Nordkorea baut Atomanlage ab

26. Juli 2018 19:13; Akt: 26.07.2018 19:13 Print

Seoul besteht auf Überprüfung jedes Schritts

US-Experten berichteten gerade, Nordkorea baue seine Raketenstartanlage ab. Seoul will das verifizieren lassen. Auch der US-Außenminister traut dem Frieden nicht.

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Südkoreas Außenministerin Kang Kyung-wha hat eine Überprüfung der jüngsten Schritte Nordkoreas in Richtung eines Abbaus seines Raketen- und Atomprogramms gefordert. Kang begrüsste es am Donnerstag in Seoul, dass das Nachbarland im Mai das Atomtestgelände in Punggye-ri geschlossen habe.

Auch verstehe Südkorea es so, dass Nordkorea seine Raketenstartanlage in Sohae an der Westküste abbaue. «Nordkorea unternimmt bedeutungsvolle Schritte, doch jeder Schritt muss verifiziert werden», betonte Kang bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem deutschen Amtskollegen Heiko Maas.

Pompeo: Nordkorea nach wie vor große Gefahr

Kang bekräftige die Position Südkoreas und seines Verbündeten USA, dass die internationalen Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang beibehalten werden sollten, bis eine «komplette Denuklearisierung» Nordkoreas erreicht worden sei.

US-Außenminister Mike Pompeo hält Nordkorea nach wie vor für die dringlichste Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA, sagte er am Mittwoch bei einer Anhörung vor dem US-Senat.

Trump: «Ganz Asien ist glücklich»

Anfang dieser Woche hatten US-Experten auf der Grundlage von Satellitenbildern berichtet, dass Nordkorea mit dem Abbau wichtiger Teile seiner Raketenstartanlage Sohae begonnen habe. Die Nachrichtenseite «38 North» des US-Korea-Instituts wertete dies als Hinweis dafür, dass Machthaber Kim Jong-un erste Schritte zur Umsetzung des vor sechs Wochen in Singapur erzielten Gipfelabkommens mit US-Präsident Donald Trump eingeleitet habe.

Als positives Ergebnis der Annäherungsgespräche mit Nordkorea nannte es Kang, dass es keine weiteren «Provokationen» von nordkoreanischer Seite gebe. Zuletzt hatte auch Trump betont, dass Nordkorea seit neun Monaten keine Rakete mehr abgefeuert und auch keine Atomtests mehr durchgeführt habe. «Ganz Asien sei glücklich», hatte er am Montag auf Twitter geschrieben.

«Sie stellen weiterhin Spaltmaterial her»

Nach seinen Angaben von Trumps Außenminister produziert Nordkorea jedoch weiterhin Atommaterial. «Ja, sie stellen weiterhin Spaltmaterial her», sagte Pompeo vor dem US-Senat. Auf die Frage, ob Nordkorea auch sein Atomprogramm noch vorantreibe, sagte Pompeo, dies wolle er «in einem anderen Rahmen» beantworten. Er bezog sich damit auf ein Treffen mit Senatoren hinter verschlossenen Türen.

Der US-Präsident hatte nach seinem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un verkündet, es gebe «keine nukleare Bedrohung durch Nordkorea mehr». Pompeo sagte am Mittwoch, Trump habe vermutlich sagen wollen, dass die Spannungen deutlich reduziert worden seien.

Zuvor hatte Pompeo bei der Anhörung versichert, dass seine Regierung keine «endlose Verschleppung» in den Gesprächen mit Nordkorea über die atomare Abrüstung hinnehmen werde. Die laufenden Gespräche mit Pjöngjang bezeichnete er jedoch als «produktiv». Es gebe «Fortschritte».

(L'essentiel/kko/sda/afp)

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