Explosion der Fälle

09. Juli 2020 07:11; Akt: 09.07.2020 07:18 Print

Nach Trump-​​Besuch steigen die Infektionszahlen

Zwei Wochen nach dem Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump in Tulsa im US-Staat Oklahoma hat dort die Zahl von Corona-Infektionen um 500 zugenommen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie in den USA könnten in den kommenden Monaten nach Modellrechnungen weitere Zehntausende Menschen sterben. Präsident Trump plant trotzdem neue Auftritte vor Tausenden Anhängern.

Nach Corona-Rekordzahlen in den Vereinigten Staaten zeichnet sich in dem Land weiter keine Entspannung ab. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona registrieren auch am Mittwoch hohe Infektionsraten, teilweise wurden Intensivbetten in Krankenhäusern knapp.

60.000 Neuinfektionen an einem Tag

Am Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 laut Johns-Hopkins-Universität (JHU) bei mehr als 60.000 an einem einzelnen Tag gelegen – die bisher bei weitem höchsten Zahlen.

Trotzdem plant Präsident Donald Trump weitere Wahlkampfveranstaltungen. An diesem Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire vor Tausenden Anhängern sprechen.

Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie «freiwillig alle Risiken» übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber «stark ermuntert», bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es.

Mehr Corona-Fälle nach Trump-Veranstaltung

Die Rede ist im Freien geplant, anders als Trumps Kundgebung am 20. Juni in einer Halle in Tulsa (Oklahoma). Mehr als zwei Wochen später führt die örtliche Gesundheitsbehörde den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf den Trump-Auftritt zurück. Dieser sowie andere Veranstaltungen hätten «mehr als wahrscheinlich» zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa.

Als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: «In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten.» Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen. Trumps Auftritt war die erste seit Beginn der anhaltenden Pandemie und wurde von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt begleitet.

Trump trägt keine Maske

Der Präsident war dafür kritisiert worden, Tausende Menschen in einer Halle zu versammeln, in der das Tragen von Masken nicht verpflichtend war. Auch Trump trägt in der Öffentlichkeit keine Maske. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, begründete das am Mittwoch erneut damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde.

Insgesamt liegt die Zahl der Toten infolge einer Covid-19-Erkrankung in den USA inzwischen bei mehr als 132.000 – zudem gibt es über drei Millionen bestätigte Fälle. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch angestiegen – vor allem in den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Trump erklärte das wiederholt mit den ebenfalls gestiegenen Zahl an Tests.

Bis November könnten nach einem weithin beachteten Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle in den USA insgesamt rund 208.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben.

(L'essentiel/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarkast-opgepasst! am 09.07.2020 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber wieso, Biden könnte doch Meetings für Republikaner organisieren...

  • EBN am 20.07.2020 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dee béisartegste Virus an den USA heescht Trump ,an do hun se och nach kee Geigemettel fond !

  • Jeremy am 09.07.2020 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ WhaleWhisperer Foire agricole an dem Trump säin Wahlkampf sin jo bal daat selwecht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • EBN am 20.07.2020 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dee béisartegste Virus an den USA heescht Trump ,an do hun se och nach kee Geigemettel fond !

  • Jeremy am 09.07.2020 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ WhaleWhisperer Foire agricole an dem Trump säin Wahlkampf sin jo bal daat selwecht.

  • Sarkast-opgepasst! am 09.07.2020 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber wieso, Biden könnte doch Meetings für Republikaner organisieren...

  • WhaleWhisperer am 09.07.2020 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn in Luxemburg die Foire Agricole nur digital stattfinden kann, müssten auch Drumpfs Wahlveranstaltungen ausschliesslich digital sein! Gouverneure sollte Grossmeetings verbieten! Der Konkurrent Biden verzichtet komplett auf ansteckungsfördernde Wahlmeetings.