Berlin-Besuch
20. Juni 2013 08:16; Akt: 20.06.2013 13:49 Print
Merkels «Neuland» rettet Obamas flaue Rede
Barack Obama konnte die gewaltigen Erwartungen an seine Rede in Berlin nicht erfüllen. Der Tag gehörte Angela Merkel, die vor der Presse einen bemerkenswerten Satz sagte.
Was bleibt von Barack Obamas Rede in Berlin hängen? Die Latte war hoch gesetzt: Amerikanische Präsidenten haben in der deutschen Hauptstadt Reden gehalten, die in die Geschichte eingegangen sind. Soviel steht fest: Obama hat sich heute nicht in die Tradition John F. Kennedys und Ronald Reagans eingereiht. Der US-Präsident sprach über viel – und hängen blieb wenig.
Bildstrecken Obama in BerlinAbrüstung, Klimawandel, Antiterrorkrieg, Aids, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit: Das sind zweifellos alles wichtige Themen, doch war von Obama hierzu nichts Neues zu erfahren. Das vermochte auch seine rhetorische Brillanz nicht zu kaschieren, zumal diese stellenweise ins Pathetische abglitt: «Wir müssen die Mauern in unseren Herzen einreissen», sagte er in verblüffend plumper Anspielung auf Ronald Reagans berühmten Ausspruch.
Der Tag gehörte Angela Merkel
So bleibt – wenn überhaupt – sein Improvisationstalent in Erinnerung: Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen auf dem Pariser Platz erteilte Obama sich selbst und allen Anwesenden Tenue-Erleichterung: «Es ist so warm und ich fühle mich so wohl, dass ich meine Jacke ausziehen werde und wer will, soll es mir nachtun.» Unter Freunden könne man etwas lockerer sein, fügte er an. Ein US-Präsident spricht in der Regel einmal in seinem Leben vor der historischen Kulisse des Brandenburger Tors. Der 44. hat wenig daraus gemacht.
Wesentlich mehr Aufregung verursachte an diesem Mittwoch Obamas Gastgeberin, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz rutschte ihr folgender Satz heraus: «Das Internet ist für uns alle Neuland.» Innerhalb weniger Minuten explodierte auf Twitter der Hashtag #Neuland (siehe unten). «Eine deutsche Kanzlerin im Jahr 2013. Da steckt soviel Versagen, Ignoranz und Misswirtschaft drin», twitterte ein empörter Netzbürger. Andere nahmen Merkel in Schutz und verwiesen auf die vielen Millionen Deutschen, die das Internet kaum oder gar nicht nutzen.
(L'essentiel Online/kri)
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