Nordkorea

11. September 2019 07:14; Akt: 11.09.2019 07:14 Print

Kim hat «extragroßes System» getestet

Nordkorea hat bestätigt, einen erneuten Test unter Aufsicht des Machthabers durchgeführt zu haben. Es ist der achte innerhalb kurzer Zeit.

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Nordkorea hat nur wenige Stunden nach einem an Bedingungen geknüpften Gesprächsangebot an die USA erneut Raketen getestet, wie das Land inzwischen bestätigt hat. Man habe ein «extragroßes Mehrfach-Raketenwerfer-System» getestet. Machthaber Kim Jong Un habe den Test persönlich beaufsichtigt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch.

Das Raketenwerfer-System wurde demnach schon vor zwei Wochen getestet. Auch bei einem Waffentest am Dienstag habe Kim vor Ort Anweisungen gegeben, schrieb KCNA.

Das südkoreanische Militär hatte am Dienstag den Abschuss von zwei «nicht identifizierten Projektilen» in Nordkorea vermeldet. Die Geschosse wurden demnach in der Provinz Süd-Pyongan abgefeuert und stürzten nach 330 Kilometern ins Meer. In den vergangenen Wochen hatte Nordkorea bereits mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert, obwohl Uno-Resolutionen dem Land jeglichen Test ballistischer Raketen verbieten.

Warnung vor Spannungen

Der Nationale Sicherheitsrat in Seoul äußerte, ähnlich wie schon bei den nordkoreanischen Raketentests in den vergangenen Woche, große Besorgnis wegen des neuen Tests. Der Generalstab rief das abgeschottete Nachbarland auf, Aktionen zu unterlassen, die zu weiteren Spannungen führen könnten.

In Südkorea wurde spekuliert, Nordkorea könnte mit den neuen Raketentests den Druck auf die USA erhöhen wollen, auf seine Forderungen im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm einzugehen. Nordkoreas Vize-Außenministerin Choe Son Hui hatte am Montag deutlich gemacht, dass ihre Regierung weiterhin von Washington neue Vorschläge erwarte, die Pjöngjang zufrieden stellen müssten.

Neues Treffen ungewiss

Sie sagte, dass bilaterale Arbeitsgespräche Ende dieses Monats stattfinden könnten. Ihr Land sei zu Gesprächen über alle Probleme bereit, über die beide Seiten bisher diskutiert hätten. US-Präsident Donald Trump nannte die Botschaft aus Pjöngjang «interessant», ließ aber zunächst offen, ob es bald zu einem Treffen kommen könnte.

Trump hatte sich bei einem kurzen Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un Ende Juni an der innerkoreanischen Grenze darauf geeinigt, Arbeitsgruppen zur Abrüstung in der Region zu bilden. Doch solche Gespräche zwischen beiden Seiten kamen bisher nicht zustande. Im Februar war ein Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim gescheitert.

Nordkorea leidet unter harten Sanktionen der Vereinten Nationen und der USA. Die US-Regierung will die Sanktionen jedoch beibehalten, solange das mit dem nordkoreanischen Atomprogramm verbundene Risiko nicht gebannt ist. Zuletzt hatte Nordkorea auch wieder eine Reihe von Raketen, darunter auch ballistische Kurzstreckenraketen, getestet. Anlass waren gemeinsame Militärmanöver der USA mit Südkorea.

Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts ballistischer Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

(L'essentiel/roy/sda)

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