US-Wahlen 2020

30. September 2020 04:48; Akt: 30.09.2020 05:54 Print

Trump spricht von massiven Betrugsversuchen

Donald Trump hat sich in der TV-Debatte geweigert, sich von gewaltbereiten rechte Gruppen zu distanzieren. Stattdessen greift er die Antifa an und spricht erneut von Wahlbetrug.

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Für US-Präsident Donald Trump liegt das Problem des Landes bei der politischen Linken. (Bild: DPA/Olivier Douliery)

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US-Präsident Donald Trump hat sich geweigert, Rechtsradikale und bewaffnete rechte Gruppen eindeutig zu verurteilen. «Fast alles, was ich sehe, ist vom linken Rand, nicht vom rechten Rand», sagte Trump am Dienstagabend bei der TV-Debatte gegen seinen Herausforderer Joe Biden über die Gewalt in US-Städten.

Auf Drängen von Moderator Chris Wallace sagte Trump schließlich, diese Gruppen sollten sich zurückhalten, distanzierte sich aber nicht direkt von ihnen, sondern griff die linke Gruppierung Antifa an: «Jemand muss etwas gegen Antifa und die Linke tun, weil dies kein Problem des rechten Flügels ist, sondern ein Problem des linken Flügels».

Keine deutliche Abgrenzung

Kritiker hatten Trump immer wieder vorgeworfen, sich nicht deutlich genug von rechtsradikalen Gruppen abzugrenzen. Nachdem in Charlottesville im Bundesstaat Virginia 2017 eine Gegendemonstrantin auf einem Neonazi-Aufmarsch getötet worden war, hatte Trump für einen Aufschrei der Empörung gesorgt, als er sagte, es habe auf beiden Seiten «sehr gute Menschen» gegeben.

Auch in diesem Jahr heizten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz immer wieder Gruppen Gewalt an, die auch dem rechten Spektrum zugeordnet werden.

Vorwurf des Wahlbetruges

Trump warf seinen politischen Gegnern in der Demokratischen Partei vor, das Ergebnis der Wahl mit Betrug zu verfälschen. «Ich hoffe, dass es eine faire Wahl sein wird», sagte Trump. «Aber dann werden Tausende von Stimmzetteln manipuliert - das kann ich nicht akzeptieren.»

Er verwies auf einen Ende September bekanntgewordenen Vorfall im Bezirk Luzerne im US-Staat Philadelphia, wo neun Stimmzettel von Militärangehörigen gefunden wurden. «Schlimme Dinge passieren in Philadelphia», sagte Trump. «Sie haben Stimmzettel in einem Papierkorb gefunden. Sie hatten alle den Namen Trump angegeben.» Der Präsident sprach sich erneut entschieden gegen die Briefwahl aus, da diese Stimmen aus seiner Sicht leicht zu manipulieren seien.

Anhänger sollen Wahl beobachten

Auf die Frage des Moderators Chris Wallace, ob die Kandidaten nach der Wahl auf ihre Anhänger einwirken wollten, um mögliche Unruhen zu verhindern, antwortete Trump, er werde seine Anhänger dazu aufrufen, die Auszählung der Stimmen genau zu beobachten. Solche «Poll Watchers» seien «eine sehr sichere, eine gute Sache».

Der Herausforderer Joe Biden rief die Amerikaner dazu auf, so zu wählen, «wie es euch am besten passt» - ob per Briefwahl oder direkt an der Wahlurne. Trump versuche, die Bürger von der Stimmabgabe abzuhalten. Daher sage er selbst: «Kommt und wählt, wählt, wählt!» Er werde jedenfalls jedes Ergebnis akzeptieren, ob er die Wahl nun gewinnen oder verlieren werde. Biden sagte mit Blick auf Trump: «Er kann nicht im Amt bleiben, das wird nicht passieren.»

Umfragen zufolge wollen deutlich mehr Anhänger Bidens als Trumps per Post abstimmen. Die verbreitete Briefwahl könnte dazu führen, dass in der Wahlnacht noch kein Sieger feststeht.

(hoc/L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wahlpurgisnacht am 30.09.2020 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    einer der keine Steuern zahlt sollte auch nicht über die Steuern der Andern verfügen! ...

  • silv am 07.10.2020 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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  • silv am 07.10.2020 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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Die neusten Leser-Kommentare

  • silv am 07.10.2020 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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  • silv am 07.10.2020 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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  • Pablito am 30.09.2020 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ech hoffen den Trump gewennt well de Biden as net vertrauenswürdeg.

  • Wahlpurgisnacht am 30.09.2020 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    einer der keine Steuern zahlt sollte auch nicht über die Steuern der Andern verfügen! ...