Verstossung der Frau

23. August 2017 13:53; Akt: 23.08.2017 13:59 Print

Indien verbietet Sofort-​​Scheidung

Sprach ein muslimischer Mann dreimal das Wort «VerStoßung» aus, galt seine Ehe bisher rechtskräftig als geschieden.

storybild

«Großer Schritt für die Frauen»: Musliminnen in Dehli. (22. August 2017) (Bild: Tsering Topgyal/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Indiens Oberster Gerichtshof hat die islamische Scheidung durch das VerStoßen der Frau verboten. Eine Ehe zwischen Muslimen galt in Indien bisher als geschieden, wenn der Mann drei Mal innerhalb kurzer Zeit das Wort «Talaq» (VerStoßung) aussprach.

Das Gericht in Neu Delhi habe diese «Triple Talaq» oder auch «Sofort-Scheidung» genannte Praxis am Dienstag mit einer 3:2-Mehrheit für verfassungswidrig erklärt. Sie verletze das Recht auf Gleichheit vor dem Gesetz.

Historischer Entscheid

«Was in der Religion Sünde ist, kann rechtlich nicht gültig sein», erklärte das Gericht am Dienstag. Das Gericht setzt sich zusammen aus einem Hindu, einem Christen, einem Muslim, einem Sikh und einem Zoroastrier.

Eine der Klägerinnen, Shayara Bano, begrüsste die Entscheidung des Gerichts als «historisch» für muslimische Frauen. «Ich appelliere an das Volk, die Entscheidung des Obersten Gerichts zu akzeptieren und nicht zu politisieren», sagte sie nach der Urteilsverkündung.

Premierminister Narendra Modi twitterte, die Entscheidung sei «historisch». Familienministerin Maneka Gandhi bezeichnete das Urteil als großen Schritt für die Frauen».

Muslime machen etwa 14 Prozent der rund 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohner Indiens aus. Dies ergibt rund 180 Millionen Gläubige. Für sie gilt ein eigenes religiöses Personenrecht.

Scheidung per SMS

Das Gremium, das über die Einhaltung dieser Gesetze wacht, das «All India Muslim Personal Law Board», hatte sich gegen ein Verbot des umstrittenen Scheidungsbrauches ausgesprochen. Dem widersprach nun das Oberste Gericht.

Indische Medien sprachen von einem großen Sieg für die Geschlechtergleichheit. Muslimische Männer haben in Indien ihre Ehefrauen in den vergangenen Jahren durch dreimaliges Aussprechen von «Talaq» etwa per Telefon, E-Mail oder SMS verStoßen. In vielen mehrheitlich muslimischen Ländern gibt es diesen Brauch nicht.

(L'essentiel/chi/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kakamukha am 03.11.2017 02:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss nicht, warum Luxemburg sich immer so brüskiert. Meine Scheidung dauert jetzt schon 3 1/2 Jahre, obwohl sich meine Frau schon seit annähernd 4 Jahren gar nicht mehr in Luxemburg befindet. Und alles nur, weil immer wieder die Termine verschoben werden, weil die Diekricher Richter total überlastet sind. Anstatt das die endlich mal ein Stempel auf die Scheidungspapiere drücken und unterschreiben. Aber das geht ja nicht. Das wäre ja zu einfach, und würde nur 2 Minuten Zeit in Anspruch nehmen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kakamukha am 03.11.2017 02:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss nicht, warum Luxemburg sich immer so brüskiert. Meine Scheidung dauert jetzt schon 3 1/2 Jahre, obwohl sich meine Frau schon seit annähernd 4 Jahren gar nicht mehr in Luxemburg befindet. Und alles nur, weil immer wieder die Termine verschoben werden, weil die Diekricher Richter total überlastet sind. Anstatt das die endlich mal ein Stempel auf die Scheidungspapiere drücken und unterschreiben. Aber das geht ja nicht. Das wäre ja zu einfach, und würde nur 2 Minuten Zeit in Anspruch nehmen...