45 Verletzte

22. Juli 2019 10:07; Akt: 22.07.2019 10:32 Print

Schlägermob wütet im Zug, «wo war die Polizei?»

Bei einem Angriff von regierungskritischen Demonstranten in Hongkong wurden 45 Personen verletzt. Nun wird der Polizei Untätigkeit vorgeworfen

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An einem Bahnhof im Norden von Hongkong waren am Sonntagabend nach einer erneuten Protestkundgebung regierungskritische Demonstranten von Männern angegriffen worden, die mit Metallstangen und Holzstöcken bewaffnet waren. Dabei wurden 45 Menschen verletzt. Sechs Menschen erlitten schwere Verletzungen, einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr.

Kritiker werfen der Polizei vor, trotz dramatischer Hilferufe der angegriffenen Demonstranten erst nach mehr als einer Stunde eingetroffen zu sein. Die Beamten nahmen die in weiße T-Shirts gekleideten Angreifer dann auch nicht fest, obwohl diese sich weiterhin in den Straßen nahe des Bahnhofs aufhielten.

Polizei traf nach mehr als einer Stunde ein

Nach der gewaltsamen Attacke eines Schlägertrupps auf regierungskritische Demonstranten in Hongkong ist scharfe Kritik an Polizei und Regierung laut geworden. Der bekannte Demokratie-Aktivist Nathan Law schrieb in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter, wenn «chinesische Mobs» Bürger angreifen würden, greife die Polizei nicht ein. «Schande über die Regierung.» Der Parlamentarier Ray Chan verlangte außerdem zu wissen: «Wo war die Polizei?»

Der bei der Attacke verletzte Abgeordnete Lam Cheuk Ting kritisierte die Polizei ebenfalls. Er machte für den Angriff Mitglieder krimineller chinesischer Banden, der sogenannten Triaden, verantwortlich.

Männer verließen China

Später wurden Männer gesehen, die den Ort in Autos mit Kennzeichen von Festland-China verließen. Der Bahnhof Yuen Long, an dem sich der Angriff zutrug, liegt unweit der Grenze zwischen Hongkong und Festland-China.

Mit der Attacke des Schlägertrupps auf die regierungskritischen Demonstranten hat sich der politische Konflikt in Hongkong stark zugespitzt. Es wachsen die Sorgen, dass sich die Triaden in die politische Auseinandersetzung in der chinesischen Sonderverwaltungszone einschalten könnten. Bereits 2014 hatte es gewaltsame Attacken auf Demonstranten der «Regenschirm»-Demokratiebewegung gegeben.

(L'essentiel/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fonsi am 22.07.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    In Russland, Venezuela zb werden friedliche Demonstranten von Schlägertrupps die von der Regierung angeheuert wurden verfolgt und malträtiert. Dann können die Machthaber sagen es wäre nicht die Polizei gewesen und somit können sie ihre Hände in Unschuld waschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fonsi am 22.07.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    In Russland, Venezuela zb werden friedliche Demonstranten von Schlägertrupps die von der Regierung angeheuert wurden verfolgt und malträtiert. Dann können die Machthaber sagen es wäre nicht die Polizei gewesen und somit können sie ihre Hände in Unschuld waschen.

    • Papst am 23.07.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      das sind Colektivos,in einem Kommunisten-Staat oder Diktatur werden sie straffrei nach hause gehen.In Venezuela werden sie von Maduro bewaffnet und machen auch davon Gebrauch gegen wehrlose Zivilisten.

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