Engpässe in Krankenhäusern

25. März 2020 14:56; Akt: 25.03.2020 14:56 Print

«New York hat noch sieben Tage»

Die Stadt ist kaum wiederzuerkennen. Doch trotz Ausgangsbeschränkungen und lahmgelegtem öffentlichem Leben steigt die Infektionsrate im Big Apple rasant.

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Das Coronavirus hat New York überrollt: Die US-Ostküstenmetropole hat mit derzeit etwa 15.000 Infizierten ein Drittel aller Corona-Fälle in den USA. Am 1. März wurde das Virus erstmals in Manhattan nachgewiesen. Seither sind in der Stadt bereits 125 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Virus gestorben.

Die Infektionsrate in der Ostküstenmetropole liegt bei eins zu eintausend – rund fünf bis zehn Mal höher als in dem ebenfalls schwer betroffenen Bundesstaat Washington an der Westküste der USA. Vizepräsident Mike Pence rief New Yorker, die die Stadt verlassen haben, dazu auf, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben, und bezeichnete den Großraum New York City als «Hochrisikogebiet».

Fast 30 Prozent der Tests sind positiv

Inzwischen sind in New York Schulen, Universitäten, Fitnessstudios und die meisten Geschäfte zu. Der Broadway und der Times Square sind menschenleer, Kulturinstitutionen wie das Museum of Modern Art, die Metropolitan Oper oder die Carnegie Hall haben dichtgemacht. So hat man den Big Apple noch gar nie gesehen.

Im ganzen Bundesstaat sind die Menschen seit Sonntag angehalten, zu Hause zu bleiben. «Die Aussichten sind düster», schreibt Stern.de. «Das Virus dürfte sich in den vergangenen Wochen schon ausgiebig unter den Menschen der Metropole verbreitet haben.» Fast 30 Prozent der Tests seien positiv – im Rest des Landes liegt dieser Schnitt bei acht Prozent.

Noch sieben Tage: abzeichnende Engpässe in Krankenhäusern

Es werde nicht mehr lange dauern, bis die Krankenhäuser nicht mehr in der Lage sein würden, alle bedürftigen Corona-Patienten zu behandeln, warnt New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo.

Der Bürgermeister von New York City, Bill de Blasio, rechnete es vor: Ab diesem Mittwoch habe New York noch sieben Tage, bis die Krankenhäuser ihre Belastungsgrenze erreicht hätten. «Wenn wir in den nächsten zehn Tagen nicht mehr Beatmungsgeräte bekommen, werden Menschen sterben, die nicht sterben müssen», sagte de Blasio weiter. «So einfach ist das.»

Er unterstütze daher das Vorhaben von US-Präsident Donald Trump, die Produktion und Verteilung dringend benötigter medizinischer Ausrüstung mit Hilfe der Armee auszuweiten. Gleichzeitig warnte de Blasio: «Das Schlimmste kommt noch. Der April wird schlimmer als der März. Und ich fürchte, der Mai wird noch schlimmer als der April.»

41.700 Angesteckte – Trump will dennoch Lockerungen

Auf wenig Gehör stieß dies indes beim US-Präsidenten. So will Donald Trump die in den Vereinigten Staaten geltenden Restriktionen so rasch wie möglich wieder lockern. Das Geschäftsleben müsse schnell wieder öffnen, «denn unser Land ist dafür bestimmt, offen zu sein», sagte Trump. Eine Schließung der weltweit führenden Wirtschaftsmacht sei schlicht unmöglich.

Trump zufolge könnte eine Lockerung bereits Anfang der kommenden Woche verkündet werden. Dann endet eine 15-Tage-Periode für Empfehlungen, die Trumps Regierung zur Bekämpfung des Coronavirus vorgelegt hatte.

Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus in den USA ist auf mehr als 500 gestiegen. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Virus in den USA liegt bei über 41.700. Damit liegen die USA bei der Zahl der bestätigten Fälle an dritter Stelle – hinter China und Italien, aber noch vor Spanien und Deutschland.

(L'essentiel/gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yankee am 27.03.2020 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    "Damit liegen die USA bei der Zahl der bestätigten Fälle an dritter Stelle – hinter China und Italien, aber noch vor Spanien und Deutschland." Aber der EU vorwerfen, sie würden nicht genug tun... Na, dann, zeigen Sie uns wie es geht, Herr Trump, und:"Good luck"!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Yankee am 27.03.2020 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    "Damit liegen die USA bei der Zahl der bestätigten Fälle an dritter Stelle – hinter China und Italien, aber noch vor Spanien und Deutschland." Aber der EU vorwerfen, sie würden nicht genug tun... Na, dann, zeigen Sie uns wie es geht, Herr Trump, und:"Good luck"!