Kampf gegen Terrormiliz

25. Oktober 2014 20:45; Akt: 25.10.2014 20:50 Print

Kurden drängen IS in Kobane zurück

Syrisch-Kurdische Kämpfer drängen den «Islamischen Staat» mit Unterstützung internationaler Luftschläge in Kobane wieder zurück. Die Ankunft der Peschmerga-Kämpfer ist weiterhin ausstehend.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Peschmerga-Ministerium der Autonomieregion Kurdistan in Erbil dementierte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa einen Bericht des Nachrichtenportals «Rudaw», wonach sich 150 Soldaten bereits an diesem Sonntag mit schweren Waffen auf den Weg in die Stadt machen wollen. Der Generalsekretär im Ministerium der kurdischen Streitkräfte, Dschabar Jawar, sagte, der Bericht sei falsch.

Die Bewegung der Streitkräfte werde unter strengster Geheimhaltung erfolgen, da es sich hierbei um eine militärische Angelegenheit handele. Die Peschmerga sollen über türkisches Territorium nach Kobane gelangen. Die nötige Erlaubnis hat die türkische Führung in Ankara bereits erteilt.

1300 Rebellen aus Aleppo

Auch etwa 1300 Kämpfer der Rebellengruppe «Freie Syrische Armee» (FSA) wollen sich den Kurden in Kobane anschließen. Am Freitag gaben die oppositionellen FSA-Kämpfer aus der Provinz Aleppo die Entscheidung zur Entsendung von Einheiten bekannt - zu denen auch gemäßigte islamistische Gruppen gehören.

Kurdische YPG-Vertreter haben die syrischen Rebellentruppen aber gebeten, nicht über türkisches Territorium nach Kobane zu kommen, sondern die Dschihadisten von syrischem Gebiet aus anzugreifen.

Kurden mit Gebietsgewinnen

Das amerikanische Militär und Verbündete flogen nach Angaben des US-Zentralkommandos in Tampa (Florida) am Freitag und Samstag einen weiteren Schlag gegen den IS nahe Kobane. 22 neue Luftangriffe gab es zugleich im Irak, die meisten davon nahe dem Mossul-Damm.

Die Talsperre ist seit langem umkämpft. Ein Zusammenbruch des ohnehin maroden Dammes könnte Flutwellen von 20 Metern Höhe zur Folge haben, die die Kraft hätten, große Teile der Millionenstadt Mossul mitzureißen.

Massive Luftschläge

In Kobane konnten kurdische Kämpfer laut einem Aktivisten dank massiver Luftschläge der internationalen Koalition einige Gebiete wieder von den Dschihadisten zurückerobern. Darunter sei der strategisch wichtige Hügel von Tell Schair am Rande Kobanes, sagte Farhad Schami aus Kobane der Nachrichtenagentur dpa.

Mindestens drei Großangriffe auf das Stadtzentrum seien am Freitagabend abgewehrt worden. Laut «Rudaw» wurden bei den Kämpfen um Tell Schair mindestens elf IS-Kämpfer getötet und vier YPG-Milizionäre.

IS-Einheiten nahmen Korridor ein

Vor wenigen Tagen hatten IS-Einheiten einen rund drei Kilometer langen Korridor von dem Hügel Tell Schair bis zur Stadtgrenze eingenommen. Der Korridor im Westen diente den kurdischen Verteidigern unter anderem als Landestreifen für die am vergangenen Montag von US-Flugzeugen abgeworfenen Waffenlieferungen an die Kurden sowie als Pufferzone zum Grenzübergang in die Türkei.

Die Terrororganisation Islamischer Staat kontrolliert seit Juni große Gebiete in Syrien und im Irak. Im August begannen im Irak die internationalen Angriffe gegen die Dschihadisten, seit Ende September fliegt die Koalition auch Kampfeinsätze in Syrien.

Lage auch im Libanon verschlechtert

Der syrische Bürgerkrieg verschlechtert auch die Lage im Libanon immer weiter. Erneut gab es heftige Kämpfe zwischen der Armee und radikal-islamischen Bewaffneten in der nördlichen Stadt Tripolis.

Dabei sei ein Zivilist ums Leben gekommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Das Militär holte demnach Verstärkung in die Unruheregion und riegelte mehrere Gebiete ab.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.