Glasgow (UK)

02. November 2021 07:03; Akt: 02.11.2021 07:08 Print

Jeff Bezos reist mit Privatjet zum Klimagipfel

In Glasgow wird seit Sonntag unter anderem diskutiert, dass man den CO2-Ausstoß weltweit reduzieren muss. Dass zahlreiche Teilnehmer in Privatjets anrauschen, stößt vielen sauer auf.

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Während sich Aktivisten dafür einsetzen, dass weniger geflogen und weniger Fleisch gegessen wird, scheint dies für die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Vereinten Nationen nicht zu gelten. Prominente aus Wirtschaft und Politik reisen die Tage mit Dutzenden, gar Hunderten Privatfliegern an, obschon die Strecke auch von kommerziellen Flugzeugen geflogen werde, schreibt «Daily Mail».

Allein am Sonntag konnten mindestens 52 Privatjets bei der Landung in Glasgow gesichtet werden. Die geschätzte Gesamtzahl privater Flüge in den nächsten Tagen wird auf 400 geschätzt. Insgesamt beträgt die geschätzte Menge an Kohlendioxid, dass so ausgestoßen werden wird, auf 13.000 Tonnen. Das ist mehr als der Pro-Kopf-Verbrauch von 1600 Menschen in Großbritannien. Zu den Privatfliegern zählt auch Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der 57-Jährige reiste mit seinem knapp 60 Millionen Euro teuren Privat-Jet an. Besonders stoßend für viele Klimaaktivisten daran ist, dass Bezos regelmäßig selber Vorträge zum Thema Klimawandel hält und Menschen dazu ermahnt, dem Planeten Sorge zu tragen.

Vier Flugzeuge, Hubschrauber und Autokonvoi

Auch Prinz Charles reiste laut Daily Mail in einem privaten Flugzeug von Rom nach Glasgow. Er setze sich für eine Umstellung auf nachhaltigen Treibstoff für Flugzeuge ein und wo immer es möglich sei, sollte auch dieser verwendet werden, heißt es. Auch US-Präsident Joe Biden, Bundeskanzlerin Merkel und Emmanuel Macron aus Frankreich, reisten nicht auf kommerziellem Wege. Am teuersten kommt die Umwelt wohl die Anreise von Präsident Joe Biden zu stehen. Neben vier Flugzeugen, einem Hubschrauber und dem Cadillac «The Beast» umfasst die Flotte seiner Anreise auch mehrere Geländewagen. Beinahe 1000 Tonnen CO2 gehen auf das Konto des amtierenden Präsidenten der USA – für die Anreise an die größte Klimakonferenz seit sechs Jahren.

Emissionen werden ausgeglichen

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson war am Sonntagabend vom G20-Gipfel in Rom mit einer gecharterten Airbus-Maschine nach Glasgow geflogen. Ein Charterflug ist ein Bedarfsflug, der ergänzend zu Linienflügen angeboten werden kann. Das selbe Flugzeug werde ihn am Dienstag zurück nach London bringen, erklärte sein Büro. «Der Kraftstoff, den wir verwenden, ist nachhaltig und die Emissionen werden auch ausgeglichen», sagte sein Sprecher gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Johnson hatte in seiner Rede bei der COP26 zuvor gefordert, «den Klimawandel wirklich ernst zu nehmen». Wenn die Staats- und Regierungschefs diese Gelegenheit nun verpassten, würden zukünftige Generationen ihnen das nicht verzeihen.

Die zweiwöchige COP26 hatte am Sonntag begonnen. Verhandelt wird bis zum 12. November über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015. Darin hatte sich die internationale Gemeinschaft darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, idealerweise 1,5 Grad, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

(L'essentiel/Angela Rosser/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Larry am 02.11.2021 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was macht der Typ denn überhaupt da? Mit seinem Weltraum Tourismus braucht der mir keinen Vortrag zum oekologischen Leben halten. Mit seinen Rakenten un Jets, muss man lange E-auto mit Solarstrom fahren um diesen Unsinn wieder auszugleichen. Weltraumtourismis gehört verboten sofort !

  • Japs am 02.11.2021 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Den ganzen Gipfel mit Tausenden Teilnehmern zu streichen, wären ein sinnvoller Beitrag gewesen. Konkretes kommt da ja nicht raus.

  • Matts am 02.11.2021 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll denn der Blödsinn? Sollen etwa die G20 und Milliardäre mit Ryanair fliegen? So ein Artikel ist doch absolut populistisch. Dann sollten vielleicht solche Konferenzen, wo sowieso nichts bei rauskommt einfach gelassen werden. Denn online verbrauchen sie sogar noch mehr an CO2. Vielleicht kann der Redakteur mal nachsehen, was für ein Flugzeug der Amazon-Gründer fliegt und dass mit Ryanair vergleichen. Da wird wohl erstaunen herrschen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 03.11.2021 00:37 Report Diesen Beitrag melden

    Et les spécialistes luxembourgeois ce sont déplacés comment, peut-être en vélo électrique.

  • kaa am 02.11.2021 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Géif ech och machen wann ech séng Suen hätt! Kloer Avantagen zB : keng iwwerbordent XXXL Menschen déi mengen mäin halwen Setz géif och hinnen gehéiren. An keen Vordermann/Fra déi nom Dessert hiren Setz an Maximum Recline stellt ouni Rücksicht. Keng 3 Stonnen virum Départ um Flughafen an fir duerno dann nach vun engem net frendlechen Awunner aus der Nopesch Region ugeschnauzt ze gin beim Security check…

  • PETZBETZ am 02.11.2021 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen im Mittelalter! Die neuen Aristokraten gebaren sich ganz ungeniert! Eine Riesenschweinerei - empört Euch!

  • Reichtum priveligiert am 02.11.2021 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    u. so diktiert man dem "Fußvolk" die Regeln, wobei der reiche Machtmensch natürlich gar nicht daran denkt, sich auch daran zu halten; denn warum Wasser trinken, wo es doch Wein zum saufen gibt!

  • JOHNNY am 02.11.2021 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reduzeiert dMenschen op desem Planeit! Bzw. Gebuertenkontroll ewei et a China mol üblech war!