Vier Selbstmordattentäter

25. Juli 2018 17:45; Akt: 25.07.2018 17:45 Print

Mehr als 200 Tote bei IS-​​Angriff in Syrien

In der südsyrischen Stadt Al-Suwaida sprengten sich vier Selbstmordattentäter in die Luft. Weitere Attentate konnten verhindert werden.

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Bei einem der blutigsten IS-Überraschungsangriffe im syrischen Bürgerkrieg sind Aktivisten zufolge mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen, darunter Dutzende Zivilisten. Mindestens vier Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sprengten sich dabei in der von der Regierung kontrollierten Stadt Al-Suwaida in die Luft, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch meldete. Mehr als 200 Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Der IS bekannte sich über sein Sprachrohr Amak im Internet zu dem Angriff.

Die Extremisten rückten den Menschenrechtlern zufolge in mehrere Orte nahe Al-Suwaida vor. Anhänger der Regierung und der IS hätten sich über Stunden heftige Gefechte geliefert. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, die Armee habe den Angriff zurückgeschlagen. Sie sprach von zahlreichen Toten und Verletzten, nannte aber keine Zahlen. Der Gouverneur Al-Suwaidas, Amir al-Ischi, sagte dem regierungstreuen Sender Al-Ichbaria, die Stadt sei «sicher und ruhig».

Es herrschte Panik

Unter den Todesopfern sind nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter mindestens 89 Zivilisten und 94 regierungstreue Kämpfer. Auch 38 IS-Kämpfer seien getötet worden, darunter die Selbstmordattentäter. Sana berichtete, ein Attentäter habe sich auf einem Markt in die Luft gesprengt. Sicherheitskräfte hätten zwei weitere Attentäter verfolgt und diese getötet, ehe sie ihre Sprengstoffgürtel gezündet hätten. Ein Anwohner sagte, unter den Menschen in Al-Suwaida herrsche Panik. Andere berichteten, Explosionen hätten das ganze Gebiet erschüttert.

Der Bürgerkrieg in Syrien hatte im Frühjahr 2011 mit Protesten gegen die Regierung begonnen. Die Armee und ihre Verbündeten nahmen in den vergangenen Wochen die jahrelang von Regierungsgegnern beherrschten Gebiete im Süden Syriens größtenteils wieder ein. Sie bekämpfen dort noch einen IS-Ableger, der das Jarmuk-Tal an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen kontrolliert.

Sind die Extremisten noch lange nicht besiegt?

Der IS hat sein früheres Herrschaftsgebiet in Syrien fast vollständig verloren. Er ist aber noch in einigen Regionen aktiv, vor allem im Osten des Bürgerkriegslandes. In den vergangenen Monaten hat er immer wieder versucht, mit Überraschungsangriffen Orte einzunehmen. Beobachter warnen, die Extremisten seien noch lange nicht besiegt.

Regierungstreue syrische Medien berichteten, der neue IS-Angriff sei eine Fortsetzung des israelischen Versuchs, die Zerschlagung des IS im Süden Syriens zu behindern. Israels Raketenabwehr hatte am Dienstag in der Region einen syrischen Kampfjet abgeschossen. Der israelischen Armee zufolge war er in Israels Luftraum vorgedrungen. Sana meldete, der Jet habe einen Einsatz gegen den IS geflogen.

Nach IS-Angaben stürzte das Flugzeug über dem Jarmuk-Tal ab. Die Terrormiliz veröffentlichte am Mittwoch im Internet Bilder, die einen toten Piloten und das Wrack zeigen sollen. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht überprüfen. Ein syrische Militärsprecher sagte der russischen Agentur Interfax, der Pilot habe auf den Schleudersitz verzichtet, um nicht in Gefangenschaft zu geraten.

(L'essentiel/chi/sda)

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