Rohingya-Flüchtlinge

03. Dezember 2017 15:09; Akt: 03.12.2017 15:10 Print

Papst wollte «Tür nicht vor der Nase zuschlagen»

In Burma wird der Name Rohingya nicht genannt. Deshalb habe er in seiner offiziellen Rede auf das Wort verzichtet, begründet Papst Franziskus seine vorsichtigen Worte bei seinem Besuch.

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Hat sich für eine diplomatische Artikulierung entschieden: Papst Franziskus trifft Rohingya-Flüchtlinge während dem Interreligiösen und Ökumenischen Treffen für Frieden in Dhaka, Bangladesch.(1. December 2017). (Bild: EPA/ETTORE FERRARI)

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Papst Franziskus hat seinen zögerlichen Umgang mit der Krise um die Rohingya-Flüchtlinge auf seiner Asien-Reise verteidigt. «Für mich ist am wichtigsten, dass die Botschaft ankommt», sagte der Pontifex auf dem Rückflug von seinem Besuch in Burma und Bangladesh. «Wenn man dem anderen die Tür vor der Nase zuschlägt, dann kommt die Botschaft nicht an», sagte der Papst am Samstag. Deshalb versuche er, die Dinge «Schritt für Schritt zu sagen und die Antworten anzuhören».

Franziskus wurde bei seinem Besuch vorgeworfen, den Konflikt zu lange nicht angesprochen zu haben und die in Burma verfolgte muslimische Rohingya-Minderheit auch nicht beim Namen genannt zu haben. Erst am vorletzten Tag seiner Reise in Bangladesh benutzte er den Begriff «Rohingya» bei einem Treffen mit einigen Flüchtlingen.

Rohingya, ein ungenannter Name

«In einer offiziellen Rede dieses Wort (Rohingya) zu sagen, hätte jemandem die Tür vor der Nase zugeschlagen», fuhr das Katholiken-Oberhaupt fort. Er habe sich mit anderen Worten auf den Konflikt bezogen. Er sei sehr zufrieden, dass seine Botschaft auf diese Weise angekommen sei.

Aus Burma sind fast eine Million Rohingya nach Bangladesh geflüchtet. In Burma werden sie nicht als Staatsbürger und nicht als eigene Ethnie anerkannt, weshalb ihr Name dort nicht benutzt wird und sie Menschen ohne jeglichen Rechte sind. Die Vereinten Nationen sprechen davon, dass es in Burma eine «ethnische Säuberung» gegeben habe.

(L'essentiel/foa/sda)

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