Pandemiebekämpfung

07. April 2021 12:11; Akt: 07.04.2021 12:10 Print

Mehr als 150 Millionen Dosen in den USA verimpft

Die USA geben Gas beim Impfen. Seit Joe Biden das Amt des US-Präsidenten übernommen hat, wurden über 150 Millionen Impfdosen verimpft.

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Impfen ohne «verwirrende Einschränkungen»: In den USA sollen alle Erwachsenen schon in weniger als zwei Wochen einen Termin für eine Corona-Impfung vereinbaren können. «Wir machen unglaubliche Fortschritte», sagte US-Präsident Joe Biden am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus. «Vom 19. April an ist jeder Erwachsene in jedem Staat, jeder Erwachsene in diesem Land berechtigt, sich in die Schlange zu stellen, um eine Corona-Impfung zu bekommen.» Vom Impferfolg der Amerikaner sollen auch andere Länder profitieren, wie Biden deutlich machte. Das dürfte aber erst in einigen Monaten soweit sein. Einen verpflichtenden Impfpass auf Bundesebene schloss das Weiße Haus indes aus.

Mit der baldigen landesweiten Aufhebung der Staffelung der Impfberechtigten sendet Biden ein weiteres Zeichen an die Bevölkerung, dass die USA in der Pandemie auf dem richtigen Weg sind. Die guten Neuigkeiten verknüpfte er aber wie gewohnt mit einer Warnung. Das Virus breite sich weiter aus, weil zu viele Menschen der Annahme seien, dass man die Ziellinie schon erreicht habe.

Biden hat die Impfkampagne seit seinem Amtsantritt am 20. Januar erheblich beschleunigt. Nach Angaben des Weißen Hauses wurden seither mehr als 150 Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt – also inklusive der Wochen vor Bidens Start – waren es landesweit nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mehr als 168 Millionen. Wie Forbes berichtet, wurden 40 Prozent der erwachsenen Menschen in den USA gegen das Virus geimpft. Bei den Senioren seien es gar 75 Prozent.

In New York können sich alle über 16-Jährigen impfen lassen

Ursprünglich hatte Biden die Bundesstaaten angewiesen, Impfstoffe bis spätestens 1. Mai für alle Erwachsenen freigeben zu lassen. Mehrere Bundesstaaten haben die Staffelung nach Impfgruppen bereits aufgehoben oder dafür einen Termin unabhängig von der Ankündigung des Weißen Hauses bekanntgegeben. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sagte am Dienstag: «Heute hat jede Person im Bundesstaat New York, die älter als 16 Jahre ist, Anspruch auf den Impfstoff. Es gibt keine Entschuldigung, nicht online zu gehen und heute einen Anruf (für einen Termin) zu tätigen.»

Der Großteil der Amerikaner werde bis Ende Mai voraussichtlich mindestens einmal geimpft sein, sagte Biden. Er hoffe, vor dem Ende des Sommers ankündigen zu können, dass die USA über mehr Impfstoff verfügten als nötig, um anderen, armen Ländern zu helfen. Solange die Impfung nicht überall auf der Welt verfügbar und das Virus noch nicht in allen Ländern besiegt sei, «sind wir nicht komplett sicher», sagte Biden.

Die US-Regierung hat es zur Priorität erklärt, zunächst die eigene Bevölkerung zu impfen. Gegen Biden wurde daher schon der Vorwurf laut, die «America First»-Doktrin von seinem Vorgänger Donald Trump fortzusetzen und es insbesondere armen Ländern zu erschweren, an Impfstoffe zu kommen.

Kalifornien will Mitte Juni lockern

Kalifornien stellte seinen Bürgern am Dienstag in Aussicht, dass Mitte Juni die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben werden könnten. Als Voraussetzung für eine komplette Wiedereröffnung der Wirtschaft nannte Gouverneur Gavin Newsom, dass genügend Impfstoff für alle Kalifornier ab 16 Jahren, die geimpft werden wollen, vorhanden sei und die Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern stabil und niedrig sein müsse.

«Wir können jetzt mit der Planung für unser Leben nach der Pandemie beginnen», erklärte Newsom. «Wir werden wachsam bleiben müssen und die Maßnahmen, die uns hierher gebracht haben – Masken tragen und sich impfen lassen – beibehalten, aber das Licht am Ende des Tunnels war noch nie heller.»

Die Einführung eines verpflichtenden Impfpasses auf Bundesebene lehnte das Weiße Haus ab. «Lassen Sie mich das ganz klar sagen: Die Regierung wird weder jetzt noch in der Zukunft ein System unterstützen, das von Amerikanern verlangt, einen Nachweis bei sich zu führen», betonte Sprecherin Jen Psaki. Es werde auch keine Impfdatenbank auf Bundesebene geben. Man wolle damit den Datenschutz und andere Rechte der Amerikaner gewährleisten.

(L'essentiel/DPA/lub)

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