«Fake News Media»

18. April 2018 14:07; Akt: 18.04.2018 14:31 Print

Trump nimmt nicht an traditionellem Dinner teil

Das Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus findet seit 1920 regelmäßig statt. Nur drei Mal nahmen Präsidenten nicht daran teil. Trump pfeift zum zweiten Mal in Folge darauf.

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US-Präsident Donald Trump lehnt amerikanische Leitmedien ab und hat schon des öfteren mit Sanktionen gedroht. (Bild: DPA/Seth Wenig)

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US-Präsident Donald Trump wird eine Kundgebung in Michigan abhalten, anstatt am traditionellen Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus teilzunehmen. Das gab der Chef seines Wahlkampf-Teams, Michael Glassner, bekannt. Damit bleibt Trump dem prestigeträchtigen Dinner der aus dem Weißen Haus berichtenden Korrespondenten zum zweiten Mal in Folge fern.

Trumps Kundgebung findet am 28. April in der Kleinstadt Washington im US-Bundesstaat Michigan statt. Es sei eine bewusste Entscheidung, den Auftritt Trumps in der 25.000 Einwohner-Stadt im Umland der Autostadt Detroit stattfinden zu lassen statt in der Hauptstadt Washington, sagte Glassner.

Trumps Feldzug gegen Medien geht weiter

«Während sich die Fake-News-Medien (...) im Sumpf der Washingtoner Gesellschaft an dem Abend selber feiern, wird sich Präsident Trump in einem völlig anderen Washington aufhalten, um unseren wirtschaftlichen Aufschwung mit patriotischen Amerikanern zu feiern», erklärte Glassner.

Trumps ohnehin harscher Ton gegenüber großen Teilen der US-Leitmedien wie CNN, New York Times und Washington Post hatte sich in den vergangenen Wochen weiter verschärft. Der Republikaner hatte den Präsidenten von CNN, Jeff Zucker, und dem Amazon-Gründer und Eigentümer der Washington Post, Jeff Bezos, direkt angegriffen. Trump wirft den Medienhäusern regelmäßig Befangenheit vor. Seit seinem Einzug in das Weiße Haus spricht er deshalb lieber mit Medien, die im wohl gesonnen sind wie Fox News.

Dinner nur bei akuter Bedrohung ausgefallen

Anfang des Monats hatte die Vorsitzende der Vereinigung der Korrespondenten im Weißen Haus, Margaret Talev, erklärt, dass bei dem Korrespondenten-Dinner der US-Verfassungsartikel zelebriert werde, der die Redefreiheit schützt – darunter fällt auch die Pressefreiheit. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, werde dabei sein. Nach Angaben des Weißen Hauses wollte der Präsident zudem andere Mitglieder seiner Regierung zur Teilnahme «aktiv ermuntern».

In der Geschichte des seit 1920 stattfindenden Dinners haben Präsidenten zusammen mit ihren Vizes regelmäßig daran teilgenommen. Nur drei Mal seit dem ersten Dinner wurde es abgesagt. So geschehen 1930, als der damalige Präsident William Howard Taft an seinem Herzleiden verstarb, ein weiteres Mal, als die USA 1942 in den Zweiten Weltkrieg eingetreten sind. Und schließlich fand das Dinner 1951 auf Geheiß von Präsident Harry S. Truman aufgrund des Koreakrieges nicht statt. Auch Präsident Ronald Reagan konnte 1981 nicht am Dinner teilnehmen, weil er sich von dem Attentat auf seine Person am 30. März 1981 noch nicht erholt hatte. Doch er richtete immerhin Grüße aus.

(dix/L'essentiel/afp)

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