Prozess in Frankfurt

30. November 2021 12:04; Akt: 30.11.2021 12:08 Print

Jihadist ließ Kind verdursten – lebenslange Haft

In Frankfurt am Main wurde das Urteil gegen einen 29-jährigen Jihadisten gefällt. 2015 ließ der Extremist ein fünfjähriges Mädchen in der Sonne verdursten.

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Im Prozess um ein verdurstetes jesidisches Mädchen im Irak hat das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt am Main den Angeklagten am Dienstag zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sprachen den 29-jährigen Anhänger der Jihadistenmiliz «Islamischer Staat» (IS) unter anderem wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Todesfolge schuldig. Er hatte das versklavte fünfjährige Mädchen 2015 bei großer Hitze in der Sonne angebunden.

Fünfjährige als Sklavin gehalten

Vor einem Monat wurde bereits seiner Frau Jennifer W., die ursprünglich aus Lohne in Niedersachsen kommt, der Prozess gemacht. Die Bundesanwaltschaft warf der deutschen Konvertitin damals vor, unter der Herrschaft des «Islamischen Staates» im Irak dabei zugesehen zu haben, wie ihr damaliger Ehemann ein fünfjähriges jesidisches Mädchen in der prallen Sonne ankettete und verdursten ließ.

Ehemann Taha Al-J. hatte das Mädchen zuvor für einige Hundert Dollar auf einem Sklavenmarkt gekauft; er und Jennifer W. hielten die Fünfjährige als Sklavin in ihrem Haus in Falluja.

Ehefrau stark radikalisiert

Vor Gericht trat Jennifer W. stets westlich gekleidet auf. Doch im Prozess konnte leicht gezeigt werden, wie brainwasht die IS-Anhängerin war. «Abbildung 19 zeigt rollende Köpfe», so ein Beamter vor Gericht zu Bildern von Enthauptungen, die sich auf W.s Handy und Computer befunden hatten.

Eine Polizistin sagte aus, dass bei der Auswertung der elektronischen Daten «alles dabei» gewesen sei. Auch Suchen wie «Wie bringe ich mich am besten um und nehme viele Menschen mit». Dazu habe man auf dem Computer der Angeklagten die Anleitung für den Bau einer Schnellkochtopf-Bombe gefunden.

Das deutsche Gericht verurteilte die 30-Jährige aus Lohne in Niedersachsen Ende Oktober wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, wegen Beihilfe zum versuchten Mord, zum versuchten Kriegsverbrechen – und wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit.


(L'essentiel/AFP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Retro am 30.11.2021 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und von den Christlichen Europäern verlangen, sie sollen ihre christlichen Feiertage nicht mehr bei ihrem Namen nennen. Und das alles im Namen der "religiösen" Nächstenliebe

  • JP am 30.11.2021 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aus rücksicht auf solche leute soll "weihnachten" nicht mehr benutzt werden. die EU ist schon super.

  • kaa am 30.11.2021 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mat JP an Retro : dir huet esou Recht! Wann e Vollek keng Kultur méi huet, keng Werter, just nach Konsum..?

Die neusten Leser-Kommentare

  • mars am 01.12.2021 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    an dann,ginn einfach kommentaren gespäert,wéinst beleidigungen, d'froo ass,ween beleidegt ween,déi, déi ,den numm...Krëschtdag wellen streichen,oder ,déi,déi wellen bleiwen,waat se sinn?

  • Valchen am 01.12.2021 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An éng Zell gespaart 24/7, mam Waasser oofgespart!

  • Gut gelaufen am 30.11.2021 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    lebenslange Voll-Kasko auf Steuerzahlerskosten

  • kaa am 30.11.2021 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mat JP an Retro : dir huet esou Recht! Wann e Vollek keng Kultur méi huet, keng Werter, just nach Konsum..?

  • JP am 30.11.2021 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aus rücksicht auf solche leute soll "weihnachten" nicht mehr benutzt werden. die EU ist schon super.