Venezuela

06. August 2018 08:54; Akt: 06.08.2018 09:12 Print

Opposition befürchtet starke Repressionen

Nach dem Anschlag auf Venezuelas Präsidenten Maduro werden starke Repressionen befürchtet. Maduro bezichtigt Kolumbien und die USA.

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Maduro ist am Samstagabend Ziel eines Anschlags mit Drohnen während einer Militärparade in Caracas gewesen. Foto: dpa

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In Venezuela sind nach dem vermeintlichen Anschlag auf Machthaber Nicolás Maduro nach Behördenangaben sechs Menschen festgenommen worden. Dabei seien auch mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt worden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur AVN Innenminister Néstor Reverol am Sonntag in Caracas. Bei dem Einsatz seien auch Beweise sichergestellt worden.

Nach Regierungsangaben war Maduro am Samstag Ziel eines Bombenanschlags gewesen, der mit Drohnen während einer Militärparade verübt wurde. Das Staatsfernsehen hatte den Moment übertragen, in dem eine Explosion zu hören war, während Maduro eine Rede vor Soldaten hielt. Der Staatschef blieb unverletzt.

Kritiker befürchten, dass der Vorfall nun zur Verschärfung der Repression genutzt wird. «Wir warnen davor, dass dieses konfuse Ereignis als Ausrede genutzt werden kann, um das verfassungsmäßige Recht des Volkes auf Protest abzuschaffen», schrieb das Oppositionsbündnis Frente Amplio. Mit ihrer Reaktion wolle die Regierung zudem von der akuten Krise in dem Land ablenken.

Echter Anschlag oder nur Täuschung

Venezuela leidet seit langem unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise; internationale Organisationen warnen vor einer humanitären Notlage. Das Land mit den größten Ölreserven der Welt kämpft mit einer Hyperinflation, das heißt, die Preise steigen explosionsartig und das Geld verliert rasant an Wert.

Die spanische Zeitung El Mundo erinnert an den Putschversuch in der Türkei und die daraus resultierenden Repressionen: «Die internationale Gemeinschaft muss ihre Unterstützung für die demokratische Opposition unter Beweis stellen und die Regierung von Maduro unter Druck setzen, um eine neue Welle der Unterdrückung der verarmten Gesellschaft zu vermeiden. Sie muss von der Diktatur eine überzeugende Erklärung über den Vorfall verlangen, um festzustellen, ob es sich um einen echten Anschlag oder eine vorsätzliche Täuschung gehandelt hat.»

Im vergangenen Jahr schaltete Maduro das von der Opposition kontrollierte Parlament aus, im Mai ließ er sich für eine weitere fünfjährige Amtszeit bei einer umstrittenen Wahl im Amt bestätigen.

(L'essentiel/dpa/ms)

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