Laut Überläufer

12. Oktober 2021 18:44; Akt: 12.10.2021 19:14 Print

Nordkorea handelt mit Drogen und Waffen

Das nordkoreanische Regime soll in den Drogen- und Waffenhandel involviert sein. Die Aussagen eines Ex-Offiziers Nordkoreas decken sich mit Aussagen anderer Überläufer.

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Nordkorea soll nach Angaben eines Überläufers jahrelang mit staatlich organisiertem Drogenhandel Devisen für die Herrscherfamilie Kim beschafft haben. Er sei in den 1990er-Jahren mit der Aufgabe betraut worden, «revolutionäre Gelder» für den damaligen Machthaber Kim Jong Il zu beschaffen, sagte der Mann der BBC. Das bedeute Drogengelder.

Der Mann, der unter dem Pseudonym Kim Kug Song erstmals in der Öffentlichkeit auftrat, soll jahrelang für den nordkoreanischen Geheimdienst gearbeitet haben und nun für den südkoreanischen Geheimdienst tätig sein. Es ist das erste Mal, dass ein so hochrangiger Offizier aus Pjöngjang einem großen Sender ein Interview gegeben hat. Der Überläufer berichtet weiter, er habe auch Attentäter entsendet, um Kritiker zu töten.

Waffenverkäufe in den Nahen Osten und nach Afrika

Der Informant malt ein Bild einer nordkoreanischen Führung, die verzweifelt versucht habe, mit allen Mitteln Geld zu verdienen, vom Drogenhandel bis zu Waffenverkäufen in den Nahen Osten und nach Afrika.
Der Offizier sagt, dass im Mai 2009 befohlen worden sei, eine «Terror-Taskforce» zu bilden, um einen ehemaligen nordkoreanischen Beamten zu töten, der in den Süden übergelaufen war.

Zu dieser Zeit sei der jetzige Machthaber Kim Jong-un auf die Nachfolge seines Vaters Kim Jong-il vorbereitet worden, der einen Schlaganfall erlitten hatte. «Für Kim Jong-un war dies ein Akt, um seinen Vater zufrieden zu stellen», so der Informant.

«Es wurde eine Terrortruppe gebildet»

«Es wurde eine Terrortruppe gebildet, um Hwang Jang-yop im Geheimen zu ermorden. Ich persönlich habe die Arbeit geleitet und ausgeführt», so der Mann weiter. Jang-yop ist bis heute der ranghöchste Nordkoreaner, der nach Südkorea geflohen war. Er galt als Chefideologe Nordkoreas.

Doch das Attentat ging schief. Zwei nordkoreanische Militärangehörige verbüßen in Südkoreas Hauptstadt Seoul noch immer eine zehnjährige Freiheitsstrafe für das Attentat. Pjöngjang hat stets bestritten, an dem Attentat beteiligt gewesen zu sein, und behauptet, Südkorea habe das Attentat inszeniert. Jang-yop verstarb 2010 im Alter von 87 Jahren in Seoul.

Die Aussagen des Überläufers über staatlich betriebene Drogenlabore in Nordkorea können nicht unabhängig überprüft werden, doch sie decken sich mit den Angaben anderer nordkoreanischer Überläufer. Auch Thae Yong Ho, der einst in der nordkoreanischen Botschaft in London gedient hatte, sprach 2019 auf der Menschenrechtskonferenz Oslo Freedom Forum von staatlich gefördertem Drogenhandel Nordkoreas.

(L'essentiel/dpa/job)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jean-paul am 12.10.2021 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    drogen- und waffenhandel betreiben die usa auch, bloss in grösserem stil. kennt man Gary Webb noch?

    einklappen einklappen
  • Valchen am 12.10.2021 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Do sin Ech awwer Baff! Wäer mol interessant, dem MERKEL séng Dealings, eraus ze fannen, mam Kim. Ueleg geint Luxus Auto mam Stäer, etc. vun Néischt, kénnt Neischt! Xi, Putin, Merkel, versch. Latin American Leader, Dealen mam Kim, an haalen hier schützend Händchen iwwert him! ;—//

  • Aarbechtsdeier am 13.10.2021 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues schon länger bekannt

Die neusten Leser-Kommentare

  • Octopus@jean paul am 14.10.2021 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nee, awer eli Merci fir den Tip

  • Octopus am 14.10.2021 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man d'Usa an hir Allieirt och, wou as den Probleem?

  • Karl am 13.10.2021 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mich überrascht das gar nicht!!! Fc.

  • Aarbechtsdeier am 13.10.2021 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues schon länger bekannt

  • Valchen am 12.10.2021 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Do sin Ech awwer Baff! Wäer mol interessant, dem MERKEL séng Dealings, eraus ze fannen, mam Kim. Ueleg geint Luxus Auto mam Stäer, etc. vun Néischt, kénnt Neischt! Xi, Putin, Merkel, versch. Latin American Leader, Dealen mam Kim, an haalen hier schützend Händchen iwwert him! ;—//