Widerstand

13. Januar 2020 07:49; Akt: 13.01.2020 07:49 Print

Regierung im Iran gerät immer mehr unter Druck

Die Demonstrationen gegen die Regierung im Iran schwellen an - am Wochenende sollen Tausende zu einer Protestaktion gekommen sein. US-Präsident Trump kommentiert aus der Ferne.

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Die regierungskritischen Proteste in Teheran weiten sich nach dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine durch den Iran aus. Bis zu 3000 Menschen demonstrierten am Sonntag laut der Nachrichtenagentur ILNA auf dem Asadi-Platz in der Hauptstadt und kritisierten auch die Vertuschung von Fakten durch die iranische Führung. Es gab dem Bericht zufolge Forderungen nach dem Rücktritt aller beteiligten Offiziellen. Polizei und Sicherheitskräfte versuchten laut ILNA, die Proteste zu beenden. US-Präsident Donald Trump stellt sich via Twitter demonstrativ hinter die Demonstranten - zum Ärger des Irans.

Schon in den Tagen nach dem versehentlichen Abschuss der Linienmaschine am Mittwoch hatten Hunderte Menschen, hauptsächlich Studenten, gegen die Führung der Islamischen Republik protestiert. Zu diesem Zeitpunkt hielten die iranischen Behörden noch an ihrer Darstellung fest, ein technischer Defekt habe das Flugzeug abstürzen lassen. Am Samstag räumte das Militär dann den versehentlichen Abschuss der Maschine ein. Die gesamte iranische Führung drückte ihr Bedauern über den Vorfall aus.

Der Abschuss der Maschine fiel zeitlich zusammen mit der Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Die Lage war eskaliert, nachdem das US-Militär den iranischen Top-General Ghassem Soleimani in Bagdad gezielt per Luftschlag getötet hatte. Nach einem darauf folgenden Vergeltungsangriff des Irans auf von den USA genutzte Militärstützpunkte im Irak wuchs die Furcht vor einer unkontrollierbaren Ausweitung des Konflikts. Zuletzt kündigten beide Länder an, ihre Spannungen auf politischer Ebene lösen zu wollen.

«Trump hat kein Recht, auf Persisch zu twittern»

Trump warnte die iranische Führung davor, gewaltsam gegen protestierende Regierungskritiker vorzugehen. «Töten Sie nicht ihre Demonstranten», schrieb er am Sonntag in Großbuchstaben auf Twitter. «Tausende sind von Ihnen bereits getötet oder inhaftiert worden.» Die USA und die ganze Welt würden zuschauen, warnte Trump. Später wiederholte er die Twitter-Nachricht auf Persisch. Bereits am Samstag hatte Trump den Demonstranten im Iran in Twitter-Nachrichten auf Englisch und Persisch die Unterstützung der USA zugesichert.

Der Iran bezeichnete Trumps Einlassungen via Twitter als absurd. «Stehen Sie an der Seite der Iraner oder gegen sie, wenn Sie ihren Nationalhelden (Soleimani) in einer Terroraktion töten lassen», fragte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Sonntag auf Twitter. Außerdem habe Trump kein Recht, auf Persisch zu twittern, nachdem er jahrelang das iranische Volk mit Drohungen und Sanktionen terrorisiert habe.

Am Sonntag (Ortszeit) twitterte Trump dann, sein Nationaler Sicherheitsberater gehe davon aus, dass die Sanktionen und Proteste den Iran an den Verhandlungstisch zwingen würden. «Tatsächlich könnte es mir egaler nicht sein, ob sie verhandeln. Es wird völlig ihnen überlassen sein, aber: keine Atomwaffen und "tötet eure Demonstranten nicht"», schrieb er.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WaUl am 13.01.2020 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    "Niemand hat die Absicht..." hatte doch schon mal jemand vor Journalisten gesagt. Wie war das nochmal ????

  • Klomp am 13.01.2020 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn, et si mei geigendeemonstranten do wei där aanerer, alles PROPAGANDA vu westleche Medien.

  • Korinth am 15.01.2020 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Firwaat héiert een op eemol näischt méi vun Hong Kong?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Korinth am 15.01.2020 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Firwaat héiert een op eemol näischt méi vun Hong Kong?

  • Klomp am 13.01.2020 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Secher huet den Trump Recht op persesch ze Twitteren.

  • Klomp am 13.01.2020 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn, et si mei geigendeemonstranten do wei där aanerer, alles PROPAGANDA vu westleche Medien.

  • WaUl am 13.01.2020 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    "Niemand hat die Absicht..." hatte doch schon mal jemand vor Journalisten gesagt. Wie war das nochmal ????