Gipfel in Helsinki

16. Juli 2018 21:23; Akt: 17.07.2018 07:16 Print

Trump ist Putin auf den Leim gegangen

Nach dem Treffen in Helsinki erkannte der US-Präsident keinen Grund, warum sich Russland in die US-Wahlen hätte einmischen wollen.

US-Präsident Trump hat bei seinem Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Putin nach eigenen Angaben einen «direkten und offenen Dialog» geführt. (Video: Tamedia)

Zum Thema

Das erste bilaterale Treffen der Regierungschefs der zwei führenden Nuklearstaaten endete gestern in Helsinki mit einem Knalleffekt: An der abschließenden Pressekonferenz ging US-Präsident Donald Trump auf Distanz zu seinen eigenen Geheimdiensten und schenkte den Beteuerungen von Wladimir Putin gleich viel Glauben.

Das Treffen war von Putin im März angeregt worden und sollte die tiefe Zerrüttung der Beziehungen zwischen den zwei Staaten überwinden helfen. Trump willigte in die Zusammenkunft ein, weil er frühere US-Präsidenten für die Krise mitverantwortlich macht und sich einen Neuanfang zutraut.

Ex-CIA-Chef ist empört

Die zwei Präsidenten sprachen zuerst zwei Stunden lang ohne jegliche Berater. Dann kamen sie mitsamt Delegationen zu einem Arbeitslunch zusammen. Am Ende beantworteten sie in einer 40 Minuten dauernden Pressekonferenz Fragen von je zwei russischen und amerikanischen Journalisten.

Während russische Medien Fragen zur Erdgasleitung nach Deutschland und zu Syrien stellten, interessierten sich die amerikanischen Journalisten nur für die innenpolitisch brisante Frage der russischen Einmischung in die US-Präsidentenwahlen von 2016. Putin wie Trump bestätigten, dass das Thema in ihrem Tête-à-tête angesprochen worden sei. Doch der Russe stritt rundweg ab, dass seine Regierung eine Rolle gespielt habe. Trump gab sich offen für beide Interpretationen und sagte: «Ich sehe nicht ein, warum es Russland gewesen sein sollte.»

Die außergewöhnliche Desavouierung der eigenen Geheimdienste wird in den USA noch zu reden geben. Für Ex-CIA-Chef John Brennan hat Trumps Verhalten die für eine Amtsabsetzung erforderliche «Schwelle der schweren Verbrechen und Vergehen» erreicht und überschritten.

(L'essentiel/Martin Suter)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sophia am 17.07.2018 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Putin befiehlt, Trump folgt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sophia am 17.07.2018 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Putin befiehlt, Trump folgt.