TV-Debatte

16. Dezember 2015 08:02; Akt: 16.12.2015 14:52 Print

«Mit Beleidigungen schafft er es nicht ins Weiße Haus»

Die republikanischen Präsidentschaftsbewerber schenken sich in der letzten Fernsehdiskussion nichts.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In ihrer ersten Fernsehdebatte seit den Anschlägen von Paris und San Bernardino haben sich die Präsidentschaftsbewerber der US-Republikaner einen Schlagabtausch über die nationale Sicherheit und den Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geliefert.

Der in Umfragen führende Geschäftsmann Donald Trump verteidigte dabei am Dienstagabend in Las Vegas seine umstrittene Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime. «Unser Land ist außer Kontrolle», sagte Trump. Bei seinem Vorschlag gehe es nicht um Abschottung oder Religion, sondern um «Sicherheit». Der Milliardär bekräftigte auch seine Idee, das Internet im Kampf gegen Extremisten teilweise zu «schließen». «Zur Hölle, ich will Leute, die uns und unsere Nation töten wollen, nicht unser Internet nutzen lassen», sagte er.

(Video: Youtube/CNN)

Der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, warf Trump vor, über keine ernsthafte Strategie zu verfügen. Ein pauschales Einreiseverbot für Muslime würde die Verbündeten in der arabischen Welt im Kampf gegen die Jihadisten verprellen. Trump unterhalte das Publikum mit «Einzeilern», sei ansonsten aber ein «Chaos-Kandidat» und wäre ein «Chaos-Präsident».

In der Live-Sendung auf CNN beleidigte Donald Trump seinen Mitstreiter Jeb Bush mehrere Male, worauf dieser antwortete: «Mit Beleidigungen werden Sie es nicht bis ins Weiße Haus schaffen!»

(Video: Youtube/CNN)

Bei den Anschlägen in Paris waren am 13. November 130 Menschen getötet worden, zu den Attacken bekannte sich die IS-Miliz. Im kalifornischen San Bernardino hatte ein pakistanischstämmiger US-Bürger zusammen mit seiner pakistanischen Ehefrau Anfang Dezember die Weihnachtsfeier seines Arbeitgebers gestürmt. Das offenbar vom radikalen Islam inspirierte Paar tötete 14 Menschen, bevor es von der Polizei erschossen wurde.

(Video: Youtube/CNN)

Der Senator Ted Cruz, der in jüngsten Umfragen auf den zweiten Platz geklettert war, forderte ein stärkeres militärisches Vorgehen gegen die Jihadisten. «Amerika ist im Krieg» mit dem «radikalen islamischen Terrorismus», sagte er. Hochburgen der IS-Miliz werde er mit einem «Bombenteppich» überziehen. Außerdem verlangte er strengere Grenzkontrollen: «Wir werden keine Jihadisten als Flüchtlinge akzeptieren.»

Der Senator Marco Rubio forderte zusätzliche Kompetenzen für den Geheimdienst NSA bei der Überwachung der Telefon- und Internetkommunikation und erntete prompt Widerspruch von Senator Rand Paul. «Wir sind nicht sicherer durch die Sammlung der Daten von allen Amerikanern», sagte Paul, der dem libertären Flügel der Republikaner angehört. Weitere Themen der vom Fernsehsender CNN organisierten Debatte waren die Einwanderungspolitik sowie der Umgang mit China und Russland.

(Video: Youtube/CNN)

Auf der Bühne in Las Vegas standen auch der frühere Neurochirurg Ben Carson, die frühere Managerin Carly Fiorina sowie die Gouverneure von New Jersey und Ohio, Chris Christie und John Kasich. Zuvor hatten bereits in der «kleinen» Debatte die in Umfragen deutlich zurück liegenden Bewerber Lindsey Graham, George Pataki, Rick Santorum und Mike Huckabee über Fragen der nationalen Sicherheit diskutiert.

Die US-Präsidentschaftswahl findet am 8. November 2016 statt. Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Beide Parteien bestimmen ab Anfang Februar in Vorwahlen ihre Kandidaten, die auf Parteitagen im Juli offiziell gekürt werden. Während bei Obamas Demokraten die Ex-Außenministerin und frühere First Lady Hillary Clinton als große Favoritin gilt, zeichnet sich bei den Republikanern ein spannendes Rennen ab.

Kandidaten werden im Februar gekürt

Beide Parteien bestimmen ab Anfang Februar kommenden Jahres in Vorwahlen ihre Kandidaten, die auf Parteitagen im Juli offiziell gekürt werden. Während bei Obamas Demokraten die Ex-Außenministerin und frühere First Lady Hillary Clinton als große Favoritin gilt, zeichnet sich bei den Republikanern ein spannendes Rennen ab.

Seit Monaten führt Trump das republikanische Bewerberfeld an. In einer aktuellen Umfrage für die Tageszeitung «Washington Post» und den Fernsehsender ABC sprachen sich 38 Prozent der republikanischen Wähler für den politischen Seiteneinsteiger aus, in einer Erhebung der Universität Monmouth sogar 41 Prozent.

(Video: Youtube/CNN)

Nachdem Trump zuletzt wieder öffentlich mit dem Gedanken einer eigenständigen Kandidatur gespielt hatte, stellte er in Las Vegas klar: «Ich habe mich total auf die republikanische Partei festgelegt.»

(L'essentiel/chk/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De Mann vu menger Fra am 16.12.2015 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wéi huet viir un e puer Deeg ee geschriwwen: "E vollék vun Idioten mat nach méi speziellen Idioten dozwëschent."

Die neusten Leser-Kommentare

  • De Mann vu menger Fra am 16.12.2015 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wéi huet viir un e puer Deeg ee geschriwwen: "E vollék vun Idioten mat nach méi speziellen Idioten dozwëschent."