Kein Grönland-Deal

21. August 2019 07:20; Akt: 21.08.2019 07:20 Print

Trump sagt Besuch in Dänemark ab

Weil die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen dem US-Präsidenten Grönland nicht verkaufen will, hat Donald Trump das gemeinsame Treffen verschoben.

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US-Präsident Donald Trump hat im Streit um Überlegungen für einen Kauf von Grönland ein geplantes Treffen mit der dänischen Regierungschefin abgesagt. Grund sei deren mangelndes Interesse an einem Verkauf, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter.

Er verschiebe den Besuch, weil die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen gesagt habe, dass sie kein Interesse daran habe, über einen Verkauf zu reden. Die Ministerpräsidentin habe den USA und Dänemark «einen sehr großen Aufwand» erspart, indem sie so direkt gewesen sei, dafür danke er ihr, fügte Trump hinzu.

Der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, erklärte wenig später, zu diesem Zeitpunkt sei der gesamte Besuch des Präsidenten in dem Land abgesagt.

«Hoffe, dies ist nicht ernst gemeint»

Der US-Präsident hatte am Sonntag ein Interesse am Kauf der Insel bestätigt, die als autonomes Gebiet zu Dänemark gehört. Ein Kauf wäre «sicherlich strategisch interessant» und «im Grunde genommen ein großes Immobiliengeschäft», sagte der einstige Immobilienmogul. Grönland koste Dänemark viel Geld, jährlich 700 Millionen Dollar. Das Thema habe aber für seine Regierung keine oberste Priorität.

Das Wall Street Journal hatte zuvor berichtet, Trump interessiere sich wegen der natürlichen Ressourcen und der geostrategischen Bedeutung für die nordöstlich von Kanada gelegene Insel. Wie seriös die Absichten seien, sei aber selbst für seine Mitarbeiter unklar gewesen, hieß es.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen besuchte die Insel am Sonntag und betonte dort, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. Sie sagte zu Trumps Idee: «Ich hoffe inständig, dass dies nicht ernst gemeint ist.» Dänische Politiker hatten schon zuvor mit Kopfschütteln auf Trumps Überlegung reagiert. «Es muss sich um einen Aprilscherz handeln», hatte Ex-Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen gesagt.

«Wenn er das wirklich in Betracht zieht, dann ist das der letzte Beweis, dass er verrückt geworden ist», erklärte der außenpolitische Sprecher der Dänischen Volkspartei, Sören Espersen. «Der Gedanke, dass Dänemark 50.000 Bürger an die Vereinigten Staaten verkauft, ist völlig lächerlich.»

Strategische Bedeutung

Grönland ist eine eisbedeckte Insel zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpolarmeer, auf der sich der US-Militärflugplatz Thule Air Base befindet. Die Insel mit seinen rund 56.000 Einwohnern ist etwa sechs Mal so groß wie Deutschland und hat den Status eines autonomen Territoriums von Dänemark.

Grönland zieht aufgrund seiner strategischen Lage und seiner Bodenschätze die Aufmerksamkeit der globalen Großmächte China, Russland und USA auf sich.

(L'essentiel/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • svendorca am 21.08.2019 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hey,..im dunkelsten Mittelalter wurden schwachsinnige Regenten auch gerne unter Vormundschaft gestellt. In seiner Zerstörungswut (Trump) strampelt er mit den Füßen und wendet sich dem nächsten Objekt zu. St.Helena war groß genug für Napoleon, Trump muss Grönland haben..das Monopoly-Spiel ist eröffnet!..

  • Logik am 21.08.2019 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Das muss man sich mal vorstellen – ein Land will nicht sein Hoheitsgebiet vermarkten, und Trump spielt die beleidigte Leberwurst. Man sollte sich das umgekehrt vorstellen: Dänemark will Hawaii kaufen. Trump würde nicht mal darüber sprechen. Und dann sagen die Dänen: "Wir treffen uns nie wieder, Herr Präsident".

  • robbie am 21.08.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    D'Usa hunn haut eng Staatsverschëldung vun 22.412.000.000.000$, Tendenz steigend. Déi 22.412 Milliarden op 325 Milliounen Awunner opgedeelt, mécht eng Prokapp-schold vun 68.000$. Domat sinn d'USA dat héchst verschëllte Land vun der Welt. Kee Wonner mat esou enge Spënner am White House.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jee Jejee am 21.08.2019 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt spielt er die beleidigte Leberwurst. Soll er mal versuchen Russland, Indien oder China zu kaufen.

  • robbie am 21.08.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    D'Usa hunn haut eng Staatsverschëldung vun 22.412.000.000.000$, Tendenz steigend. Déi 22.412 Milliarden op 325 Milliounen Awunner opgedeelt, mécht eng Prokapp-schold vun 68.000$. Domat sinn d'USA dat héchst verschëllte Land vun der Welt. Kee Wonner mat esou enge Spënner am White House.

  • Logik am 21.08.2019 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Das muss man sich mal vorstellen – ein Land will nicht sein Hoheitsgebiet vermarkten, und Trump spielt die beleidigte Leberwurst. Man sollte sich das umgekehrt vorstellen: Dänemark will Hawaii kaufen. Trump würde nicht mal darüber sprechen. Und dann sagen die Dänen: "Wir treffen uns nie wieder, Herr Präsident".

  • svendorca am 21.08.2019 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hey,..im dunkelsten Mittelalter wurden schwachsinnige Regenten auch gerne unter Vormundschaft gestellt. In seiner Zerstörungswut (Trump) strampelt er mit den Füßen und wendet sich dem nächsten Objekt zu. St.Helena war groß genug für Napoleon, Trump muss Grönland haben..das Monopoly-Spiel ist eröffnet!..