), an denen arme Menschen während des Ramadan normalerweise kostenlos essen können. Stattdessen sollten Wohltätigkeitsorganisationen lieber Bargeld oder Lebensmittel spenden, teilte das für Moscheen zuständige Ministerium mit. In dem nordafrikanischen Land haben sich nach offiziellen Angaben bisher 1070 Menschen mit dem Virus infiziert, 71 starben daran.

14.38 Uhr – Weltweit bereits mehr als 65.000 Coronavirus-Tote

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 65.000 Menschen infolge der vom neuartigen Coronavirus verursachten Lungenkrankheit gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Sonntagmittag auf mehr als 1,2 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorging. In Italien starben demnach 15.000 Corona-Infizierte, in Spanien 12.000 und in den USA 8500.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben rund 25,5 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Deutschland waren es dagegen 1,7 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, in China 0,24.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

14.25 Uhr – Deutschland nähert sich den 100.000

In Deutschland sind bis Sonntagvormittag mindestens 91 384 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.30 Uhr: 85.559 Infektionen). Mindestens 1318 mit Sars-CoV-2 Infizierte starben den Angaben zufolge bislang bundesweit (Vortag Stand 10.30 Uhr: 1154). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23 000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19 400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Der Bundesschnitt liegt bei 109,9. Experten rechnen mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

12.59 Uhr – Arme in Afrika in Todesfalle?

In den Armenvierteln Afrikas könnten die Maßnahmen gegen das Coronavirus nach Einschätzung von Helfern zur tödlichen Falle werden. Nach Angaben der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer vom Sonntag müssen Arme rausgehen, um Geld zu verdienen. Denn die meisten lebten von der Hand in den Mund. Doch würden die Ausgangssperren, die eine Verbreitung des Coronavirus eindämmen sollen, teils mit massiver Gewalt durchgesetzt. Dies sei lebensbedrohlich für den ärmsten Teil der Bevölkerung. «Ihnen bleibt nur die Wahl: am Coronavirus oder am Hunger zu sterben», sagt Salimane Issifou, Leiter der SOS-Kinderdörfer im westafrikanischen Staat Benin.

In den Ländern südlich der Sahara leben den Angaben zufolge 413 Millionen Menschen in extremer Armut - mehr als die Hälfte aller Armen weltweit. Zwar versuchten die meisten Regierungen, die Armen zu unterstützen, aber das seien Tropfen auf den heißen Stein. So hätten dort 565 Millionen Menschen keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen, 330 Millionen kein sauberes Wasser. Abstand halten sei nicht möglich in überfüllten Slums lebten wie in Kibala in Kenia oder in den Townships von Südafrika.

11.58 Uhr – Oktoberfest steht auf der Kippe

Die Wirte haben Reservierungswünsche aus aller Welt entgegengenommen, die Brauereien stehen in den Startlöchern, um das auch im Ausland begehrte Wiesnbier zu brauen. Doch noch ist alles auf «Hold»: Bisher ist nicht entschieden, ob München dieses Jahr trotz der Corona-Krise das grösste Volksfest der Welt feiern kann, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Die meisten der sechs Millionen Besucher, die jährlich an das Oktoberfest pilgern, stammen aus Deutschland. Unter den Ausländern haben aber ausgerechnet jene den grössten Anteil, die aus Ländern stammen, die stark von Corona betroffen sind, darunter die USA, Italien und die Schweiz.

Die Vorbereitungen laufen planmäßig, noch hofft man. «Natürlich wünsche ich mir als Veranstalter der Wiesn zusammen mit allen unseren Partnern sehr, dass es keine Absage geben muss», sagt Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU). Eine Absage hätte wirtschaftliche Folgen mit Millionen-Einbussen.

«Ich kann mir das emotional noch nicht vorstellen», sagt Peter Inselkammer, Sprecher der Wiesnwirte, über eine mögliche Absage. «Die Wiesn gehört zum ganz normalen Jahresrhythmus. Wir freuen uns alle darauf. Aber wir müssen abwarten, ob es möglich ist.»

(Foto: DPA)

11.28 Uhr – Queen beschwört Durchhaltewillen der Briten

Königin Elizabeth II. ruft die Briten zum Durchhalten und zu eiserner Disziplin in der Coronavirus-Pandemie auf. Das geht aus vorab verbreitetenden Auszügen einer Rede der 93 Jahre alten Monarchin hervor, die am Sonntagabend (21.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt werden soll. Abgesehen von den traditionellen Weihnachtsansprachen ist es erst die vierte solche Rede des seit 1952 amtierenden britischen Staatsoberhaupts. «Ich richte mich an Sie in einer Zeit, die, wie ich weiß, zunehmend herausfordernd ist», sagt die Queen demnach. «Eine Zeit der Unterbrechung des Lebens in unserem Land; eine Störung, die manche in Trauer gestürzt hat, für viele finanzielle Schwierigkeiten und für uns alle enorme Veränderungen in unserem täglichen Leben bedeutet», so die Königin.

10.23 Uhr – Zwei Millionen Schutzmasken für Berlin

In Berlin sind zwei Millionen Atemschutzmasken und 300.000 Schutzkittel aus China angekommen. Sie trafen am Samstag am Flughafen Leipzig/Halle ein und wurden von der Bundeswehr in die Hauptstadt gebracht, wie eine Senatssprecherin berichtete. Die Masken und Kittel sollen ab Montag unter anderem an Kliniken, Pflegeheime und an die Polizei verteilt werden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schrieb auf Twitter, das seien «gute Nachrichten». In den vergangenen Tagen hatten sich Meldungen über fehlendes Material in Berliner Krankenhäusern und Arztpraxen gehäuft.

9.38 Uhr – Otto vermisst Umarmungen

Komiker Otto Waalkes, 71, vermisst in der Corona-Krise Berührungen besonders. «Ich würde so gern mal wieder umarmt werden!», sagte er dem Magazin Der Spiegel. Um sich die Zeit ein wenig zu vertreiben, singe er manchmal mit seinem Nachbarn, dem Liedermacher Rolf Zuckowski, ein paar Lieder auf dem Balkon. «Dann gehen wir beide raus, jeder auf seinen Balkon, Rolf stimmt ‹De Hamborger Veermaster› an, wir singen gemeinsam und schauen auf die Elbe. Bis einer kommt - einer, der «Ruhe» brüllt», meinte der Komiker, der im Hamburger Stadtteil Blankenese wohnt.

8.32 Uhr – Trump schwört USA auf harte Zeiten ein

US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen «viele Tote geben, leider», sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. «Wir haben wahrscheinlich noch nie solche Zahlen gesehen. Vielleicht während des Krieges, während des Ersten oder Zweiten Weltkrieges.»

Die USA haben die weltweit höchste Anzahl bekannter Fälle von Covid-19. Mehr als 306.000 Menschen wurden nach Reuters-Daten inzwischen positiv getestet. Über 8100 Menschen starben bislang an dem Virus. Nach Schätzungen von Medizinexperten des Weißen Hauses könnten in den USA zwischen 100.000 und 240.000 Menschen bei der Pandemie getötet werden, selbst wenn die Anweisungen, zu Hause zu bleiben, befolgt werden.

Experten rechnen für die kommenden zehn Tagen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies am Samstag erneut auf eine Modellrechnung, wonach die Opferzahlen noch bis Mitte April auf rund 2600 Tote pro Tag ansteigen könnten.

7 Uhr – Marshall plan für EU

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich angesichts der Corona-Krise für massive Investitionen in den EU-Haushalt ausgesprochen. «Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa», schreibt sie in einem Gastbeitrag für die Welt am Sonntag. Der EU-Haushalt sei in allen Mitgliedsstaaten als Instrument des solidarischen Ausgleichs akzeptiert und müsse der Krise entsprechend angepasst werden.

Der Marshall-Plan war ein milliardenschweres Hilfsprogramm der USA, mit dem das vom Zweiten Weltkrieg gezeichnete Westeuropa wieder auf die Beine kam.

Von der Leyen zeigte sich zuversichtlich, dass sich Europa bald wieder erholen werde: «Die vielen Milliarden, die heute investiert werden müssen, um eine größere Katastrophe abzuwenden, werden Generationen binden.» So könne auch in der Krise das Gefühl der Gemeinschaft unter den Nationen Europas erneuert werden.


Samstag, 4. April 2020

21 Uhr – Streit wegen Schutzmaske endet tödlich

Ein Mann ist auf den Philippinen an einem Corona-Kontrollposten wegen fehlender Gesichtsmaske in Streit mit den dortigen Beamten geraten und erschossen worden. Der 63-Jährige habe in dem Ort Nasipit im Süden des Inselstaates aggressiv auf den Hinweis reagiert, er müsse eine Gesichtsmaske tragen und das Personal mit einer Sense angegriffen, hiess es am Samstag in einem Polizeibericht. Ein Polizist, der den offenbar alkoholisierten Mann beruhigen wollte, habe ihn getötet.

Präsident Rodrigo Duterte hatte am Mittwoch gesagt, er befehle der Polizei und dem Militär, auf jeden zu schiessen, der Ärger mache. Am Freitag verteidigte er diese Haltung in einer Fernsehansprache. Die Öffentlichkeit müsse den Ernst der Lage erkennen, denn jeder könne am Coronavirus erkranken, sagte er.


Freitag, 3. April 2020

20.04 Uhr – Türkei riegelt Städte ab und erlässt Maskenpflicht

Die Türkei ergreift weitere Maßnahmen gegen die Epidemie. Ab Mitternacht dürfen Fahrzeuge in 31 Städte nicht mehr hinein- oder herausfahren, teilt Präsident Recep Tayyip Erdogan mit. An öffentlichen Orten und in Supermärkten wird das Tragen einer Schutzmaske Pflicht. Für Menschen jünger als 20 Jahre gilt eine teilweise Ausgangssperre.

19.20 Uhr – Streit in Sofia um Verlängerung des Ausnahmezustands

Bulgariens Staatspräsident Rumen Radew hat sich einer von der Regierung angestrebten Verlängerung des Ausnahmezustands im Kampf gegen das Coronavirus widersetzt. «Die Sondereinschränkungen verlangsamen den Anstieg der Fallzahlen, führten aber zur gesellschaftlichen Paralyse und leiteten eine nie da gewesene soziale und wirtschaftliche Krise ein», kritisierte Radew am Freitag. Damit verschärften sich die Differenzen zwischen ihm und Regierungschef Boiko Borissow weiter.

Die bürgerlich-nationalistische Regierung will den am 13. März verhängten einmonatigen Ausnahmezustand um einen Monat vom Parlament verlängern lassen. Staatschef Radew bemängelte zudem, das Hilfspaket der Regierung für die Wirtschaft sei «unzureichend» und «unangemessen». 86 Prozent der Bulgaren befürchten einer aktuellen Umfrage zufolge eine schwere Finanz- und Wirtschaftskrise.

18.50 Uhr – Fiebriger Johnson bleibt in Quarantäne

Der britische Premierminister Boris Johnson bleibt in Quarantäne. Er fühle sich besser, habe aber noch immer leichte Krankheitssymptome wie erhöhte Temperatur, teilt Johnson in einer Videobotschaft mit: «Obwohl ich mich besser fühle und sieben Tage in Isolation verbracht habe, habe ich immer noch erhöhte Temperatur. Deswegen bleibe ich weiter in Isolation, bis alle Symptome verschwunden sind, ganz nach den Richtlinien der Regierung.»

Vor einer Woche hatte Johnson mitgeteilt, er sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der britische Premier hatte kein Geheimnis draus gemacht, dass er bis zu seiner Erkrankung öffentlich Hände schüttelte und sich kaum an Socialdistancing-Regeln hielt.

Ebenfalls vor einer Woche war bekannt geworden, dass auch der britische Gesundheitsminister Matt Hancock, am Virus erkrankt war. Hanckock wies nach einer Woche keine Symptome mehr auf und begab sich aus der Selbstisolation.

16.55 Uhr – Queen Elizabeth wendet sich wegen Virus ans Volk

Königin Elizabeth II. will sich am Sonntag mit einer landesweiten Ansprache zur Corona-Krise ans britische Volk wenden. «Ihre Majestät, die Queen, hat eine Sondersendung für Großbritannien und den Commonwealth im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus aufgezeichnet», teilte der Buckingham-Palast mit.

Die Monarchin wendet sich nur selten direkt an die Nation, abgesehen von ihrer traditionellen Fernsehbotschaft am Weihnachtstag. Die Ansprache, die im Schloss Windsor aufgenommen wurde, wo die 93-jährige Monarchin mit ihrem Ehemann Prinz Philip lebt, wird am Sonntagabend ausgestrahlt.

Die Ansprache wird am Sonntagabend ausgestrahlt.

Die Zahl der britischen Todesopfer durch das Coronavirus legte zuletzt um 684 auf 3605 zu, was einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Bis Freitagvormittag wurden insgesamt 173.784 Personen getestet, von denen 38.168 positiv waren. Auch Thronfolger Prinz Charles hatte sich angesteckt, hat die Covid-19-Erkrankung aber inzwischen überstanden.

Man werden «noch einige Wochen lang» eine hohe Sterblichkeitsrate sehen, sagte der medizinische Direktor des Nationalen Gesundheitsdienstes, Stephen Powis. Wissenschaftler würden es schon als Erfolg werten, wenn die Zahl der Coronavirus-Toten unter 20.000 gehalten werden könnte. Im Worst-Case-Szenario der britischen Regierung werden 50.000 Todesopfer für möglich gehalten.

15.34 Uhr – Johnson bleibt wegen Fiebers weiter in Quarantäne

Der britische Regierungschef Boris Johnson muss länger in Quarantäne bleiben, als eigentlich geplant war. Der Premierminister teilte in einer Videobotschaft aus der Downing Street mit, dass er immer noch Fieber habe und deswegen vorerst noch keine öffentlichen Termine wahrnehmen werde.

12.34 Uhr – Maßnahmen zeigen messbar Wirkung

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zeigen nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts in Deutschland nun messbar Wirkung. Ein infizierter Mensch stecke seit einigen Tagen im Durchschnitt nur noch einen weiteren Menschen an, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag. In den vergangenen Wochen habe der Wert bei fünf, manchmal sogar bei sieben Menschen gelegen, die ein Infizierter ansteckte. Ein Grund zur Entwarnung seien die neuen Daten aber noch nicht: Erst, wenn ein Infizierter im Durchschnitt weniger als einen Menschen anstecke, lasse die Epidemie langsam nach. «Ich hoffe, dass das in den nächsten Tagen gelingt», sagte Wieler.

12.18 Uhr – Corona-Höhepunkt wohl am Ostersonntag

Der Höhepunkt in der Coronakrise in Großbritannien könnte nach Einschätzung der Regierung am Ostersonntag erreicht sein. Es sei sehr gut möglich, dass es dann den steilsten Anstieg bei den Zahlen der Virus-Toten gebe, sagt Gesundheitsminister Matt Hancock dem Sender Sky. Für genaue Prognosen verweise er aber auf die Wissenschaftler.

12.10 Uhr – Erneut über 900 Tote in 24 Stunden in Spanien

In Spanien ist die Zahl der Virus-Toten binnen Tagesfrist um 932 auf 10.935 gestiegen. Am Donnerstag waren noch 950 neue Todesfälle gemeldet worden. Erstmals seit dem 26. März gebe es damit bei den täglichen Opferzahlen einen Rückgang. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg von 110.238 auf 117.710

10 Uhr Uhr – Kein Corona-Bier mehr

Mexiko wird vorerst kein Corona-Bier mehr brauen. Die Regierung stufe den Weiterbetrieb der Brauerei nicht als dringlich ein, teilt der Mutterkonzern Grupo Modelo mit. Die Produktion werde aktuell heruntergefahren und am Sonntag bis auf weiteres gestoppt. Sollte die Regierung Bier doch noch als agro-industrielles Produkt einstufen, könne weitergebraut werden. Die Herstellung von landwirtschaftlichen und Lebensmittel-Produkten ist in Mexiko trotz der Corona-Krise gestattet.

9.55 Uhr – Merkel ist wieder im Amt

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist seit diesem Freitag wieder im Kanzleramt tätig. Das sagt ihr Regierungssprecher Steffen Seibert. Ihre 14-tätige häusliche Quarantäne wegen eines Corona-Verdachts sei damit beendet.

Angela Merkels 14-tägige Quarantäne ist beendet.

9.50 Uhr – Zahlen Deutschland

In Deutschland sind bis Freitagvormittag mehr als 80.500 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Gegenüber dem Vortag entspricht dies einem Anstieg um 8,9 Prozent. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Besonders hohe Zahlen haben die großen Länder Bayern mit mehr als 19.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 277 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 220 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 146,5 die meisten Infektionen. Im deutschen Durchschnitt waren es 96,9.

Mindestens 1022 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 879) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

7.50 Uhr – Ausstiegsplan

Eine Gruppe Wissenschaftler plädiert für eine allmähliche Lockerung geltender Beschränkungen in Gesellschaft und Wirtschaft. Die Strategie sieht vor, die Einschränkungen differenziert und unter kontinuierlicher Abwägung der Risiken nach und nach zu lockern, so die Forscher um Ifo-Präsident Clemens Fuest und Martin Lohse, Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte.

Priorität müssten dabei Beschränkungen haben, die hohe wirtschaftliche Kosten verursachen oder zu starken sozialen und gesundheitlichen Belastungen führen. Regionen mit niedrigen Infektionsraten und freien Kapazitäten im Gesundheitssystem könnten beim allmählichen Neubeginn vorangehen. Beginnen sollten Sektoren mit niedriger Ansteckungsgefahr – etwa hochautomatisierte Fabriken sowie Bereiche mit weniger gefährdeten Personen, etwa in Schulen und Hochschulen

6.50 Uhr – Briten rechnen früher mit Corona-Höhepunkt

Die britische Regierung rechnet mit dem Höhepunkt der Krankheitswelle in den kommenden Wochen und damit etwas früher als bisher. Die neue Prognose hätten Modellrechnungen ergeben, sagt Gesundheitsminister Matt Hancock der BBC. «Aber das hängt sehr, sehr davon ab, wie viele Menschen sich an die Regeln zur Kontaktvermeidung halten.»

5.50 Uhr – Über 1100 Tote an einem Tag

In den USA ist die bislang weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden innerhalb eines Landes verzeichnet worden.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wurden zwischen Mittwoch 20.30 Uhr US-Ostküstenzeit und der gleichen Uhrzeit am Donnerstagabend 1169 weitere Todesfälle registriert. Der traurige Rekord war bislang von Italien mit 969 verzeichneten Corona-Toten am 27. März gehalten worden.

Insgesamt zählte die Johns-Hopkins-Universität bis Donnerstagabend 5926 Todesopfer in den USA. Laut den Prognosen der US-Regierung könnten in den USA zwischen 100.000 und 240.000 Menschen an der von dem Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sterben.

4.50 Uhr – Jungschildkröten profitieren von Ausgangssperre

Die Ausgangssperre wirkt sich in Brasilien und Indien vorteilhaft auf die Tierwelt aus. So konnten am Stand bei Paulista und bei Odisha rund 100 Jungtiere der Echten Karettschildkröten ungestört den Weg vom Strand zum Wasser zurücklegen. Die Schildkrötenart ist vom Aussterben bedroht und der Weg der Jungtiere ins Wasser stellt jeweils eine äußerst gefährliche Reise dar. Diese Gefahr geht einerseits von Raubtieren, andererseits aber auch vom Menschen aus. Dieser musste diese Woche aber zu Hause bleiben.

3.50 Uhr – 10 Millionen Infizierte?

Bis zu zehn Millionen Menschen weltweit könnten sich nach Einschätzung des obersten medizinischen Beraters in Australien mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die Dunkelziffer dürfte wegen knapper Tests in einigen Länder hoch sein, sagt Brendan Murphy. «Weltweit haben wir inzwischen die Marke von einer Million Infektionen überschritten. Aber wir glauben, dass die wahre Zahl fünf oder zehn Mal so hoch ist.»

Die Sterblichkeitsraten weltweit variierten so stark, dass er davon ausgehe, dass viele Infektionen unentdeckt blieben. Australien hat bisher knapp 5300 Infektionen und 28 Tote gemeldet.

3.26 Uhr – Krematorium schließt wegen zu vielen Toten

Die Coronavirus-Pandemie hat in Italien auch dramatische Auswirkungen auf die Leichenbestattung. Die Stadt Mailand schloss am Donnerstag ihr größtes Krematorium wegen Überlastung bis Ende April. Dieser Schritt sei wegen der überwältigenden Zahl an Leichen, die noch nicht eingeäschert worden seien, nötig, teilte der Stadtrat mit. Zuletzt habe es einen stetigen und zunehmenden Anstieg bei den Verstorbenen gegeben, die eingeäschert werden sollen.

Die Wartezeit im Crematorio di Lambrate habe nunmehr 20 Tage erreicht, hieß es auf der Website des Stadtrats von Mailand. Eine längere Wartezeit sei aufgrund hygienisch-gesundheitlicher Probleme nicht verantwortbar. Unklar blieb, wie viele Leichen noch eingeäschert werden müssen. «Um Familien in dieser schwierigen Zeit zu helfen, wird es von Freitag an möglich sein, ihre Liebsten kostenlos zu begraben», erklärte der Stadtrat weiter.

Die Wartezeit im Crematorio di Lambrate in Mailand hat mittlerweile 20 Tage erreicht.

Seit dem ersten Todesfall am 21. Februar wurden in der Lombardei fast 8000 Corona-Tote verzeichnet. Damit entfallen auf die Region mehr als die Hälfte der insgesamt in Italien aufgetretenen Corona-Todesfälle.

2.26 Uhr – Krankenversicherung

Die etwa 30 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung sollen nach dem Willen des Weißen Hauses nicht für eine Behandlung wegen einer etwaigen Covid-19-Behandlung bezahlen müssen. US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Donnerstagabend im Weißen Haus: «Wir wollen, dass kein Amerikaner sich Sorgen machen muss darüber, einen Test oder eine Behandlung zu bekommen.» Präsident Donald Trump habe die Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weißen Haus angewiesen, Wege zu finden.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sin mir nët e bessen mautsch am 03.02.2020 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    E Sonnden as e Flug vun der Cargolux op Shanghai gaangen, deen medizinescht Material dohinner transportéiert, vu wou ët hir koum .... Ween ët fäerdeg bréngt, an 10 Deeg e Spidol ze bauen, denn produzéiert esou Material an 2 Minuten. De Mega-Gewënner as alt nees d'Pharmaindustrie. BSE; Vullegripp; Schwéngschnapp; Kanarien-Pescht; Krokodillen-Houscht a waat déi séch soss nach alles afaalen gelooss hun an waerten. A mir I...... faalen ëmmer nees drop eran.

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  • svendorca am 03.02.2020 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Tausende vu Kanner stierwen all Daag vun Honger op eisem Planet, oder well Medicamenter féelen,..ween schwätzt dann doriver!

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  • Léon am 15.02.2020 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Selon les dires de notre ministre de la santé pas de problème,c’est la preuve qu’il ne connaît rien à la santé. C’est la preuve qu’il a reçu ce poste (entre copains )et qu’il a une incompétence totale sur le sujet de cette maladie Un ministre de la santé doit être médecin et pas un clowns

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daweb am 01.04.2020 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh mein gott!!!! Bitte hirn vir dem tippen einschalten! Viren kennen auch keine grenzkontrollen!!!!!!!

  • Daweb am 01.04.2020 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Woran sind die 800 denn gestorben? Italien hat in den krankenhäuser eine 28% keimresistenz!!! Es ist wahrscheinlich in italien im krankenhaus an den folgend eines resistenten bakterium zu sterben als an covid! Leute wacht mal auf!

  • Daweb am 01.04.2020 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Imenz iddi.... #bleiwdoheem da brauchste keng.... wéi vill vun denen villen doudigen sinn tatsächlich um corona gestuerwen? Die zuelen sinn net representativ! Wann 1 un engem herzinfakt stierft an en ass pos. getest ob mat oder ouni symtomer dann get en derbäi gerechend! Das ass falsch! Die zuelen gin künstlech eropgedreckt fir dat ganzt kaartenhaus oprecht z’erhalen! Et ass eng volksverarschung!

    • @Daweb am 02.04.2020 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      Oh mei, där ganz cleverer een... Kaartenhaus! Volksverarschung!!!1!!einself!!! LOL. Maach Dech dach net lächerlech.

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  • Saupreis am 30.03.2020 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das mit der Maskenpflicht außerhalb der Wohnung wurde ich sehr begrüßen. Nur geht das leider nicht in Luxemburg, da man hier keine Masken bekommt.

  • Gerd am 27.03.2020 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    America firsttttttttttttttttt