Ankara

26. August 2018 15:31; Akt: 26.08.2018 15:37 Print

Tränengas gegen die «Samstagsmütter»

Die Istanbuler Polizei hat am Samstag gewaltsam eine Demonstration der sogenannten «Samstagsmütter» aufgelöst.

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Die «Samstagmütter» verlangen die Aufklärung über ihre vor Jahrzehnten verschwundenen Angehörigen. Bei der Auflösung der Demonstration wurden Medienberichten zufolge 47 Teilnehmerinnen vorübergehend festgenommen.

Die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas gegen die Frauen ein, die sich zum 700. Mal zu ihrer wöchentlichen Protestkundgebung versammelt hatten, wie ein AFP-Fotograf beobachtete.

Türkischen Medienberichten zufolge wurden die Frauen in bereitstehende Fahrzeuge gebracht. Der Anwalt Efkan Bolac teilte auf Twitter mit, sie seien nach einer Befragung durch die Polizei wieder freigelassen worden.

82-Jährige unter den Festgenommenen

Unter den Demonstrantinnen war die 82-jährige Emine Okac. Nach Angaben von Nutzern von Online-Diensten war sie bereits im Jahr 1997 unter ähnlichen Umständen festgenommen worden - zwei Jahre nach dem Verschwinden ihres Sohnes, der sich in Untersuchungshaft befand.

Die Samstagsmütter wollen an das Schicksal ihrer Angehörigen erinnern, die in der Türkei in den 80er und 90er Jahren festgenommen wurden und seither verschwunden sind.

1984 begann im Südosten des Landes der bewaffnete Kampf der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gegen die türkische Regierung. Aktivisten werfen der Regierung vor, den Verbleib der Verschwundenen nie untersucht zu haben.

Angebliche Verbindungen zur PKK

Seit Mai 1995 gehen die türkischen Frauen daher regelmäßig friedlich auf die Straße. Zwischen 1999 und 2009 mussten sie ihre wöchentlichen Demonstrationen aussetzen, da die Polizei die Versammlungen regelmäßig auflöste.

Am Samstag griff die Polizei erstmals seit Jahren wieder ein.

Die Polizei begründete die Auflösung der Demonstration mit angeblichen Verbindungen zur PKK. Zudem sei sie nicht angemeldet worden.

Die Chefin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in der Türkei, Emma Sinclair-Webb, verurteilte die «brutale Behandlung von Familien, die Gerechtigkeit für Verbrechen des Staates fordern», als «beschämend».

(L'essentiel/gux/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kotz & Übel am 27.08.2018 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt wird von verabscheuungswürdigen machtsüchtigen geldgeilen Despoten beherrscht! ... Gerechtigkeit und Menschenrechte wurden abgeschafft zu Gunsten von Vetternwirtschaft und Waffenanhäufungen, die der Steuerzahler bezahlen muss, um dann damit bedroht zu werden! ... wirklich schandhaft, diese Narzissen, die dann auch noch ihren nichtexistierenden Gott benutzen, um den Menschen Angst und Schrecken einzujagen und sie wegen ihrem Glauben oder Nichtglauben einzusperren! ekelhaft und verabscheuungswürdig! ...

  • Jengi am 27.08.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Und dahin soll man noch in Urlaub fliegen?

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  • Jengi am 27.08.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

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  • Kotz & Übel am 27.08.2018 07:39 Report Diesen Beitrag melden

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