Spanien

18. Oktober 2019 11:29; Akt: 18.10.2019 11:30 Print

Separatisten legen Autobahn lahm

Wieder kam es in Spanien zu Ausschreitungen. Diesmal waren auch Rechtsextreme beteiligt. Am Freitag ist zudem ein Generalstreik geplant.

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Die Proteste von Befürwortern der Unabhängigkeit in Katalonien reißen nicht ab. Neben militanten Separatisten gingen in Barcelona nun auch rechtsradikale Gegendemonstranten auf die Straße. Mindestens elf Menschen seien festgenommen worden, teilte die Polizei der nordostspanischen Region in der Nacht zum Freitag auf Twitter mit.

Es habe rund ein Dutzend Verletzte gegeben, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf die Notdienste. Die heftigsten Zusammenstösse gab es in der Regionalhauptstadt Barcelona. Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung setzten im Zentrum unter anderem Müllcontainer sowie Tische und Stühle von Straßencafés in Brand. Außerdem seien eine Bankfiliale und ein Bekleidungsgeschäft verwüstet worden, teilte die Polizei mit.

Polizisten angegriffen

Vereinzelt kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten seien erneut mit Steinen und Böllern angegriffen worden und hätten ihrerseits Schaumgeschosse eingesetzt, hieß es in Medienberichten.

Verhindern konnte die Polizei Zusammenstösse zwischen den Separatisten, die nach Unabhängigkeit für die wirtschaftlich starke Region im Nordosten Spaniens streben, und Rechtsradikalen, die eine Gegenkundgebung veranstalteten. Nach Schätzungen des spanischen Fernsehens waren auch nach Mitternacht in Barcelona noch viele Tausend Unabhängigkeitsbefürworter unterwegs. Demonstrationen gab es am Donnerstag auch in anderen katalanischen Städten wie Girona und Lleida.

Laut «El Mundo» legten die Demonstranten auch Nationalstraßen und Autobahnen lahm. So etwa auch die AP-7, die nach Frankreich führt. Zudem wurde die einzige Straße, die von Andorra nach Spanien führt, blockiert.

An diesem Freitag wollen die Separatisten Katalonien mit einem Generalstreik lahmlegen. In Barcelona wurden auch Tausende Teilnehmer zu «Märschen für die Freiheit» erwartet, die sich in den vergangenen Tagen in fünf Städten der Region auf den Weg dorthin gemacht hatten.

Der separatistische Regionalpräsident Quim Torra hatte die Gewalt in der Nacht zum Donnerstag erstmals kritisiert. «Das muss sofort aufhören. Es gibt weder einen Grund oder eine Rechtfertigung dafür, Autos in Brand zu stecken, noch für andere vandalische Aktionen», sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung.

Die sozialistische Zentralregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez weist derweil die Forderungen konservativer Kräfte zurück, Katalonien erneut unter Zwangsverwaltung zu stellen, wie es schon nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 geschehen war.

(L'essentiel/vro/sda)

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