US-Wahlen 2020

23. Oktober 2020 05:08; Akt: 23.10.2020 07:33 Print

Trump und Biden gelingt gesittete TV-​​Debatte

Das letzte TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden ist am Donnerstagabend ruhiger verlaufen als die erste Debatte.

storybild

Das TV-Duell lief gesitteter als das erste Duell der beiden Kandidaten. (Bild: DPA/Patrick Semansky)

Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Präsident Donald Trump hat in der letzten TV-Debatte vor der Wahl versucht, die Glaubwürdigkeit seines Herausforderers Joe Biden zu untergraben. Er brachte immer wieder Vorwürfe auf, dass Bidens Sohn Hunter zweifelhafte Geschäft in der Ukraine gemacht habe - und das Biden, damals Vizepräsident, angeblich davon profitiert habe. «Ich habe niemals in meinem Leben einen Penny von einer ausländischen Quelle angenommen», konterte Biden.

Zentrale Themen der Debatte am Donnerstagabend (Ortszeit) in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee waren der Kampf gegen die Corona-Krise, Hilfen für Unternehmen und Verbraucher, die Gesundheitsversorgung der Amerikaner und Rassismus.

Gesitteter als letzte Debatte

Die Debatte verlief gesitteter als das erste Duell Ende September. Die Kandidaten ließen einander ausreden und folgten weitgehend den Fragen der Moderatorin Kristen Welker. Ihre Missbiligung füreinander drückten sie eher mit einem Grinsen oder einem Kopfschütteln aus.

Nach rund einer Stunde bröckelte allerdings die Geduld des 74-jährigen Präsidenten - er ließ sich mehrfach nicht von der Moderatorin stoppen, wenn sie ihn zur aktuellen Frage zurückbringen oder zum nächsten Thema übergehen wollte.

Umgang mit der Corona-Krise

Deutlich in der Debatte wurden die unterschiedlichen Ansätze zum Weg aus der Corona-Krise. Trump, der sich selbst infiziert hatte und erkrankt war, betonte auch vor dem Hintergrund wieder steigender Fallzahlen, dass er auf keinen Fall weitere Lockdowns wolle. «Die Medizin darf nicht schlimmer als das Problem selbst sein», sagte der Präsident. Amerika lerne, mit dem Virus zu leben.

Das löste eine scharfe Reaktion des 77-jährigen Bidens aus: «Die Leute lernen, damit zu sterben!» Auf den Vorwurf, er übernehme keine Verantwortung für die Krise entgegnete Trump: «Ich übernehme die volle Verantwortung. Es ist nicht meine Schuld, dass es hierher bekommen ist. Es ist nicht Joes Schuld. Es ist Chinas Schuld.»

Struktureller Rassismus

Der bei Schwarzen populäre Biden bekräftigte, dass es in Amerika in den Institutionen verankerten Rassismus gebe. Trump bezeichnete er als den rassistischsten Präsidenten. «Er gießt in jedes einzelne rassistische Feuer Öl.»

Der Präsident wiederholte seine Behauptung, dass niemand mehr als er für schwarze Amerikaner getan habe - mit Ausnahme von Präsident Abraham Lincoln mit der Abschaffung der Sklaverei. «Ich bin die am wenigsten rassistische Person in diesem Raum», sagte er - direkt neben der Afroamerikanerin Welker.

Hitlervergleich beim Thema Nordkorea

Beim Thema Außenpolitik betonte Trump abermals, dass es in seiner Amtszeit entgegen Warnungen seines Vorgängers Barack Obama keinen Krieg mit Nordkorea gegeben habe. Biden entgegnete: «Wir hatten ein gutes Verhältnis zu Hitler, bevor er in Europa einfiel.» Trump hielt ihm vor, in seinen acht Jahren als Vizepräsident eine zu schwache Außenpolitik betrieben zu haben.

Biden reagierte mehrfach mit ungläubigem Lachen, unter anderem als Trump davon sprach, dass Windräder «alle Vögel töten». Der Herausforderer betonte: «Der Klimawandel, die Erderwärmung sind die nächste existenzielle Bedrohung für die Menschheit.» Er werde deshalb dem Klimaabkommnen von Paris wieder Beitreten, aus dem die USA unter Trump ausgetreten waren.

Das erste TV-Duell der beiden Kandidaten Ende September war im Chaos versunken. Vor allem Trump fiel Biden immer wieder ins Wort und ließ ihn nicht ausreden. Biden bezeichnete Trump im Gegenzug unter anderem als «Rassisten», «Lügner», «Putins Welpen» und «den schlechtesten Präsidenten, den Amerika je hatte». Eine ursprünglich für Anfang Oktober geplante zweite Debatte platzte nach der Covid-19-Erkrankung des Präsidenten.

(L'essentiel/DPA)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Love am 23.10.2020 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin ich froh wenn die US-Wahlen vorbei sind. Ich kann schon nicht mehr abwarten, danach wieder von morgens bis Abend darüber informiert zu werden, wie gefährlich die AFD für UNSERE Demokratie ist...

  • Poronito am 23.10.2020 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Den Biden do gefällt mer guer net dann hun ech leiwer den Trump als President och wann deen net dee beschten as.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Love am 23.10.2020 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin ich froh wenn die US-Wahlen vorbei sind. Ich kann schon nicht mehr abwarten, danach wieder von morgens bis Abend darüber informiert zu werden, wie gefährlich die AFD für UNSERE Demokratie ist...

  • Poronito am 23.10.2020 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Den Biden do gefällt mer guer net dann hun ech leiwer den Trump als President och wann deen net dee beschten as.