Vergewaltigung

19. November 2019 14:26; Akt: 19.11.2019 15:38 Print

Schweden stellen Verfahren gegen Assange ein

Die Voruntersuchungen wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange in Schweden werden offenbar eingestellt.

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Assange hatte sich lange Zeit in der Botschaft Ecuadors in London versteckt.

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Die schwedischen Justizbehörden stellen die Vergewaltigungs-Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Der Vorfall liege mittlerweile so lange zurück, dass sich die Beweislage deutlich abgeschwächt habe, erklärte die stellvertretende Direktorin der schwedischen Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, am Dienstag. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft könne angefochten werden, sagte Persson.

Der Gründer der Enthüllungsplattform sitzt derzeit in Großbritannien in Haft. Gegen ihn lag ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er befürchtete, zunächst nach Skandinavien und schließlich an die USA ausgeliefert zu werden. Diese Option ist nun ausgeschlossen.

Auslieferung noch möglich

Eine mögliche Auslieferung an die USA ist aber noch nicht vom Tisch, weil die US-Justiz einen Auslieferungsantrag gestellt hat, der von den Briten zugelassen wurde. Die Verhandlung zu dem Auslieferungsgesuch beginnt am 25. Februar 2020.

Assange war in Schweden vorgeworfen worden, im August 2010 eine Frau vergewaltigt zu haben. Er hat das stets bestritten. Andere Vorwürfe sind mittlerweile verjährt.

Nicht die erste Einstellung

Die schwedischen Ermittlungen waren 2017 schon einmal eingestellt worden, weil es nicht gelungen war, die Vorwürfe ausreichend zu untersuchen. Die Schuldfrage konnte damals nicht geklärt werden. Im Mai 2019 hatte die schwedische Staatsanwaltschaft ihre Voruntersuchungen aber wiederaufgenommen und Haftbefehl beantragt, was das zuständige Gericht in Uppsala aber im Juni ablehnte. Die Strafverfolgung hatte darauf verzichtet, gegen die Ablehnung des Haftbefehls in Berufung zu gehen.

Der Wikileaks-Gründer hatte sich jahrelang in der Botschaft von Ecuador in London verschanzt, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Washington will Assange wegen des Vorwurfs vor Gericht stellen, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen ihm 175 Jahre Haft.

(l'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Demokratie mit Fragezeichen am 20.11.2019 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Antwort an sdvendorca, machen wir es doch andersrum, warum wanderst du nicht aus u. ganz bestimmt halte ich dich bei deinen Reisen nicht auf. In den diktatorischen Staaten wirst es politisch bestimm weit bringen!!!

  • Demokrie mit Fragezeichen am 19.11.2019 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt nur noch zu hoffen, dass Assange nicht an die USA ausgeliefert wird; denn die dortige Demokratie ist genauso wie in Deutschland "beschissen"!!!

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  • kaa am 20.11.2019 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wéi den J. Assange sech mat der plateforme Wikileaks opgemach hat fir crimes de guerre ze denoncéieren, hat hien den langen Arm vun den USA kräfteg ennerschaat! Bleiwt awer och festzestellen, datt net vill Enthüllungen iwert Russland, zB Ukraine Iwwerfall ze gesin waren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 25.11.2019 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Antwort an svendorca, wird dich bestimmt freuen, dass in den Medien mitgeteilt wird, dass es Assange gesundheitlich nicht gut gehen soll. Sind damit deine Rachegelüste befriedigt!!!

  • Demokratie mit Fragezeichen am 20.11.2019 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Antwort an sdvendorca, machen wir es doch andersrum, warum wanderst du nicht aus u. ganz bestimmt halte ich dich bei deinen Reisen nicht auf. In den diktatorischen Staaten wirst es politisch bestimm weit bringen!!!

  • kaa am 20.11.2019 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wéi den J. Assange sech mat der plateforme Wikileaks opgemach hat fir crimes de guerre ze denoncéieren, hat hien den langen Arm vun den USA kräfteg ennerschaat! Bleiwt awer och festzestellen, datt net vill Enthüllungen iwert Russland, zB Ukraine Iwwerfall ze gesin waren.

  • svendorca am 20.11.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Dann kann Assange ja jetzt endlich in die USA ausgeliefert werden und dieses Trauerspiel der Strafvereitelung nimmt endlich ein Ende.

  • Demokrie mit Fragezeichen am 19.11.2019 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt nur noch zu hoffen, dass Assange nicht an die USA ausgeliefert wird; denn die dortige Demokratie ist genauso wie in Deutschland "beschissen"!!!

    • svendorca am 20.11.2019 09:46 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn dir die deutsche Demokratie nicht passt steht es dir frei in ein deinen demokratischen Maßstäben entsprechendes zu gehen. Ecuador, Nordkorea oder so. Reisende soll man nicht aufhalten.

    • antitrump am 20.11.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      das stinkt bis zum Himmel! Jahrelang hatten sie die Gelegenheit das Verfahren einzustellen! Aber erst verhaften, Klage fallen lassen und dann wahrscheinlich an die USA ausliefern!

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