Kremlkritiker

21. August 2020 18:01; Akt: 21.08.2020 18:51 Print

Nawalny wird doch zur Behandlung ausgeflogen

Die Ärzte des erkrankten russischen Oppositionelle Alexej Nawalny geben grünes Licht für eine Verlegung des Politiker ins Ausland.

storybild

Der erkrankte Alexej Nawalny (r) kann nun doch verlegt werden. (Bild: DPA/Evgeny Feldman/Archivbild)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der prominente russische Regierungskritiker Alexej Nawalny darf nach seiner möglichen Vergiftung nun doch zur Behandlung nach Deutschland ausreisen. Die Ärzte in der sibirischen Großstadt Omsk ließen am Freitagabend ihre Bedenken gegen einen Transport ins Ausland fallen, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch bestätigte das. Als wahrscheinlich gilt, dass der 44-Jährige nun bald mit einem Spezialflugzeug nach Berlin in die Charité gebracht wird.

Der stellvertretende Chefarzt der Klinik in Omsk, Anatoli Kalinitschenko, sagte: «Wir haben keine Einwände gegen eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus.» Den Zustand des Kreml-Kritikers beschrieb er als «stabil». Zuvor hatten die russischen Mediziner einen Transport noch abgelehnt, weil der Zustand des Patienten keinen Flug erlaube. Dagegen hatten deutsche Ärzte, die bereits in Omsk sind, keine Bedenken, wie das Team um den Oppositionellen mitteilte.

Umfeld vermutet Vergiftung

Nawalnys Sprecherin sagte: «Es ist schade, dass die Ärzte so lange gebraucht haben, um diese Entscheidung zu treffen.» Sein Team und seine Familie gehen davon aus, dass er vergiftet wurde. Nawalny wird seit Donnerstag in dem Krankenhaus in Omsk behandelt - rund 4000 Kilometer von Berlin entfernt. Er liegt im Koma und wird künstlich beamtet.

Nach Darstellung der Ärzte in dem Krankenhaus soll er an einer Stoffwechselstörung leiden. «Das ist die Hauptdiagnose, zu der wir am ehesten neigen», sagte Chefarzt Alexander Murachowski. Eine Vergiftung schloss er aus.

Die Sondermaschine aus Deutschland mit Ärzten und Ausrüstung an Bord war zuvor in Omsk gelandet. Unklar war, wann genau der Kreml-Kritiker nun nach Berlin geflogen wird. Die Verlegung in ein anderes Krankenhaus sei noch am Freitag geplant, sagte Kalinitschenko.

(l'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean Muller am 22.08.2020 03:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tja, als Diabetiker sollte man halt beim Reisen mehr Vorsicht walten lassen, insbesondere bei Flugreisen.

  • Jos am 21.08.2020 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage, wer den Flug und die Behandlung bezahlt....

  • jeanpaul am 21.08.2020 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nach aussage seiner ärzte deutet nichts auf eine vergiftung hin, aber wen interessieren schon fakten? russland böse!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean Muller am 22.08.2020 03:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tja, als Diabetiker sollte man halt beim Reisen mehr Vorsicht walten lassen, insbesondere bei Flugreisen.

  • Jos am 21.08.2020 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage, wer den Flug und die Behandlung bezahlt....

  • jeanpaul am 21.08.2020 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nach aussage seiner ärzte deutet nichts auf eine vergiftung hin, aber wen interessieren schon fakten? russland böse!

    • Benn2 am 22.08.2020 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      Eine zweite Meinung einzuholen ist immer gut.

    einklappen einklappen