Irans

09. Januar 2020 07:20; Akt: 09.01.2020 07:28 Print

Trump sendet Zeichen der Deeskalation

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen dramatisch zu. Kommt es zu einer weiteren Eskalation?

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Donald Trump (M), Präsident der USA, wendet sich in einer Ansprache aus dem Grand Foyer des Weißen Hauses an die Nation. Es geht um die iranischen Angriff auf zwei vom US-Militär genutzte Stützpunkte im Irak. (Bild: DPA/Alex Brandon)

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Trotz eines iranischen Vergeltungsangriffs auf US-Truppen im Irak scheint die unmittelbare Gefahr eines neuen Krieges im Nahen Osten zunächst gebannt. US-Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch im Weißen Haus bei einer Ansprache an die Nation zwar neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an, aber keine weiteren Militärschläge. Trump sagte, bei den Raketenangriffen auf zwei Militärbasen im Irak in der Nacht zu Mittwoch seien weder Amerikaner noch Iraker getötet worden. Der Schaden an den angegriffenen Stützpunkten sei «minimal» gewesen. Teheran nannte die Angriffe nach der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch die USA einen «Akt der Selbstverteidigung».

Trump sagte, es sehe danach aus, als würde der Iran auf Zurückhaltung setzen, «was eine gute Sache für alle Beteiligten und eine sehr gute Sache für die Welt ist». Auch der Iran kündigte zunächst keine neuen Angriffe an. Präsident Hassan Ruhani sagte: «Falls die Amerikaner weitere Angriffe und Verbrechen gegen den Iran planen sollten, werden wir eine Antwort geben, die noch härter ist als der heutige Angriff.»

Erneut Raketeneinschläge in Bagdad

Allerdings schlugen am späten Mittwochabend in der hoch gesicherten Grünen Zone in Bagdad erneut zwei Raketen des Typs Katjuscha ein, wie das irakische Militär mitteilte. Verletzte habe es nicht gegeben. Bereits am Sonntag waren zwei Raketen desselben Typs in der sogenannten «Green Zone» niedergegangen. In und nahe der Grünen Zone geschah dies in den vergangenen Monaten und Jahren mehrfach. Dabei wurden auch Menschen getötet oder verletzt.

Der iranische Vergeltungsangriff erfolgte mit Ansage: Iraks Regierung wurde nach eigenen Angaben kurz vor dem Angriff aus Teheran über den Militärschlag informiert. Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi sagte, zur selben Zeit hätten sich auch die Amerikaner gemeldet.

«Wir wollen es nicht einsetzen.»

Trump sagte, die US-Truppen seien zwar auf alles vorbereitet. «Die Tatsache, dass wir dieses großartige Militär und die Ausrüstung haben, bedeutet allerdings nicht, dass wir es einsetzen müssen. Wir wollen es nicht einsetzen.» Die Vereinten Nationen in New York werteten Trumps Äußerungen als Deeskalationszeichen im Iran-Konflikt.

Trump betonte: «Solange ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, wird dem Iran nie erlaubt werden, eine Atomwaffe zu besitzen.» Der Iran müsse seine atomaren Ambitionen und seine Unterstützung für Terrorismus beenden. «Für Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Russland und China ist die Zeit gekommen, diese Wirklichkeit anzuerkennen.» Sie sollten nicht länger am Atomabkommen mit dem Iran festhalten. Trump hatte es im Mai 2018 aufgekündigt. «Wir müssen alle gemeinsam darauf hinarbeiten, ein Abkommen abzuschließen, das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort macht.»

Verteidigungsministerin Annegret-Kramp-Karrenbauer wies die Forderung zurück. Deutschland habe insbesondere gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien immer gesagt, dass die Existenz des Atomabkommens «ein Wert an sich» sei, sagte die CDU-Vorsitzende im Heute Journal des ZDF. «Deswegen kämpfen wir um diesen Wert, auch um diesen Vertrag.»

Trump forderte außerdem die Nato zu einem größeren Engagement auf. «Heute werde ich die Nato darum bitten, sich deutlich mehr im Nahost-Prozess einzubringen», sagte er. In einem späteren Telefonat mit ihm zeigte sich Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg aufgeschlossen. Beide hätten darin übereingestimmt, «dass die Nato mehr zur regionalen Stabilität und zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus beitragen könnte», teilte das Militärbündnis im Anschluss mit.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guy Michels am 09.01.2020 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Das kann bei dem Hitzkopf nur bedeuten, dass er seine Flugzeugträger noch nicht in Position hat, und auf Zeit spielt.

  • Susi am 09.01.2020 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Warum macht Trump nicht einen Test vor so einem grossen Angriff? Einfach mit einem Stab in einem Hornissennest stochern und warten was passiert.

  • svendorca am 09.01.2020 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    USA méngen och, misst all Land no hirem Gusto liewen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Guy Michels am 09.01.2020 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Das kann bei dem Hitzkopf nur bedeuten, dass er seine Flugzeugträger noch nicht in Position hat, und auf Zeit spielt.

  • Susi am 09.01.2020 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Warum macht Trump nicht einen Test vor so einem grossen Angriff? Einfach mit einem Stab in einem Hornissennest stochern und warten was passiert.

  • svendorca am 09.01.2020 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    USA méngen och, misst all Land no hirem Gusto liewen...

    • pitti am 09.01.2020 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      Jo do huste Recht.

    • Gusti am 10.01.2020 07:45 Report Diesen Beitrag melden

      gudd, dat den Trump op den Asselborn gelauschtert huët ...

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