Brenton Tarrant

15. März 2019 09:25; Akt: 15.03.2019 09:50 Print

Täter verehrt Breivik und will Merkel töten

Der Attentäter von Neuseeland ist Verehrer des norwegischen Attentäters Anders Breivik – und twitterte noch Stunden vor seiner Tat.

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Brenton Tarrant heißt der Mann, der Anschläge auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch verübt und dabei mindestens 40 Menschen erschossen haben soll. Noch Stunden vor der Tat twitterte er auf seinem mittlerweile gelöschten Account.

Im Internet verbreitete der Mann im Vorfeld der Tat ein Manifest mit dem Titel «The Great Replacement» – abgeleitet von einer rechtsextremen Verschwörungstheorie, nach der die Politiker und Führer des Westens einen Austausch der einheimischen Bevölkerung durch Muslime planen. Dort beschrieb er sich als «normalen, 28-jährigen weißen Mann». Er wolle Rache nehmen an den «Tausenden Toten, die Europa in seiner Geschichte durch ausländische Invasionen zu erleiden hatte.»

Anders Breivik als Inspiration

«Ich unterstütze viele, die gegen ethnischen und kulturellen Genozid aufstehen», schrieb er laut einem Forscher des Institute for Strategic Dialogue. Dazu gehörten etwa der Angreifer, der vor ungefähr einem Jahr in der italienischen Kleinstadt Macerata aus einem Auto auf Ausländer schoss – aber auch Anders Breivik.

Der norwegische Terrorist Breivik hatte am 22. Juli 2011 Anschläge in der Innenstadt von Oslo und auf ein Lager der Jugendorganisation der Sozialdemokraten auf der Insel Utøya verübt. Dabei waren 77 Menschen ums Leben gekommen, der größste Teil davon Jugendliche. Breivik gilt als rechtsextrem und islamophob.

Trump als Symbol der Identität

Mit den «Ritter-Brüdern» von Breivik sei er in Kontakt gestanden, schrieb Tarrant: «Sie haben mich auf meiner Mission unterstützt». Er habe eine entsprechende Botschaft erhalten. Von Breivik habe er sich «wahre Inspiration» geholt. Gelesen haben will Tarrant auch die Schriften von Dylan Roof – jenem Attentäter, der im Juni 2015 in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina in einer Kirche neun afro-amerikanische Kirchenbesucher erschossen hatte.

US-Präsident Donald Trump sei ein «Symbol der weißen Identität und des gesunden Menschenverstand», so Tarrant. Als Symbol dafür unterstütze er ihn. Als Führer und Politiker hingegen halte er nichts von Trump.

«Kill Merkel»

In einem Tweet postete Tarrant zwei Tage vor der Tat Fotos von seinen Waffen. In seinem Manifest schrieb er unter anderem, Angela Merkel, Recep Tayip Erdogan und Sadiq Khan, der Bürgermeister von London müssten getötet werden. Merkel beschrieb er als «Mutter alles Anti-Deutschen und Anti-Weißen»: Sie sei «ganz oben auf der Liste» und ein «High Profile Enemy».

Weiter kritisierte Tarrant hauptsächlich Immigration und den Islam. Auf Twitter verbreitete er immer wieder Links zu Artikeln, in denen über Ausländerkriminalität berichtet wurde – aber auch einen Artikel der «Deutschen Welle», der die mögliche Gründung eines rechtsextremen Netzwerks in der Bundeswehr thematisierte.

Zu seinen Vorbildern gehörten offenbar ebenfalls anti-kommunistische Kämpfer zu Zeiten des Kalten Kriegs in den sowjetisch besetzten Staaten: «Gott behüte die Gefallenen», schrieb er dazu in einem Tweet.

(L'essentiel/ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sylvie am 15.03.2019 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Leider kann man hier wieder einmal mehr feststellen, dass die Hetze und Hasstiraden der rechten bis rechtsextremen gegen Flüchtlinge, Migranten und Ausländer, weltweit immer mehr Gehör finden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sylvie am 15.03.2019 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Leider kann man hier wieder einmal mehr feststellen, dass die Hetze und Hasstiraden der rechten bis rechtsextremen gegen Flüchtlinge, Migranten und Ausländer, weltweit immer mehr Gehör finden.