Covid-19 in den USA

08. April 2020 07:19; Akt: 08.04.2020 07:21 Print

Krisenmanagement in der Kritik? So reagiert Trump

Wer den US-Präsidenten wegen der Handhabung in der Corona-Epidemie kritisiert, bekommt etwas zu hören. Eine kritische Frage zu seinem Krisenmanagement brachte Trump zur Weißglut.

Die Frage eines Reporters zu einem kritischen Bericht über die Versorgung an Krankenhäusern beantwortet der US-Präsident: «Sie sind eine Schande. Sie werden es nie zu etwas bringen.»

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Am Montag stand der US-Präsident in Washington der Presse Rede und Antwort. Kritische Fragen zu seinem Krisenmanagement brachten Trump dabei zur Weißglut. So machte er einen langjährigen ABC-Korrespondenten zur Schnecke, als dieser ihn auf den Bericht einer gestandenen Mitarbeiterin einer Gesundheitsbehörde ansprach. Der Bericht thematisiert die Versorgungsengpässe der Krankenhäuser im ganzen Land. Der Bericht sei doch politisch motiviert, blaffte Trump.

Dass die Verfasserin des Berichts zuvor für die Obama-Regierung gearbeitet hatte, brachte das Fass vollends zum Überlaufen: «Sie sind ein drittrangiger Reporter», wies Trump den Mann zurecht. «Sie sind eine Schande. Sie werden es nie zu etwas bringen.»

«Wir haben alle Ärzte von Boris kontaktiert»

Bei dem Briefing vom Montag deutete Trump zudem an, dass er eine Therapie für den an Covid-19 erkrankten britischen Premierminister in Austrag gegeben habe. Nach einem Treffen mit Bossen aus der Pharmabranche habe er diese gebeten, sofort in London anzurufen: «Diese Männer sprechen eine Sprache, die die wenigsten verstehen, aber ich verstehe etwas – nämlich dass es große Fortschritte in den Therapien gibt. Wir haben alle Ärzte von Boris kontaktiert und wir werden sehen, was passieren wird.»Was für eine Therapie das sein soll, darüber schwieg sich Trump aus. Das Hilfsangebot hat London in der Zwischenzeit dankend abgelehnt: «Wir sind zuversichtlich, dass der Premierminister die bestmögliche Behandlung durch unsere Gesundheitsdienste erhält. Jede Therapie, die er erhält, ist Sache der Ärzte», so ein Sprecher von Boris Johnson.

Es sei geradezu surreal gewesen, dem Präsidenten am Montag zuzuhören, während die Zahl der Toten im Land über 10.000 stieg, so ein CNN-Reporter. «Die Haltung des Präsidenten, der einst voraussagte, dass das Virus wie durch ein Wunder wieder verschwinden würde, wenig auf Expertenmeinungen und -ratschläge zu hören, hat die gesamte Administration gefärbt, sei es der Klimawandel, Außenpolitik oder die aktuelle Krise.»

Trump und Co. als Experten für Anti-Malaria-Mittel?

Tatsächlich ist das Misstrauen gegenüber der Wissenschaft und politischer Expertise tief in der DNA von Trumps Team verankert. Das zeigte sich auch am Wochenende: Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro wies Anthony Fauci in die Schranken, den obersten Epidemiologen der USA.

Dabei ging es um die Wirkung von Hydroxychloroquin bei der Behandlung von Covid-19. Das Anti-Malaria-Medikament wird von Präsident Trump schon lange als Allerheilmittel gegen das Coronavirus angepriesen, ohne dass dies wissenschaftlich erwiesen wäre. «Ich habe einen Doktortitel», sagte der Ökonom, «und ich weiß, wie man Statistiken liest, ob diese nun medizinisch sind, juristisch, ökonomisch oder was auch immer.»

Als Reporter den Chef-Epidemiologen später an einer Pressekonferenz mit dem US-Präsidenten näher zu dem Medikament befragen wollten, fuhr Trump dazwischen: Er habe diese Frage bereits mehrfach beantwortet, so Trump. Es gebe «sehr, sehr starke Zeichen», dass das Medikament das Virus im Körper vernichten könne.

Ärzte warnen

Tatsächlich aber warnen Ärzte vor einer Einnahme des Anti-Malaria-Medikaments bei einer Covid-Erkrankung: Die Wirkung des verschreibungspflichtigen Medikaments sei nicht erwiesen und es würden oft schwere Nebenwirkungen wie Sehverlust oder Herzbeschwerden auftreten. Auch Fauci hatte immer wieder zu Vorsicht im Umgang mit Hydroxychloroquin aufgerufen. Ob er bei dem Thema wieder zu Wort kommen darf, ist ungewiss.

Immerhin hört der Präsident in anderen Bereichen noch auf Fauci: Nachdem die USA bis Ostersonntag wieder weitgehend im Normalbetrieb sehen wollte, hat er die geltenden Richtlinien zur Eindämmung der Corona-Epidemie nun doch bis zum 30. April verlängert. 

Die USA melden am Dienstag fast 400.000 Covid-19-Ansteckungen und 11.830 Tote.

(L'essentiel/gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Donald Duck am 08.04.2020 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sehe mir das Briefing jeden Abend an. Wenn die Situation nicht so schlimm wäre, wäre dies bei weitem die beste Comedy-Sendung. Eine Parodie von Trump ist nicht möglich, Das Original wird immer besser sein: narzistisch, verrückt, überheblich anmassend, unvorbereitet, aggressiv,,... Andere würde mit diesen Symptomen eingesperrt, er wird der mächtigste Mann der Welt

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  • Arm am 08.04.2020 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Donald Trump macht sich die Welt wie sie ihm gefällt wie di ralala

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  • Arm am 08.04.2020 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Donald Trump macht sich die Welt wie sie ihm gefällt wie di ralala

  • Donald Duck am 08.04.2020 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sehe mir das Briefing jeden Abend an. Wenn die Situation nicht so schlimm wäre, wäre dies bei weitem die beste Comedy-Sendung. Eine Parodie von Trump ist nicht möglich, Das Original wird immer besser sein: narzistisch, verrückt, überheblich anmassend, unvorbereitet, aggressiv,,... Andere würde mit diesen Symptomen eingesperrt, er wird der mächtigste Mann der Welt

    • dan danchen am 08.04.2020 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      et muss een sech awer ömmer erem d fro stellen, waat deen deel vun amien an der klatz hun(an dessem fall jo forcément d´majoriteit,fir esou een ze stömmen.

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