Biden-Attacke auf Putin

18. März 2021 07:09; Akt: 18.03.2021 07:13 Print

Russland holt US-​​Botschafter nach Moskau zurück

Mit dem vorübergehenden Rückzug des russischen Botschafters aus Washington reagiert der Kreml auf die Attacke von US-Präsident Joe Biden auf Waldimir Putin.

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Nach der scharfen Attacke von US-Präsident Joe Biden auf Kreml-Chef Wladimir Putin hat Russland seinen Botschafter in Washington nach Moskau zurückbeordert. Anatoli Antonow sei am Mittwoch zu Konsultationen nach Moskau geladen worden, um die Zukunft der Beziehungen zu den USA zu analysieren, erklärte das russische Außenministerium. Biden hatte in einem Fernsehinterview gesagt, er halte Putin für einen «Mörder».

Das russische Außenministerium erklärte, bei den Gesprächen mit Botschafter Antonow solle es um die Frage gehen, wie eine «irreversible Verschlechterung» der Beziehungen verhindert werden könne. Vize-Außenminister Sergei Riabkow sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, die Verantwortung für die Verschlechterung der Beziehungen «liegt vollständig bei den Vereinigten Staaten».

Das US-Außenministerium erklärte, es nehme die Rückbeorderung des russischen Botschafters zur Kenntnis. Eine Sprecherin ergänzte, der US-Botschafter in Moskau werde trotz der Krise auf seinem Posten bleiben, um «offene Kommunikationskanäle» aufrechtzuerhalten und «das Risiko von Fehleinschätzungen zwischen unseren Ländern zu reduzieren».

«Das tue ich»

Biden war in dem Interview des Senders ABC News gefragt worden, ob er der Ansicht sei, dass Putin «ein Mörder ist». Der US-Präsident antwortete: «Das tue ich.» Biden nannte keine Einzelheiten und machte nicht deutlich, ob er sich damit auf die versuchte Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexei Nawalny bezog. Biden sagte in dem Interview auch, der russische Staatschef werde dafür «bezahlen», dass er seine Präsidentschaftskandidatur 2020 zu untergraben versucht habe.

Am Dienstag hatten die US-Behörden einen neuen Bericht veröffentlicht, demzufolge sich Russland auch in die US-Präsidentschaftswahl 2020 eingemischt hat – und nicht nur in die Wahl 2016, die Bidens Vorgänger Donald Trump gewonnen hatte.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies den Bericht zur US-Wahl am Mittwoch als «völlig gegenstandslos und unbegründet» zurück. «Wir betrachten diesen Bericht als falsch», sagte Peskow. Der Kreml bedauere die Veröffentlichung des Berichts, dieser solle als «Entschuldigung» für mögliche neue Sanktionen gegen Moskau gelten.

Biden nimmt härtere Haltung ein

Auch auf Bidens Aussagen hatte Moskau sofort und scharf reagiert. «Putin ist unser Präsident und ein Angriff auf ihn ist ein Angriff auf unser Land», schrieb der Präsident des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, im Onlinedienst Telegram.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte am Mittwoch auf die Frage von Journalisten, ob Biden den russischen Präsident im wörtlichen oder nur im übertragenen Sinne für einen Mörder halte, der US-Präsident halte sich mit seinen «Bedenken» über Dinge, die er «böse oder problematisch» finde, nicht zurück. Als Beispiel nannte sie Wahleinmischungen, den Giftanschlag auf Nawalny und Cyberattacken.

Biden nimmt seit seinem Amtsantritt im Januar eine deutlich härtere Haltung gegenüber Moskau ein als Trump, dem eine übergroße Nähe zum Kreml-Chef vorgeworfen wird.

Biden sagte, er habe sich kurz nach seinem Amtsantritt im Januar mit Putin unterhalten. «Zu Beginn des Gesprächs sagte ich zu ihm: ‹Ich kenne Sie und Sie kennen mich. Wenn ich zu dem Schluss komme, dass das passiert ist, dann machen Sie sich auf etwas gefasst›.» Biden ging nicht näher darauf ein, ob er damit die Wahleinmischung meinte oder andere russische Vorgehensweisen wie den Fall Nawalny. Der US-Präsident bekräftigte jedoch, dass er mit Moskau «arbeiten» wolle, «wenn es in unserem gemeinsamen Interesse ist».

(L'essentiel/AFP/chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 18.03.2021 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Den Biden ass eng flott marionette fir een scheine Krieg!!!

  • Guy Michels am 18.03.2021 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schade. Der Neue scheint genauso undiplomatisch wie Trump zu sein.

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  • Sam123 am 18.03.2021 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Von 2009-2017 unter Barack Obama war Biden Vice-President. Niemals in der Geschichte der USA wurden soviele unschuldige Menschen getötet mit Drohnen wie damals! Ganze Hochzeitsgesellschaften wurden tot gebombt in Afghanistan und Pakistan und weltweit. Biden hat wesentlich mehr Blut unschuldiger Menschen an den Händen als Putin! Dann zu Wahleinmischungen: da sind die USA weltweit die Champions! Und wenn es nicht verdeckt geht dann werden blutige „Regimechanges“ vorgenommen welche ganze Länder zerstören, siehe Irak, Syrien, Libyen, Venezuela usw! Biden täte gut daran sich in den Spiegel zu sehen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl am 02.04.2021 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fc. Komisch wenn man wie Biden die Wahrheit sagt! Dann ist man sofort der ,,böse“!?

  • Octopus@Michels am 19.03.2021 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat as wann een en Ped.... en krichsdreiwenden Waffenhändler als President wielt, dat kennt dovun.

  • Guy Michels am 18.03.2021 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schade. Der Neue scheint genauso undiplomatisch wie Trump zu sein.

    • Phil am 18.03.2021 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      Sou ondiplomatesch war den Trump guernet. Jiddefalls huet hien den Kim Jong Un gezësst.

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  • mp3 am 18.03.2021 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lauter experten unterwegs xD

  • Sam123 am 18.03.2021 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Von 2009-2017 unter Barack Obama war Biden Vice-President. Niemals in der Geschichte der USA wurden soviele unschuldige Menschen getötet mit Drohnen wie damals! Ganze Hochzeitsgesellschaften wurden tot gebombt in Afghanistan und Pakistan und weltweit. Biden hat wesentlich mehr Blut unschuldiger Menschen an den Händen als Putin! Dann zu Wahleinmischungen: da sind die USA weltweit die Champions! Und wenn es nicht verdeckt geht dann werden blutige „Regimechanges“ vorgenommen welche ganze Länder zerstören, siehe Irak, Syrien, Libyen, Venezuela usw! Biden täte gut daran sich in den Spiegel zu sehen