Zu viel Wäsche im Garten?

04. August 2021 16:19; Akt: 04.08.2021 16:21 Print

So kam die CIA Osama bin Laden auf die Spur

Über zehn Jahre war er auf der Flucht. Dann haben ihn US-Sondereinheiten aufgespürt und exekutiert. Jetzt werden neue Details über den Fall bekannt.

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Er war der meistgesuchte Mann der Welt und Drahtzieher für einen der schrecklichsten Terroranschläge der Neuzeit am 11. September in New York. Osama bin Mohammed bin Awad bin Laden, bekannt als Al-Kaida-Chef Osama bin Laden. Unmittelbar nach den Anschlägen, bei denen fast 3000 Menschen ums Leben kamen, zerstreute sich Osamas Großfamilie in verschiedene Teile von Afghanistan und Pakistan. Der Terrorführer selbst versteckte sich in den afghanischen Bergen und im Norden Pakistans, um der Justiz und den amerikanischen Truppen zu entgehen.

Osama Bin Laden beauftragte seinen langjährigen Leibwächter Ibrahim Saeed Ahmed abd al-Hamid mit dem Kauf eines Hauses in Pakistan. Der Leibwächter heuerte einen Architekten an, der aus dem gekauften Haus im Wert von 50’000 Dollar eine Festung errichten sollte, damit Bin Laden seine verstreute Familie in Abbottabad, Pakistan, wieder vereinen kann, wie ein neues Buch vom ehemaligen CNN-Produzenten und Terrorismus-Experten Peter Bergen enthüllte. Über dieses Buch berichtet die «New York Post».

Sichtschutz auf der Terrasse

Ibrahim kaufte das Haus auf seinen Namen und machte sich an die Arbeit, die Vorgaben seines Chefs umzusetzen. Das dreistöckige Haupthaus hatte im ersten Stock vier Schlafzimmer. Im zweiten Stock errichtete man weitere vier Zimmer, jedes mit einem eigenen Bad. Im dritten, dem obersten Stock der Festung, befanden sich ein Schlafzimmer, ein Badezimmer, ein Arbeitszimmer und eine Terrasse mit einer großen Mauer als Sichtschutz.

2005 war es dann soweit und die Familienmitglieder Bin Ladens zogen ein. Die Festung beherbergte noch ein kleines Nebengebäude. Dort wohnte die Familie von Leibwächter Ibrahim Saeed Ahmed abd al-Hamid. Von der Familie des Leibwächters gingen auch die einzigen Bewegungen in und rund um das Haus aus. Die Kinder, der Bruder Abrar und die Frau von Ibrahim kamen und gingen regelmäßig.

Strenge Sicherheitsmaßnahmen befolgt

Die beiden Brüder befolgten demnach auch strenge Sicherheitsmaßnahmen, wenn sie das Haus verließen. Sie benutzen nur öffentliche Telefonzellen in großen Städten, um wichtige Anrufe zu tätigen. Weiter nahmen sie jedes mal, wenn sie zu ihrer «Festung» zurückkehrten, die Akkus ihrer Handys raus, damit sie die CIA-Agenten nicht verfolgen konnten.

Die Familie von Osama bin Laden verließ, wenn überhaupt, das Haus nur ganz selten. Seine dritte Frau Amal, eine 17-Jährige aus dem Yemen, musste zum Gebären zweimal in das örtliche Krankenhaus in Abbottabad. Sie suchte das Krankenhaus unter falschem Namen auf und stellte sich taub, um unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen.

Doch 2010 entdeckte ein pakistanischer Informant in der Stadt Peshawar einen Mann, bei dem es sich um Bin Ladens langjährigen Leibwächter Ibrahim handelte. Der weiße Jeep Ibrahims führte dann auch die CIA-Agenten zu dem Haus, dass mit fünf Meter hohen und mit Stacheldraht übersäten Mauern eingezäunt war. In der Festung befanden sich Bin Ladens drei Ehefrauen, acht seiner jüngsten Kinder und vier Enkelkinder, darunter zwei- und dreijährige Babys.

Das Anwesen wies auch noch weitere ungewöhnliche Merkmale auf. Es gab weder Internet noch Telefonleitungen. Auffallend dabei: Das Anwesen war so groß, dass der Besitzer genügend wohlhabend gewesen wäre, um sich Internet leisten zu können. Weiter hatte das Haupthaus, in dem Bin Laden lebte, fast keine Fenster und der Balkon des obersten Stockwerks war von allen Seiten von einer hohen Mauer umgeben. Die CIA fragte sich, wer einen Balkon mit einer Schutzmauer errichten lässt.

Zu viele Wäsche im Garten verriet den Terrorfürsten

Die CIA mietete sich in der Nähe des Anwesens in ein Gebäude ein und ließ die Festung überwachen. Ihnen fiel auf, dass die Nachbarn den Müll zur regulären Müllabfuhr brachten. Die Menschen die in dem mysteriösen Anwesen wohnten, verbrannten hingegen ihren Müll im Garten. Des weiteren waren die Bewohner Selbstversorger. Im Garten befand sich eine kleine Farm mit Gemüse, Äpfeln, Trauben und sogar Kühen.

Den letzten entscheidenden Hinweis gab den Agenten aber die Wäscheleine auf dem Anwesen. Die Leine war jeden Tag mit weit mehr Kleidern als denen der elf Mitglieder der Leibwächterfamilie bedeckt. Nach den Berechnungen der Agenten gehörten demnach ein erwachsener Mann, mehrere erwachsene Frauen und mindestens neun Kinder zu den Bewohnern. Mit diesen Informationen gingen die Agenten zu ihrem damaligen Chef, CIA-Boss Leon Panetta. Dieser meldete die Beweise dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama.

Obama war überzeugt und befahl der US-Marine, mit der Planung der Operation zu beginnen. In der Nacht zum 02. Mai 2011 erschossen dann US-Soldaten in der Operation Neptune Spear Bin Laden in seinem Anwesen in Abbottabad, Pakistan. Somit verriet wohl die Wäsche den damals meistgesuchten Mann der Welt.

(L'essentiel/Florian Osterwalder)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blacky am 05.08.2021 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Banale Erklaerungen muessen gesucht werden um nicht zu verraten wie weit die Drohnen und Satelitten den Leuten schon in die Tassen schauen koennen .

  • jimbo am 05.08.2021 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Souvill zu Satelitteniwwerwachung a Drohnefotoen

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  • Blacky am 05.08.2021 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Banale Erklaerungen muessen gesucht werden um nicht zu verraten wie weit die Drohnen und Satelitten den Leuten schon in die Tassen schauen koennen .

  • jimbo am 05.08.2021 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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