Nicaragua

05. August 2021 07:21; Akt: 05.08.2021 09:18 Print

Kandidatin für Vize-​​Präsidentenamt verhaftet

Berenice Quezada will Vizepräsidentin von Nicaragua werden. Die Behörden werfen der ehemaligen Schönheitskönigin nun Aufruhr zum Terrorismus vor und haben sie festgenommen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Nicaragua ist eine Vertreterin der Opposition verhaftet und von der bevorstehenden Präsidentenwahl ausgeschlossen worden. Beamte des Justizministeriums und der Staatsanwaltschaft seien am Dienstagabend in Begleitung der Polizei zur Wohnung von Berenice Quezada gegangen und hätten erklärt, dass diese unter Hausarrest stünde, teilte das Parteienbündnis Alianza CxL (Allianz Bürger für die Freiheit) in der Nacht zum Mittwoch mit.

Quezada wollte für rechte Allianz antreten

Quezada, die 27 Jahre alte Siegerin des Schönheitswettbewerbs Miss Nicaragua 2017, hatte sich erst am Montag als Kandidatin der Alianza CxL für das Amt des Vizepräsidenten eingetragen. Als Präsidentschaftskandidat des rechtsgerichteten Bündnisses tritt an ihrer Seite Oscar Sobalvarro an, der in den 1980er Jahren als Contra-Kommandant «Ruben» gegen die linken Sandinisten des Präsidenten Daniel Ortega kämpfte, der seit 2007 erneut regiert.

Quezada wird laut Staatsmedien die Förderung terroristischer Handlungen vorgeworfen. Sie war demnach angezeigt worden, weil sie Demonstrationen gegen die Regierung 2018 verherrlicht haben soll.

Die Wahl ist für den 7. November terminiert

Ab April 2018 hatten Hunderttausende Menschen zunächst gegen eine Sozialreform protestiert, später wurde unter anderem auch eine Neuwahl gefordert. Die Proteste wurden niedergeschlagen – es gab mehr als 300 Tote und Hunderte Festnahmen; mehr als 100.000 Nicaraguaner flüchteten ins Ausland. Die Regierung bezeichnet die Demonstrationen als Putschversuch.

Vor der am 7. November geplanten Wahl sind seit Juni sieben Präsidentschaftskandidaten und weitere Oppositionelle verhaftet worden. Bei fast allen beriefen sich die Sicherheitskräfte auf ein neues Gesetz. Wer demnach einen Staatsstreich anführt, zu ausländischer Einmischung anstiftet oder Sanktionen gegen Nicaragua gutheißt, wird als «Vaterlandsverräter» gebrandmarkt und darf nicht für ein gewähltes Amt kandidieren. Die Opposition wirft der autoritären Regierung vor, mögliche Rivalen und Kritiker aus dem Weg räumen zu wollen.

(L'essentiel/DPA/pme)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.