Myanmar

08. April 2021 21:04; Akt: 09.04.2021 07:03 Print

Top-​​Model nach Teilnahme bei Demos verhaftet

Der bekannte Schauspieler und Sänger Paing Takhon, der sich dem Protest gegen die Militärjunta angeschlossen hatte, ist festgenommen worden.

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Der bekannte Schauspieler Paing Takhon aus Myanmar ist am Donnerstag vom Militär festgenommen worden. Der 24-Jährige, der auch in Thailand und China berühmt ist und neben der Schauspielerei als Sänger und Model arbeitet, hatte sich an den Protesten gegen die neue Junta beteiligt. Takhon sei um 5 Uhr morgens aus dem Haus seiner Mutter in der größten Stadt Yangon abgeführt worden, berichteten lokale Medien und die Bewegung des zivilen Ungehorsams (CDM), die den Widerstand gegen die Generäle organisiert. Soldaten seien mit acht Militärfahrzeugen angerückt, hieß es.

Sein Fanclub teilte mit, dass der beliebte Star krank gewesen sei und sich deshalb bei seiner Mutter aufgehalten habe. Takhon war unter anderem auf Facebook und Instagram gegen die neue Militärführung aktiv, wo er Einfluss auf Millionen Follower hat. Zahlreiche Fans zeigten sich schockiert und tief besorgt. Immer wieder gibt es Berichte über Folter und schwere Misshandlungen bei Verhören.

Weitere Promis, Ärzte und Ingenieure festgenommen

Das Portal Eleven Myanmar schrieb, dass vor dem Filmstar bereits weitere Prominente inhaftiert worden seien, darunter eine Facebook-Berühmtheit, ein Comedian und zwei Schauspieler. «Die Junta nimmt jetzt Ärzte, Ingenieure, Studenten, Arbeiter und auch Schauspieler fest», schrieb die Bewegung CDM auf Twitter. Das Militär hatte zuvor eine Liste mit Haftbefehlen für 120 Prominente – darunter Künstler, Social-Media-Stars und Journalisten – veröffentlicht, die als Gegner der Generäle gelten und sich derzeit versteckt halten, wie die Zeitung «The Irrawaddy» berichtete.

Nach neuesten Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sitzen derzeit im Zuge des Umsturzes von Anfang Februar fast 2850 Menschen in Haft. Mindestens 598 kamen durch die brutale Militärgewalt ums Leben, darunter 48 Kinder. Allein am Mittwoch seien zwölf Menschen getötet worden, so AAPP. Wahrscheinlich ist die Dunkelziffer der Opfer aber viel höher.

Auch am Donnerstag fanden wieder in vielen Landesteilen Märsche und Kundgebungen gegen die Junta statt. In der nördlichen Stadt Mandalay und in Yangon im Süden gab es erneut Proteste gegen China. Viele Demonstranten werfen Peking vor, das Militär zu unterstützen.

(L'essentiel/AFP/kle)

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